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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Abriss der allgemeinen Chemie.

Alizarin, der Farbstoff der Krappwurzel. Methylalizarin ist als Chrysophansäure in der Rhabarberwurzel und in den Sennesblättern enthalten.

Die ätherischen Oele und Harze enthalten fast alle flüssige Kohlenwasserstoffe, deren chemische Zusammensetzung der Formel C10H16^[C_{10}H_{16}] entspricht. Dieselben verhalten sich chemisch ausserordentlich ähnlich, zeigen aber charakteristische physikalische Unterschiede, namentlich in ihrem Verhalten gegen das polarisirte Licht, indem sie theils inaktiv sind, theils den Strahl nach rechts oder links ablenken. Sie werden als Terpene bezeichnet. Alle lassen sich durch wiederholte Destillation mit konz. Schwefelsäure in das optisch unwirksame Tereben (s. Terebenum) überführen.

Beim Stehen von Terpentinöl mit Wasser bildet sich Terpinhydrat C10H16^[C_{10}H_{16}] + 3 H2O^[H_{2}O] (s. dieses). Durch Destillation von Terpinhydrat mit verdünnter Schwefelsäure bildet sich Terpinol C20H34O^[C_{20}H_{34}O].

Eine Anzahl natürlich vorkommender Pflanzenstoffe zerfällt beim Erhitzen mit verdünnten Alkalien oder Säuren in Glycosen (meist Traubenzucker) und gewisse andere Substanzen; man nennt sie Glycoside. Die wichtigsten derselben sind:

Amygdalin C20H27NO11^[C_{20}H_{27}NO_{11}], enthalten in den Samen des Steinobstes (bes. der bitteren Mandeln) und den Blättern des Kirschlorbeers. Man gewinnt es durch Ausziehen der entölten bitteren Mandeln mit Alkohol und Fällen des Extraktes durch Aether als ein weisses Krystallpulver, das durch Säuren, Alkalien oder Fermente gespalten wird in Traubenzucker, Benzaldehyd (s. Oleum amygdálarum amarárum) und Blausäure:

C20H27NO11^[C_{20}H_{27}NO_{11}] + 2 H2O^[H_{2}O] = 2 C6H12O6^[C_{6}H_{12}O_{6}] + C6H5COH^[C_{6}H_{5}COH] + HCN.

Amygdalin Traubenzucker Benzaldehyd Blausäure.

Arbutin C12H16O7^[C_{12}H_{16}O_{7}], findet sich in den Blättern der Bärentraube und kann in Zucker und Hydrochinon gespalten werden.

Digitalin. Zusammensetzung nicht genau bekannt. Findet sich in Folia digitalis.

Glycyrrhizin, in der Süssholzwurzel enthalten.

Salicin, findet sich in der Rinde von Weiden- und Pappelarten.

Diesen Pflanzenstoffen schliessen sich an eine Reihe von Körpern (namentlich Bitterstoffe), deren chemische Zusammensetzung noch wenig bekannt ist.

Aloin, aus den Aloearten zu gewinnen.

Pikrotoxin, in den Kokkelskörnern enthalten.

Santonin (s. Santoninum).

Cantharidin (s. Canthárides).