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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Óleum ménthae piperitae; Pfefferminzöl

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Olea äthérea, ätherische Oele.

Man unterscheidet im Handel deutsches und amerikanisches Krauseminzöl. Letzteres ist fast immer schlecht von Geruch und vielfach mit Terpentinöl oder Sassafrasöl verfälscht; erstere Beimengung ist durch das Löslichkeitsverhältniss in Alkohol erkennbar; letztere durch die Hager'sche Schwefelsäure-Weingeistprobe.

Anwendung. In der Medizin, hier und da in der Likörfabrikation.

Óleum ménthae piperitae.

Pfefferminzöl.

Durch Destillation des Pfefferminzkrautes (s. d.) und zwar die feinsten Sorten nur aus den abgestreiften Blättern.

Das Kraut soll während der Blüthezeit gesammelt werden und wird am besten im frischen Zustände destillirt, da das getrocknete Kraut, bei weniger Ausbeute, eine geringere Qualität liefert.

Das erste Destillat ist grünlich, wenn aus frischem, bräunlich, wenn aus trockenem Kraut, doch kommt es jetzt meist in rektifizirtem Zustände, häufig sogar als "bis rectificatum", doppelt rektifizirt, in den Handel.

Rektifizirtes Oel ist farblos, höchstens schwach gelblich oder grünlich, mäßig dünnflüssig, von kräftigem, angenehmem Pfefferminzgeruch und gleichem, anfangs feurigem, hintennach stark kühlendem Geschmack.

Spez. Gewicht 0,890-0,920. Siedepunkt 190-200 °.

Mit gleichen Theilen Weingeist giebt es eine klare Mischung, die sich auf Zusatz von mehr Weingeist meistens etwas trübt.

Jod reagirt nicht auf dasselbe.

Das Oel besitzt eine saure Reaktion; bei der Alkoholprüfung darf daher nicht die Fuchsinprobe, sondern muss die Hager'sche Tanninprobe angewandt werden.

Im Handel unterscheidet man verschiedene Sorten, welche im Werth und im Preise sehr von einander differiren. Die Hauptsorten sind englisches, deutsches, amerikanisches und japanesisches oder chinesisches Pfefferminzöl.

Von diesen wurden die englischen Oele bisher am höchsten geschätzt; neuerdings dagegen machen ihnen die guten deutschen Oele den Rang streitig, so dass einzelne Fabriken, wie z. B. die in Gnadenfrei, höhere Preise erzielen, als selbst die besten englischen Marken.

England baut die Pfefferminze in einer etwas anderen Spielart als Deutschland an, namentlich in der Grafschaft Surrey (Mitcham und Hitschin), wo grosse Quantitäten Oel von meist ausgezeichneter Beschaffenheit gewonnen werden. Man soll dort bei der Destillation sehr vorsichtig verfahren, indem man die letzten Destillationsprodukte von den ersten, die einen feineren Geruch besitzen, trennt.

Ungemein fallen die amerikanischen Sorten gegen die englischen und deutschen ab. Dort werden im Staate Michigan kolossale Quantitäten