Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

490

Chemikalien unorganischen Ursprungs.

Soda schon als sehr rein gilt, kommt hierbei Soda von 98 Grad in den Handel.

Das bei der Umsetzung entstandene Chlorammon wird wieder mit dem bei der Kohlensäurebereitung gewonnenen Aetzkalk auf Ammoniak verarbeitet, so dass also ein vollständiger Kreislauf stattfindet, um so mehr da auch die beim Erhitzen des Bicarbonats gewonnene Kohlensäure wiederum zum Sättigen neuer Mengen benutzt werden kann. Das einzige Abfallprodukt bei der ganzen Fabrikation ist das bei der Ammoniakbereitung restirende Chlorcalcium.

Ausser nach diesen beiden Methoden wird noch hier und da Soda durch die Verarbeitung des Kryolith und des Bauxit, zweier natürlich vorkommender, natronhaltiger Mineralien, sowie als Nebenprodukt bei einigen anderen chemischen Operationen gewonnen; doch sind die hierbei erzeugten Mengen gering im Verhältniss zu den beiden oben genannten Methoden. Die Hauptproduktionsländer für Soda sind vor Allem England, Frankreich, Belgien, Deutschland. Versandt wird die Soda in Fässern von 400-450 kg, die am besten im Keller oder an nicht zu trockenen Orten aufbewahrt werden müssen.

Wie sehr die Sodafabrikation seit der Einführung der Solway'schen Methode in Deutschland zugenommen hat, mögen uns die folgenden Zahlen zeigen. Nach Gehe's Handelsbericht wurde kalzinirte Soda in Deutschland

eingeführt: ausgeführt:

1878: 160545 metr. Ctr., 18195 metr. Ctr.

1879: 183518 " " 16031 "

1880: 83783 " " 23168 "

1881: 90930 " " 27836 "

1882: 87859 " " 31837 "

1883: 54722 " " 44864 "

1884: 37645 " " 110823 "

1885: 20233 " " 119813 "

1886: 13220 " " 114848 "

1887: 14391 " " 157039 "

Die Einfuhr von Soda ist also innerhalb 10 Jahren von 160,545 metr. Ctr. auf 14,391 metr. Ctr, gesunken, während gleichzeitig die Ausfuhr von 18,195 metr. Ctr. auf 157,039 metr. Ctr. gestiegen ist, oder mit anderen Worten: Deutschland führt jetzt fast genau so viel Soda aus, als es vor 10 Jahren eingeführt, und empfängt dagegen aus dem Auslande weniger, als es vor 10 Jahren hingeschickt hat.

Diese Verhältnisse haben sich in allerneuester Zeit immer noch mehr zu Deutschlands Gunsten verbessert, und es ist alle Aussicht vorhanden, dass Deutschland England vielleicht gänzlich überflügeln wird, um so mehr als es nur eine Frage der Zeit ist, dass auch die mit der englischen Sodafabrikation so eng verknüpfte Fabrikation von Chlorkalk, die das