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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Leinöl; Óleum líni

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Flüssige und feste Fette.

braun werdende Färbung ein, wenn das zu untersuchende Oel Leberthran ist oder enthält. Weiter aber wird nichts durch diese, in Folge der Gallenbestandtheile hervorgerufene Färbung konstatirt. Eine andere Probe ist die, dass man 1 Volum des fraglichen Thrans mit 2 Volum Schwefelsäure durchschüttelt und dann gegen ein brennendes Licht hält; die Mischung muss hierbei klar und dunkel weinroth erscheinen (erst allmälig bräunt sie sich). Waren fremde Oele zugegen, so ist die Mischung trübe und missfarbig.

Da der Leberthran zu den trocknenden Fetten gehört, so zeigt die Elaidinprobe (s. d.) etwaige Beimengungen nicht trocknender Oele an. Guter Leberthran darf erst nahe bei 0 ° festes Fett abscheiden; im Uebrigen giebt auch hier Geruch und Geschmack das beste Kriterium ab.

Anwendung. Die besseren Sorten des Leberthrans dienen in der Medizin zum innerlichen und äusserlichen Gebrauch. Innerlich namentlich gegen alle skrophulösen Krankheiten, dann auch zur allgemeinen Kräftigung schwächlicher Kinder und älterer Personen. Aeusserlich wird er, namentlich in der Thierarzneikunde, bei Hautkrankeiten angewandt. Die ordinären Sorten werden in der Gerberei und zum Fetten von Lederzeug in grosser Menge gebraucht.

Unter dem Namen "Eisenleberthran" kommen verschiedene eisenhaltige Mischungen in den Handel, die aber fast alle nicht haltbar sind, da sie in kurzer Zeit, selbst bei ganz vorsichtiger Aufbewahrung, ranzig werden.

Die Gesammtproduktion Norwegens auf den Lofoden und in Finmarken an Dampfthran betrug

1888 26300 Hektoliter

1889 22600 "

Lipanin. Da man vielfach annimmt, dass die leichte Verdaulichkeit des Leberthrans anderen Fetten gegenüber auf einem verhältnissmäßig hohen Gehalt an freien Fettsäuren beruht, hat man vorgeschlagen dem Olivenöl 4-6 % reine Oelsäure zuzufügen und diese Mischung, welche Lipanin genannt wurde, als Ersatz des Leberthrans zu verwenden. Die Mischung soll gut von Geschmack und ebenso leicht verdaulich sein, scheint sich aber doch nicht einzubürgern.

Óleum líni.

Leinöl.

Es ist das durch kalte oder warme Pressung, seltener durch Extraktion gewonnene Oel des Leinsamens (s. d.). Kalte Pressung liefert ein weit helleres, milderes Oel, doch nur eine Ausbeute von 20-22%, während warme Pressung, 25-27 % eines dunkleren, strenger riechenden Oeles giebt. Die Extraktionsmethode, welche gerade beim Leinöl sehr angezeigt wäre, da sie ein schleimfreies Produkt liefern würde, soll 30 bis 33% ergeben, wird aber wenig angewandt. Die gepulverten Press-^[folgende Seite]