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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Blatta Orientális; Canthárides; Schaben; Spanische Fliegen; Thiere, Thiertheile und Thiersekrete

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Thiere, Thiertheile und Thiersekrete.

Gruppe XXII.

Thiere, Thiertheile und Thiersekrete.

Die Gruppe dieser Drogen wird allmälig immer kleiner, während in früheren Jahrhunderten eine ganze Reihe verschiedener Stoffe, oft der ekelhaftesten Art, aus dem Thierreich benutzt wurden. Wir erinnern nur an den kalkigen Hundekoth, der als Graecum album Verwendung fand ferner an Fuchslungen, Wolfslungen, Kellerasseln, Kröten, Vipern, Skorpione und dergleichen mehr. Sie alle bildeten sehr geschätzte Volksarzneimittel, die in früheren Jahrhunderten auch von den Aerzten nicht verschmäht wurden. Noch heute spielen sie zum Theil im Arzneischatz der Landleute eine gewisse Rolle, selten aber mögen sie wirklich noch in Drogenhandlungen zu finden sein.

Blatta Orientális. **

Schaben, Russen, Kakerlaken.

Dieses zur Familie der Gradflügler gehörige Insekt, als eine der lästigsten Hausplagen Jedermann bekannt, ist neuerdings als Mittel gegen die Wassersucht wieder in Aufnahme gekommen. Es soll hierzu die grosse, schwarzbraune Art verwandt werden. Die Thiere werden getrocknet und in gut verschlossenen Glasflaschen aufbewahrt. Sie sollen einen krystallinischen Stoff, den man Antihydropin genannt hat, enthalten. Man verwendet sie theils als Pulver, theils als Tinktur.

Canthárides. **+

Spanische Fliegen.

Lytta vesicatória. Meloidéae.

Südeuropa.

Der genannte Käfer aus der Familie der Meloideen, welche sich dadurch von andern Käferfamilien unterscheidet, dass die lederartigen Flügeldecken den Hinterleib nur zum Theil bedecken, ist im südlichen Europa, namentlich in Südrussland, Ungarn und Italien heimisch; jedoch kommt er in einzelnen Jahren oft in grossen Schwärmen auch nach Süd-, seltener nach Norddeutschland. Er wird vom Mai bis Juni gleich nach Sonnenaufgang, weil er durch die Nachtkälte leicht erstarrt, durch Schütteln von den Bäumen gesammelt, und zwar sind es hauptsächlich Eschen, Hollunder, Gaisblatt, Rainweiden, auf die er sich zu seiner Nahrung niederlässt und die er oft dicht bedeckt. Die halb erstarrten Käfer werden nach dem Einsammeln in weithalsige Flaschen gethan, mittelst einer kleinen Quantität Aether oder

^[Abb:Fig. 177. Lytta vesicatoria. e Eier derselben, natürliche Gr.]