Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Áloe

335

Eingedickte Pflanzensäfte und Pflanzenauszüge.

fach Amboina-, Malabar- oder indisches Kino genannt. Sie soll der freiwillig ausfliessende, eingetrocknete Saft des Baumes sein; wahrscheinlicher aber ist es, dass das Kino vielfach durch Abkochung des Holzes und nachheriges Eindicken gewonnen wird. Es bildet kleine, schwarze, glänzende, splittrige Bruchstücke, welche bei durchfallendem Lichte an den dünnen Rändern rubinroth erscheinen. Geruch schwach; Geschmack anfangs süsslich, nachher stark adstringirend. In kaltem Wasser etwa zur Hälfte, in heissem Wasser fast ganz, ebenso in Alkohol (mit dunkelrother Farbe) löslich.

Bestandtheile. Kinogerbsäure (färbt Eisenoxydsalze dunkelgrün); rother Farbstoff; Pectin etc. Der Gehalt an Pectin ist die Ursache des Gelatinirens der Tinctura Kino.

Anwendung. Nur selten als adstringirender Zusatz zu Zahnpulvern und Zahntinkturen; technisch findet es trotz seines hohen Gerbsäuregehaltes keine Verwendung, da die Kinogerbsäure, gleich der Catechugerbsäure, nicht zur Gerberei verwendbar ist.

Ausser diesem echten Kino kommen noch eine ganze Reihe anderer Sorten in den Handel, ohne irgend grössere Bedeutung zu haben. Wir nennen hier afrikanisches Kino, stammt von Mimosenarten; Bengal- oder Butea-Kino, von Butea frondosa; ferner australisches oder Botany-Bay-Kino, von Eucalyptusarten und schliesslich das westindische Kino.

Áloe.

Áloe Sokotrína, Á. Africána, Á. ferox u. a. m. Asphodeléae

Afrika, Westindien.

Die Aloe ist der an der Sonne oder durch Feuer eingedickte Saft der fleischigen Blätter zahlreicher Aloearten, von welchen die oben angeführten die wichtigsten sind. Der Saft wird meist durch Auspressen, seltener durch Auskochen gewonnen. Man unterscheidet 2 Gruppen: die klare oder glänzende, Aloe lucida, welche die bei uns in Deutschland gebräuchlichen Sorten in sich schliesst, und die undurchsichtige Aloe, wegen ihrer Farbe Leberaloe, Aloe hepatica genannt, welche namentlich in England gebräuchlich ist. Die Leberaloesorten enthalten den Hauptbestandtheil, das Aloin, krystallinisch, während es in den glänzenden amorph auftritt. Zu letzteren gehören vor Allem die Aloe Sokotrina, so genannt nach der Insel Sokotra im Golf von Aden. In Wirklichkeit liefert diese Insel jetzt so gut wie gar keine Aloe mehr, sondern fast alle Waare, welche unter diesem Namen in den Handel kommt, stammt von den zanzibarischen Küsten. Sie ist aussen braunschwarz, matt bräunlich bestäubt, der Bruch muschelig, stark glänzend, in dünnen Schichten rubinroth durchscheinend. Sie ist noch immer die geschätzteste Sorte, kommt aber weit seltener in den Handel, als die Aloe Capensis, welche vom Kap der guten Hoffnung, der Tafel- und Algoa-Bay zu uns kommt. Die