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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Grasbaumharz; Résina acaróidis; Résinae

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Resinae. Harze.

Gruppe XVI.

Résinae. Harze.

Harze sind natürliche Ausscheidungsprodukte verschiedener Pflanzenfamilien, namentlich der Koniferen und verwandter Gattungen. Wir müssen sie betrachten als Umsetzungs-, d. h. Oxydationsprodukte der äth. Oele. Sie finden sich in den Pflanzen in eigenen Gefässen, meist unter der Rinde in den sog. Balsamgängen und treten freiwillig oder aus künstlichen Oeffnungen in Form von zähem Balsam (s. folgende Gruppe) aus; an der Luft erhärtet diese dann durch weitere Oxydation vollständig. Alle Harze sind sauerstoffhaltig, meist Gemenge von verschiedenen Säuren, verbinden sich daher mit Alkalien zu eigenen Verbindungen, den Harzseifen. In der Wärme schmelzen sie und verbrennen zuletzt mit stark russender Flamme. Sie lassen sich nicht unzersetzt verflüchtigen, sondern liefern bei der Destillation Umsetzungsprodukte, namentlich Kohlenwasserstoff. Durch Reibung werden sie elektrisch und zwar um so mehr, je mehr Sauerstoff sie enthalten. In Wasser sind sie vollständig unlöslich, löslich dagegen in Aether, Alkohol, Chloroform, fetten und äth. Oelen. Diese Löslichkeitsverhältnisse verändern sich aber durch sehr langes Lagern im Wasser oder unter der Erde. Derartig veränderte Harze nennen wir "fossile"; hierher gehören Bernstein und die echten Kopale.

An die eigentlichen Harze schliessen sich einige Produkte der trockenen Destillation, wie Asphalt, Pech, unmittelbar an.

Die Harze finden nicht nur in der Medizin, sondern vor Allem in der Technik eine ungemein grosse Anwendung zur Darstellung von Lacken, Harzseifen etc.

Résina acaróidis.

Grasbaumharz, Acaroidharz.

Xanthorrhóea hástilis u. a. A. Asphodeléae. Australien.

Dieses Harz wurde eine Zeit lang als Ersatz für Stocklack angepriesen und importirt, hat sich aber nicht eingeführt. Man unterscheidet 2 Sorten, rothes oder Nuttharz, auch neuholländisches Harz genannt, und gelbes oder Botanybaiharz, welches aber selten in den europäischen Handel kommt. Das Nuttharz bildet dunkelrothbraune, in Splittern durchsichtige, glänzende Stücke; in Alkohol fast ganz löslich, schmilzt nicht, sondern bläht sich auf, verbrennt zuletzt mit stark russender Flamme.

Bestandtheile. Spuren von äth. Oel; zweierlei Harz; Zimmt-, nach Anderen Benzoesäure.

Mit Salpetersäure behandelt liefert es Pikrinsäure in ziemlicher Menge, wurde daher zur Fabrikation derselben empfohlen.