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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Fenchelöl; Óleum foeniculi

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Olea äthérea, ätherische Oele.

Oelen, einem sauerstoffhaltigen, Eucalyptol genannt, (50-70 %) und einem sauerstofffreien, dem Eucalypten.

Mit Jod verpufft es nicht, deshalb ist ein eventueller Zusatz von Terpentinöl durch die kräftige Reaktion leicht erkenntlich.

Anwendung findet das Oel medizinisch als desinfizirendes Mittel; auch zu Einathmungen bei Halsleiden etc., und, wie man sagt, auch vielfach zum Verschneiden theurer äth. Oele,

Algier und Californien liefern augenblicklich fast den ganzen Bedarf an Eucalyptusöl, während die australischen Provenienzen dadurch in Misscredit gekommen sind, dass man dort nicht Eucalyptus globulus, sondern E. amygdalina zur Destillation benutzt hat. Das Oel dieser Art enthält aber kein Eucalyptol, den allein wirksamen Bestandtheil des Oeles.

Eucalyptol C10H18O^[C_{10}H_{18}O] wird neuerdings für sich dargestellt und ist in reinem Zustände eine farblose, kampherartig riechende Flüssigkeit von 0,931 spez. Gew., welche bei 176-177° siedet, fast unlöslich in Wasser, dagegen in jedem Verhältniss mischbar mit Weingeist und fetten Oelen ist. In einer Kältemischung von Eis und Kochsalz erstarrt es vollständig zu langen Krystallnadeln, deren Schmelzpunkt bei -1° liegt.

Das Eucalyptol, auch Cineol oder Eucalyptuskampher genannt, wird äusserlich gegen rheumatische Leiden oder zur Desinfektion eiternder Wunden, innerlich in kleinen Gaben gegen Lungen- und Halsleiden gebraucht.

Eulyptol, unter diesem Namen wird von Frankreich aus ein Präparat in den Handel gebracht, welches aus 6 Th. Salicylsäure, 1 Th. Karbolsäure und 1 Th. Eucalyptusöl bestehen soll.

Óleum foeniculi.

Fenchelöl.

Durch Destillation aus den Früchten von Anethum foeniculum. Farblos bis blassgelb; spez. Gew. 0,970; alte Oele erreichen sogar das spez. Gewicht des Wassers.

In Folge seines sehr verschiedenen Gehaltes an Stearopten erstarrt es bei verschiedenen Temperaturen, gewöhnlich bei +5°; es kommen jedoch Oele vor, die schon bei +10° und wiederum andere, die erst einige Grade unter O erstarren. Geschmack und Geruch sind angenehm fenchelartig, süsslich. Seine Löslichkeit ist verschieden, je nach dem Gehalt an Stearopten, sie schwankt zwischen 1-2 Vol. Weingeist. Mit Jod verpufft es nicht.

Das Elaeopten des Oeles ist leichter in Wasser löslich als das Stearopten, daher enthält das destillirte Fenchelwasser fast nur ersteres aufgelöst.

Bei der Destillation darf wegen der leichten Erstarrbarkeit des Oeles nicht stark gekühlt werden.

Anwendung. In der Medizin; hier und da in der Likörfabrikation.