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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Óleum rapae; Óleum rícini; Ricinusöl; Rüböl

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Flüssige und feste Fette.

Zusatz nicht trocknender Oele lässt sich auch durch die Elaidinprobe leicht erkennen; das Mohnöl bleibt dabei dünnflüssig, setzt höchstens einige kleine Körnchen ab.

Óleum rapae.

Rüböl, Rapsöl.

Brássica rapa. Cruciférae. Kultivirt.

Das Oel des Winter- und Sommerrapses. Früher, vor der allgemeinen Benutzung des Petroleums, als Brennmaterial ungemein wichtig; heute für diesen Zweck fast verdrängt. Je nach Art der Pressung gelb bis bräunlich, von schwachem Geruch und mildem Geschmack; daher in vielen Gegenden von den ärmeren Volksklassen als Speiseöl benutzt. Es gehört zu den nicht trocknenden Oelen, ist ziemlich dickflüssig und hat ein spez. Gewicht von ca. 0, 914-0, 916. Es erstarrt bei -6 bis -8°. Das durch Schwefelsäure gereinigte (raffinirte) Oel ist blassgelb, weit dünnflüssiger, aber von unangenehmem Geruch.

Anwendung. Das raffinirte Oel dient nur zu Brennzwecken, das nicht raffinirte kann, ausser zu Speisezwecken, vielfach dort angewandt werden, wo es auf ein billiges, nicht trocknendes Oel ankommt.

Óleum rícini. Ól. palmae Christi.

Ricinusöl, Castoröl.

Rícinus commúnis. Enphorbiacéae.

Ostindien, jetzt in den meisten warmen Ländern kultivirt. Der Ricinussamen, früher als Semen cataputiae majóris offizinell, hat eine gedrungene Bohnengestalt, eine glänzende, graue, braunschwarz gesprenkelte Samenhülle und einen weissen öligen Kern. Das Oel wird entweder durch kalte oder durch warme Pressung der enthülsten Samen, oder durch Auskochen der zerquetschten Samen gewonnen. Diese letztere Methode war namentlich in Ost- und Westindien gebräuchlich, während Italien und Südfrankreich, welche die besten Sorten liefern, allgemein das Auspressen der enthülsten Samen vorziehen. Die kalte Pressung liefert nur eine schwache Ausbeute, aber ein fast farbloses, klares und sehr mildes Oel. Nach der kalten Pressung wird noch eine zweite, warme vorgenommen, welche eine weit grössere Ausbeute, aber ein dunkler gefärbtes Oel liefert. Um dieses möglichst zu entfärben und von dem ihm anhaftenden scharfen Geschmack zu befreien, wird es längere Zeit mit der gleichen Menge Wasser gekocht. Man lässt es nun absetzen und filtrirt; hierdurch wird es bedeutend heller und milder von Geschmack. Ricinusöl bildet gleichsam das Zwischenglied zwischen den trocknenden und nicht trocknenden Oelen. In ganz dünnen Schichten erhärtet es fast vollständig. Es ist fast farblos, höchstens gelblich (die dunkleren Sorten dürfen, wenigstens medizinisch, nicht angewandt werden), zähflüssig, dicker als irgend ein anderes Oel, fast geruchlos, von anfangs mildem, hinterher