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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Résinae. Harze.

Afrika liefern Ostindien, Australien und Südamerika Kopalsorten, die auch wohl falsche K. genannt werden. In der Lackfabrikation, deren wichtigstes Material die K. bilden, unterscheidet man "harte" und "weiche" K. Erstere, die eigentlich echten K., haben durch längere Lagerung in der Erde ihre Harznatur insofern verändert, als sie weder in Alkohol, noch in Terpentinöl direkt löslich sind. Man muss hier Umwege einschlagen, wie wir sie später, beim Kapitel der Lacke besprechen werden. Sie schmelzen erst bei einer Temperatur von 300-350 °; liefern daher, nebst dem Bernstein, die härtesten Lacke und können für die feineren, namentlich Schleiflacke, durch kein anderes Material ersetzt werden. Die weichen K., hierher gehören hauptsächlich ost- und westindische Sorten, lösen sich dagegen in heissem Alkohol und Terpentinöl direkt, erweichen und schmelzen bei weit niedrigeren Temperaturen und sind daher nur für geringe Lacke verwendbar.

Afrikanische Kopale. Diese sämmtlich gegrabenen oder geschlämmten Sorten sind im frischen Zustände meist von einer erdigen, halb verwitterten Kruste bedeckt, von welcher sie jedoch, bevor sie in den Handel kommen, gewöhnlich durch Behandlung mit verdünnter Kalilauge befreit werden. Nach dieser Behandlung zeigen sie auf der Oberfläche häufig ein feinwarziges Aussehen, die sog. Gänsehaut, und gilt diese als ein besonderes Zeichen der Güte und Härte. Nach einigen sollen diese Warzen davon herrühren, dass der anfangs weiche K. sich beim Erhärten zusammengezogen hat; nach Anderen sind es die Eindrücke der sie umlagernden Sandkörner. Man unterscheidet von den afrikanischen Sorten wiederum ostafrikanische und westafrikanische. Zu den Ersteren, welche besonders hoch geschätzt werden, gehören nach L. E. Andes "Rohmaterialien f. Lack- und Firniss-Fabrikation", namentlich folgende:

Zanzibar-Kopal. Diese Sorte wird am höchsten geschätzt, soll aber nicht in Zansibar selbst, sondern an der gegenüberliegenden Küste Ostafrikas in einer Breite von 8 Meilen landeinwärts gegraben werden. Kam früher als Bombay-K. viel in den Handel. Grössere oder kleinere, meist glatte Stücke mit Gänsehaut; Farbe hellgelb bis rothbraun; Bruch flachmuschelig, glasglänzend oder matt.

Mozambique-K. von der Mozambique-Küste; flache Platten und Körner; weingelb bis röthlich, Aussenflächen roth gefärbt, vielfach mit Blasen und Sprüngen; Brust flach, glasglänzend; weniger rein und warzig wie der Zanzibar-K.

Madagaskar-K. soll von Trachylobiumarten abstammen, bildet bald platte, bald längliche, dann meist rundliche oder ovale Stücke von hellgelber Farbe mit weisser Verwitterungskruste, nach Entfernung dieser ohne Gänsehaut. Das Harz selbst ist vielfach mit Pflanzenresten durchsetzt.

Von den westafrikanischen K. sind die wichtigsten:

Sierra Leone-K. Die ordinärste Sorte; sehr unrein, hellgelbe, aussen oft schwärzlich aussehende Stücke bis zur Grösse einer Nuss.