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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Luffa-Schwämme; Schwammkohle; Spongia cerata; Spongia compressa; Spóngia tosta

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Spongiae. Meerschwämme.

Früher wurden aus den Sch. noch verschiedene andere Präparate bereitet, welche jetzt nur noch selten Verwendung finden.

Hierher gehören:

Spongia cerata, Wachsschwamm. Feinporige, gereinigte Sch. werden in geschmolzenes Wachs eingetaucht und der Ueberschuss desselben durch Pressen zwischen erwärmten Platten entfernt. Nach dem Erkalten nimmt man die flachgedrückten Stücke heraus und befreit sie von etwa noch anhaftendem Wachs. Sie werden in Wunden, zur Erweiterung derselben, eingelegt.

Spongia compressa, Pressschwamm. Man formt angefeuchtete, fingerlange und ca. 3 cm breite Stücke gereinigter Schwämme mittelst kräftiger Umschnürung mit Bindfaden in Stengel von der Dicke einer Bleifeder. In dieser Umhüllung werden sie getrocknet und aufbewahrt. Sie dienen, nach Entfernung der Schnur, zur Erweiterung von Wundkanälen.

Spóngia tosta oder Sp. usta oder Carpo spóngiae.

Schwammkohle.

Der Schwamm besteht in seiner ganzen Masse aus einer eigenthümlichen, eiweissähnlichen, jodhaltigen Substanz, die ausser den Kalksalzen auch alle übrigen, im Meerwasser vorkommenden Chlor- und Bromverbindungen des Natriums und Magnesiums enthält. Alle diese Verbindungen bleiben in der Kohle zurück, welche neben 30-40 % reiner Kohle ca. 2 % Natriumjodid, ca. 25 % Kalkcarbonat etc. etc. enthält. Man bereitet sie durch schwaches Rösten der gereinigten Schwammabfälle, am besten in einer Kaffeetrommel, bis sie sich leicht zu einem braunschwarzen Pulver zerreiben lassen. Diese Kohle kommt als Kropfschwamm in den Handel und galt früher als ein Spezifikum gegen Kropf und Skropheln.

Luffa-Schwämme.

Die unter diesem Namen oder als Luffaschwamm in den Handel kommende Waare hat mit den wirklichen Schwämmen nichts weiter gemein, als dass sie zu denselben Zwecken benutzt wird. Man verwendet sie allerdings weniger als Waschschwamm, sondern wegen ihrer grösseren Härte mehr zum Frottiren. Sie bestehen aus dem Fasergewebe der gurkenartigen Früchte verschiedener Luffa- oder Momordica-Arten, namentlich von Luffa Aegyptiaca (nach Anderen Momordica Luffa) aus Aegypten und Luffa Petola von China, Japan und Cochinchina. Das Fruchtfleisch wird durch Klopfen und Auswaschen von den Fasern entfernt, und diese bilden dann nach dem Trocknen ein dichtes, gelbgraues Gewebe von der ursprünglichen Form der Früchte.