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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

259

Olea äthérea, ätherische Oele.

1 Volum äth. Oel erfordert zu seiner Lösung:

^[Liste]

Ol. absinthii 1 Vol.

" amygdal. am. 1 "

" anisi 3,5 "

" Aurant. dulc. 7 "

" Bals. copalv. 50 "

" Bergamottae ½ "

" cajeputi 1 "

" calami 1 "

" carvi 1 "

" caryophyll. 1 "

" cinn. cass. 1 "

" Cort. aurant. 15 "

" citri 10 "

" Flor. aurant. 1 "

" foeniculi 1 "

" lavendul. 1 "

" macidis 6 "

" menth. crisp. 1 "

" menth. pip. 1 "

" petit grain 1 "

" petrosélini 3,5 "

" rosae 90 "

" rorismarini 2 "

" rutae 1 "

" sabinae 2 "

" sinapis 2/3 "

" terebinth. 10 "

" thymi 1 "

" valerian. 1 "

Als zweite Prüfungsmethode gilt das Verhalten der äth. Oele zu Jod. Es zeigt sich nämlich die Eigenthümlichkeit, dass das Jod von den sauerstofffreien Oelen, den reinen Kohlenwasserstoffen, mit Begierde aufgenommen wird. (Bei einzelnen ist die Reaktion so stark, dass eine Verpuffung eintritt.) Die sauerstoffhaltigen Oele dagegen zeigen keine irgendwie merkliche Reaktion. Wir sind also durch dieses Verhalten im Stande, grobe Verfälschungen sauerstoffhaltiger Oele mit sauerstofffreien zu entdecken. Die Probe wird ausgeführt, indem man in ein Uhrgläschen 6-8 Trpf. des zu untersuchenden Oeles giebt und dann ein kleines Körnchen Jod hineinfallen lässt.

Starke Erhitzungen resp. Verpuffungen zeigen folgende Oele.

Ol. aurant. cort., Ol. bergamott., Ol. citri, Ol. lavendulae, Ol. pini, Ol. spicae, Ol. terebinth.

Keine Reaktion zeigen

^[Liste]

Ol. amygdal. amar. Ol. calami Ol. menth. pip. Ol. tanacéti

" balsami copaiv. " caryophyllor. " rosae " valerianae

" cajeputi " cinnamomi " sinapis

Eine 3. Gruppe zeigt schwache Erwärmung und geringe Dämpfe. Hierher gehören

^[Liste]

Ol. anisi vulg. Ol. cubebar. Ol. rorismaríni

" " stell. " foeniculi " salviae Ol. thymi.

" cardamomi " menth. crisp. " sassafras

Man ersieht leicht aus diesen Zusammenstellungen, in wie wenigen Fällen die Prüfung mit Jod zu irgend einem Resultat führen kann. Klar erkennbar sind eigentlich nur Verfälschungen von Oelen aus der 2. Gruppe mit denen aus der ersten und umgekehrt, allenfalls auch z. B. die bei amerikanischem Pfefferminzöl häufig vorkommenden Verfälschungen mit Sassafrasöl.

Die von Hepp vorgeschlagene Methode zur Erkennung sauerstofffreier Oele, namentlich des Terpentinöles in sauertoffhaltigen vermittelst Kochens mit Nitroprussidkupfer giebt so selten gute Resultate, dass wir sie hier ganz übergehen können.

Von weit grösserem Werth, wenigstens in einigen Fällen, ist die Hager'sche Schwefelsäure-Weingeistprobe. Sie wird in folgender Weise ausgeführt.