Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Chlorantimon; Stíbium chlorátum

451

Chemikalien unorganischen Ursprungs.

und Rosenau gelten als die reinsten. Japan lieferte eine Zeit lang grosse Mengen von Schwefelantimon, doch sollen die Lager jetzt erschöpft sein. Anwendung findet das Antimonmetall zur Darstellung der verschiedenen Antimonpräparate und verschiedener Legirungen: Britanniametall, Letternmetall.

Von den Verbindungen des Antimons mit Sauerstoff kommt für uns nur das Antimonoxyd, Sb2O3^[Sb_{2}O_{3}], zuweilen auch antimonige Säure genannt, in Betracht, jedoch nicht für sich, sondern in seinen Verbindungen (siehe Tartarus stibiatus).

Von den Verbindungen des Antimons mit Chlor nur das Antimonchlorid, SbCl5^[SbCl_{5}].

Von den Verbindungen des Antimons mit Schwefel dagegen sowohl Sb2S3^[Sb_{2}S_{3}], wie Sb2S5^[Sb_{2}S_{5}].

Stíbium chlorátum, Butýrum antimónii. +

Chlorantimon, Antimontrichlorid, Antimonbutter.

Sb2Cl3^[Sb_{2}Cl_{3}].

Kommt in doppelter Form vor, entweder als festes, d. h. butterartiges Präparat von weisslicher oder schwach gelblicher Farbe, oder in Lösung als Liquor stibii chlorati; beide Präparate sind sehr ätzend und giftig. Das butterartige krystallinische Präparat raucht an der Luft, zerfliesst alsbald, weil es mit Begierde Feuchtigkeit aufsaugt, löst sich mit Leichtigkeit auch in Weingeist; mit viel Wasser vermengt zersetzt sich die Lösung zum Theil und es fällt ein weisses Pulver aus, welches je nach der Menge des angewandten Wassers verschieden zusammengesetzt ist. Es ist eine Doppelverbindung von Antimonoxyd und Antimontrichlorid, welche früher unter dem Namen Pulvis Algaróthii medizinische Verwendung fand. Der Schmelzpunkt des Antimontrichlorids liegt bei 73°, der Siedepunkt bei 225°. Es ist vollständig flüchtig.

Wird bereitet durch Auflösen von Schwefelantimon in Salzsäure unter Vermeidung eines Ueberschusses der Letzteren. Die Lösung wird, wenn das Präparat krystallinisch dargestellt werden soll, nach dem Klären in eine gläserne Retorte gebracht und der Destillation unterworfen. Man beobachtet das übergehende Produkt, indem man von Zeit zu Zeit einen Tropfen des Destillates auf eine kalte Porzellanplatte fallen lässt. Erstarrt dieser, so wird eine neue Vorlage vorgelegt, während das zuerst Uebergegangene, welches alles im Schwefelantimon etwa vorhanden gewesene Arsen als Chlorarsen enthält, fortgegossen wird.

Anwendung. Die Antimonbutter findet als eines der schärfsten Aetzmittel zuweilen medizinische Anwendung bei brandigen und krebsartigen Geschwüren, namentlich in der Veterinärpraxis. Technisch dient sie zum sog. Bruniren des Stahls, sowie zur Darstellung des Antimonoxyds.

Ist mit grosser Vorsicht zu behandeln!