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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Ópium

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Eingedickte Pflanzensäfte und Pflanzenauszüge.

Anwendung findet der Lakritzen fast nur zu medizinischen Zwecken als treffliches, Hustenreiz linderndes Mittel. Bei den Apothekern heisst die eben besprochene Handelswaare Succus liquiritiae crudus, sie wird für die Rezeptur, und zum Theil auch für den Handverkauf, von den unlöslichen Bestandtheilen befreit. Die so gereinigten Präparate heissen, wenn zur Trockne gebracht, Succus liquiritiae depuratus oder, wenn nur bis zur Extraktkonsistenz abgedampft, Extractum liquiritiae.

Um das lästige Filtriren bei der Reinigung zu vermeiden, wendet man eine sehr praktische Methode an. In ein oben offenes, unten mit einem Hahn versehenes Fass schichtet man auf den Boden eine Lage glattes, reines Stroh; auf dieses werden die Lakritzenstangen nebeneinander gelegt, darauf die zweite Schicht Stroh, wiederum Lakritzen u. s. w. Nun wird so viel kaltes Wasser aufgegossen, dass Alles bedeckt ist und das Fass der Ruhe überlassen. Nach 24 Stunden zapft man die Lösung, welche vollständig klar ist, ab und wiederholt das Ausziehen mit frischem Wasser, wenn nöthig, noch zum 3. Mal. Hierbei ist nur die Vorsicht zu beachten, dass man das Wasser beim Nachgiessen vorsichtig am Rande des Fasses hinablaufen lässt, damit der unlösliche Schlamm nicht aufgerührt wird. Die vereinigten Lösungen werden nun vorsichtig unter stetem Rühren bis zur gewünschten Konsistenz eingedampft. Der gereinigte Lakritzen wird meist in dünne Stengelchen geformt, was früher durch Ausrollen mit der Hand geschah; heute, wo die Darstellung gewöhnlich fabrikmäßig betrieben wird, presst man die noch warme, teigförmige Masse durch Büchsen mit durchlöchertem Boden. Auf diese Weise erhält man zu gleicher Zeit eine ganze Anzahl gleichmäßig dicker Stengelchen. Um ihnen grösseren Glanz zu geben, werden sie nach dem Erkalten mit Alkohol bestrichen und dann getrocknet. Zuweilen setzt man dem Lakritzen noch weitere Arzneistoffe, wie Anisöl oder Chlorammonium zu. Letztere Art wird unter dem Namen Succus liquiritiae cum ammonio, durch Auswalzen in dünne Platten und nachheriges Zerschneiden, in Tablettenform gebracht. Die Mischung mit Anisöl wird gewöhnlich Cachou pectorale genannt.

Ópium (Laudánum, Mecónium). **+

Opium.

Papáver somníferum. Papaveracéae. Orient, auch kultivirt.

Opium ist der, nach der Verwundung halbreifer Mohnköpfe ausfliessende, an der Luft eingetrocknete Milchsaft derselben. Zur Gewinnung des Opiums wird die Mohnpflanze in der Türkei, Persien, Aegypten und Ostindien in kolossalen Massen kultivirt, bei uns nur zur Gewinnung des Mohnsamens resp. zur Oelbereitung. Hier und da hat man auch in Europa Versuche mit der Opiumgewinnung angestellt, namentlich in Südfrankreich und England. Die erhaltenen Produkte sind sehr gut ausgefallen; doch