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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Colla píscium; Hausenblase; Meerstinz; Stincus marínus; Thiertheile

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Thiere, Thiertheile und Thiersekrete.

Hundswuth. Sie enthalten einen scharfen, dem Cantharidin ähnlichen Stoff, dürfen daher nur in kleineren Dosen gegeben werden.

Stincus marínus.

Meerstinz (Stenzmarin).

Stincus officinális. Amphibiae.

Aegypten.

Das eidechsenartige Thier lebt in den Wüsten Aegyptens und Arabiens, wird 10-20 cm lang, ist bräunlichgelb, mit weisslichen und braunen Flecken gezeichnet. Der kurze, kegelförmige Kopf ist mit Schildern, der Leib mit Schuppen bedeckt; die 4 Füsse sind fünfzehig. Das Thier wird ausgenommen, dann getrocknet und in Lavendelblüthe aufbewahrt. In vielen Gegenden als Aphrodisiacum bei den Thieren gebräuchlich, obgleich man keine Bestandtheile kennt, welche irgendwie in dieser Beziehung wirken könnten.

Thiertheile.

Colla píscium oder Ichtyocólla.

Hausenblase.

Die Waare stammt durchaus nicht, wie der Name sagt, nur vom Hausen, sondern von einer ganzen Reihe von Fischen aus der Gattung Accipenser. Die hauptsächlichsten sind Accipenser sturio, der Stör; A. huso, der Hausen; A. Güldenstaedtii, der Osseter; A. ruthenus, der Sterlett; doch kommen bei den geringen Sorten auch die Blasen von Silurus (Welsarten) zur Verwendung. Die Hausenblase ist die gereinigte und getrocknete Schwimmblase oben genannter Fische, und ist es vor Allem Russland, welches die Hauptmenge und die besten Sorten davon liefert. Die Fische steigen zur Laichzeit in den grossen Strömen des schwarzen und des kaspischen Meeres, namentlich im Don, Dniepr, in der Wolga auf und werden dann im Innern Russlands gefangen; auch einige südsibirische Ströme liefern bedeutende Quantitäten. Die Schwimmblasen werden zuerst aufgeschnitten, gereinigt, mittelst Nägel auf Bretter ausgespannt, von der äusseren silberglänzenden Schicht befreit und dann an der Sonne getrocknet. Diese Methode liefert die Hausenblase in Blättern; die früher beliebte Lyraform wurde durch Zusammenrollen der halbtrockenen Blasen hergestellt; durch Uebereinanderlegen und Walzen erhielt man die sog. Buchform. Neuerdings kommt die H. auch vielfach durch Maschinen in feine Fäden geschnitten in den Handel. Die Blasen der im Winter gefangenen Fische sollen im Schnee vergraben und erst nach dem Aufthauen desselben verarbeitet werden; die Waare wird dadurch weisser und besser von Aussehen. Leider wird die Hausenblase vielfach auch durch schweflige Säure gebleicht, wodurch sie an Klebkraft verliert. Die Lösung einer so gebleichten Hausenblase zeigt mit Baryt eine deutliche Schwefelsäure-Reaktion. Die russische Hausenblase kommt über Nischni-Nowgorod und St. Petersburg in den Handel. Die gangbarsten Sorten sind Saliansky,