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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Aqua mineralis

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Chemikalien unorganischen Ursprungs.

wirken. Es muss übrigens bemerkt werden, dass die auf gewöhnliche Weise bei der Destillation verdichteten Wasserdämpfe fast niemals absolut chemisch rein sind. Sie enthalten meist Spuren von Ammon, Kohlensäure, hier und da auch Chlorwasserstoffsäure, doch gewöhnlich in so geringer Menge, dass sie für die meisten Anwendungen unschädlich sind. Die gänzliche Beseitigung derselben ist nur durch besondere Vorsichtsmaßregeln und chemische Zusätze zu dem zu destillirenden Wasser zu ermöglichen. Weit unangenehmer als diese kleinen Verunreinigungen ist, namentlich für die Mineralwasserfabrikation, der sog. Blasengeruch, von welchem es nur schwer zu befreien ist; Filtration durch Kohle lässt dies noch am besten erreichen.

Reines destillirtes Wasser soll farb- und geruchlos sein, muss ohne jeden Rückstand verdunsten und darf weder durch Quecksilberchlorid, noch durch Silbernitrat, noch beim Vermischen mit dem doppelten Vol. Kalkwasser eine Trübung erleiden. Der Geschmack ist stets fade, selbst wenn es frei von jedem Blasengeruch ist, weil ihm die Kohlensäure fehlt, die dem Brunnen- und Quellwasser den frischen Geschmack verleiht.

Aquae destillatae im weiteren Sinne sind alle die zahlreichen, rein pharmazeutischen Präparate, welche durch Destillation von Pflanzentheilen, die flüchtige Stoffe enthalten, mit Wasser hergestellt werden. Sie sollen den charakteristischen Geruch und Geschmack der flüchtigen Stoffe derjenigen Körper haben, aus welchen sie bereitet sind.

Für den Drogisten haben diese wenig oder kein Interesse, da sie nur in seltenen Fällen (Aqua rosarum, Aqua flor. aurant.) wirkliche Handelsartikel bilden, sondern immer in den Laboratorien der Apotheker selbst bereitet werden.

Aqua mineralis. Mineralwasser.

Unter diesem Sammelnamen werden alle die Quellwasser verstanden, welche vermöge der in ihnen enthaltenen mineralischen Bestandtheile, sowie vielfach auch durch die in ihnen aufgelösten Gase eine heilkräftige Wirkung auf krankhafte Erscheinungen des menschlichen Organismus ausüben können. Die Art ihrer Bestandtheile und die Menge derselben ist eine sehr verschiedene; je nach der Natur der wichtigsten in ihnen enthaltenen Bestandtheile werden sie vielfach in besondere Gruppen eingetheilt. Man unterscheidet Säuerlinge, d. h. Quellen, bei welchen das Wasser durch reichlich in ihm aufgelöste Kohlensäure einen besonders erfrischenden, prickelnden, etwas säuerlichen Geschmack besitzt. Hierher gehören vor Allem die verschiedenen, als Luxus- oder Tafelgetränke benutzten Quellen, wie Selters, Gerolsteiner, Harzer Saurbrunnen u. a. m. Eisensäuerlinge sind solche, in welchen durch reichliche Kohlensäure-Eisencarbonate in Lösung gehalten werden. Hierher gehören z. B. Pyr-^[folgende Seite]