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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Stickstoff; Wasserstoff

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Abriss der allgemeinen Chemie.

loses Gas. Spez. Gew. 1,105. Nicht brennbar, aber brennbare Körper verbrennen in demselben unter Bildung von Oxyden mit lebhafterem Glanze und viel grösserer Wärmeentwickelung als in der Luft. Durch Einblasen von Luft wird die Verbrennung gesteigert (Gebläse, Lötrohr). Bei sehr niedriger Temperatur und sehr hohem Druck verwandelt sich Sauerstoff in eine Flüssigkeit, welche, in eisernen Flaschen versendet, einen Handelsartikel bildet.

Eine besondere Art (Modifikation) des Sauerstoffs ist das Ozon oder der aktive Sauerstoff. Bildet sich bei elektrischen Entladungen, beim Liegen feuchten Phosphors an der Luft, bei der Oxydation von Terpenen (Nadelwälder), beim Verdunsten von Salzlösungen (Meeresküste, Gradirwerke) etc. Riecht eigenthümlich (Phosphorgeruch). Ist ein sehr energisches Oxydationsmittel.

Wasserstoff (Hydrogenium = Wassererzeuger). Findet sich besonders in Verbindung mit Sauerstoff als Wasser (11, 1% H) und ist ein wesentlicher Bestandtheil aller Thier- und Pflanzenstoffe. Darstellung: Uebergiessen von Zink oder Eisen mit Schwefel- oder Salzsäure: Zn + H2SO4^[H_{2}SO_{4}] = ZnSO4^[ZnSO_{4}] + H2^[H_{2}]. Ist farb- und geruchlos, unter allen Gasen das leichteste, 14 mal leichter als Luft, spez. Gew. 0,0692. Giebt beim Verbrennen Wasser: H2^[H_{2}] + O = H2O^[H_{2}O]. Gemischt mit Luft oder Sauerstoff bildet er das höchst gefährliche explosive Knallgas. Verbindungen: Siehe Aqua destillata und Hydrogenium hyperoxydatum.

Stickstoff (Nitrogenium = Salpetererzeuger). Findet sich in freiem Zustände in der atmosphärischen Luft (79 % N), ferner als wesentlicher Bestandtheil vieler Thier- und Pflanzenstoffe und einiger mineralischer Stoffe, welche aus diesen stammen, wie Steinkohlen, Salpeter. Wird dargestellt, indem man unter einer mit Wasser abgesperrten Glocke der Luft den Sauerstoff durch Verbrennen von Phosphor entzieht, so dass Stickstoff übrig bleibt. Ist farb-, geruch- und geschmacklos, ungiftig, nicht brennbar, in reinem Zustände die Flamme erstickend. Spez. Gew. 0,972. Verbindet sich mit Sauerstoff in 5 Verhältnissen:

^[Liste]

Stickstoffoxydul N2O^[N_{2}O]

Stickstoffoxyd N2O2^[N_{2}O_{2}] = NO

Salpetrigsäureanhydrid N2O3^[N_{2}O_{3}] + H2O^[H_{2}O] = 2 (NO2H)^[(NO_{2}H] Salpetrige Säure

Stickstoffdioxyd N2O4^[N_{2}O_{4}] = NO2^[NO_{2}]

Salpetersäureanhydrid N2O5^[N_{2}O_{5}] + H2O^[H_{2}O] = 2 (NO3H)^[(NO_{3}H] Salpetersäure.

N2O^[N_{2}O], ein farbloses Gas, entsteht durch Erhitzen von salpeters. Ammoniak, wirkt eingeathmet berauschend (Lust- oder Lachgas) und macht unempfindlich gegen Schmerzen. - NO, ein farbloses Gas, wird erhalten, wenn man Kupfer mit Salpetersäure übergiesst, geht an der Luft durch Weiteroxydation sofort über in rothe Dämpfe von NO2, spielt eine wichtige Rolle bei der Schwefelsäurefabrikation. - NO2H^[NO_{2}H], salpetrige Säure, ist besonders in Verbindungen bekannt. Beim Schmelzen von salpeters.