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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Galläpfel; Grallae; Penghawar Djambi

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Sporen, Drüsen, Haare, Gallen.

Penghawar Djambi, Pulu, Paku Kidang.

Unter diesen Namen kommen die Spreuhaare der Wedelbasen verschiedener ostindischer Baumfarren, namentlich Cibotium Baromez, in den Handel. Sie bilden eine weiche, krause, goldgelbe bis braune Wolle (die einzelnen Härchen mehrere Centimeter lang), die als blutstillendes Mittel dient. Ihre Wirkung ist eine mechanische, indem sie das Serum des Blutes aufsaugt und dasselbe dadurch verdickt.

Grallae.

Galläpfel, Gallen.

Unter Galläpfel verstehen wir krankhafte Auswüchse, dadurch hervorgebracht, dass verschiedene Insekten ihre Eier, mittelst Legestachels, in Blattknospen, Blätter oder Früchte legen. Durch den Stich und die weitere Entwickelung der Eier entsteht an der betreffenden Stelle ein verstärkter Säftezufluss. Es bildet sich um das Ei und später um die Larve eine starke Zellenwucherung und allmälig entsteht der Auswuchs, den wir Gallen nennen.

Wir können 2 Hauptgruppen unterscheiden. Eichengallen, die eigentlichen Galläpfel, hervorgerufen durch den Stich der Eichengallwespe, Cynips gallae infectoria, und die chinesischen und japanesischen Gallen, durch den Stich der chinesischen Blattlaus, Aphis chinensis, auf den Blättern und Zweigen einer Sumachart, Rhus semialata, entstanden.

Von den Eichengallen unterscheidet man im Handel asiatische, meist auf Quercus infectoria und europäische, auf Quercus cerris und sessiflóra gewachsen.

Die asiatischen sind voll, schwer, 1 bis 2 cm im Durchmesser, rundlich, stacheligwarzig, innen einen deutlich begrenzten, stärkehaltigen Kern zeigend. Die beste Sorte kommt unter dem Namen Aleppo oder türkische G. in den Handel. Unsortirt sind sie gemengt aus kleineren, fast schwärzlichen, sehr höckerigen und grösseren, grünlichen weniger stacheligen, leichteren Gallen. Letztere sind minderwerthig, vielfach schon mit einem Bohrloch versehen, aus welchem das Insekt ausgeschlüpft ist. Die Smyrna O. sind blass, glänzend, porös und leichter als die vorige Sorte.

Gute Galläpfel müssen möglichst frei von angebohrten sein, weil bei diesen der Gerbstoffgehalt geringer ist als bei den nicht völlig entwickelten.

Die europäischen Galläpfel sind aussen glatt, höchstens runzelig,

^[Abb:Fig. 168. Türkische Galläpfel. a ein ganzer mit Flugloch. b und c derselbe im Durchschnitt.]