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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Chemikalien organischen Ursprungs.

grösste Menge weiter zu Stärkesirup und Stärkezucker verarbeitet wird. Sie kommt in Brocken oder zu Pulver gemahlen als Pudermehl oder Kartoffelmehl in den Handel. Die Kartoffelstärke zeigt unter dem Mikroskop von allen Stärkesorten die grössten Körner, oval oder birnenförmig, mit 1 oder 2 Kernpunkten und deutlichen konzentrischen Schichtungen. Kleister durchscheinend mit grauem Ton. Das Pulver selbst ist ebenfalls nicht so weiss als das der Weizenstärke. Die Klümpchen sind leichter mit den Fingern zu zerdrücken, als bei der letzteren.

Maisstärke wird hauptsächlich in Nordamerika, vor Allem in und um Cincinnati bereitet, und zwar aus den gequellten und zerquetschten Maiskörnern. Die Stärkekörner sind klein, deutlich eckig, mit querspaltigem, zuweilen auch vertieftem Kernpunkt.

Reisstärke wird in England, Belgien, neuerdings auch in Deutschland bereitet. Die Fabrikation ist insofern eine von den übrigen verschiedene, als sich die Stärke nicht durch einfaches Waschen aus dem gemahlenen oder gequellten Reis gewinnen lässt; man muss hier die Faser- bestandtheile der Reiskörner durch chemische Manipulationen zerstören. Es geschieht dies durch längere Behandlung mit ganz dünner Natronlauge (1-2° Bé. ) und nachheriges anhaltendes Waschen mit reinem Wasser, Schlämmen etc. etc. Die Stärkekörner erscheinen unter dem Mikroskop sehr klein, scharfkantig, vieleckig, häufig noch zu grösseren, kugeligen Körnern zusammenhängend. Reisstärke ist in kaltem Wasser nicht vollständig unlöslich, sondern giebt an dasselbe einen nicht ganz unbedeutenden Theil ab.

Die Stärke zieht, in feuchter Luft aufbewahrt, bedeutende Quantitäten Wasser an. Sie soll, fein zerrieben und längere Zeit auf 60-80° erwärmt, nicht mehr als höchstens 15-20% verlieren. Dies ist etwa das Quantum, welches eine jede Stärke bei gewöhnlicher Temperatur an Wasser zurückhält.

Verwendung findet Stärke, ausser zu Speisezwecken und zur Darstellung des Dextrins und Stärkezuckers, vor Allem zum Appretiren d. h. Steifen von Geweben. Für diesen Zweck haben angestellte Versuche folgende Werthskala festgestellt: 1) Reis- und Weizenstärke, 2) Maisstärke, 3) Kartoffelstärke.

Stärkeglanz. Unter diesem Namen kommen zahllose Präparate in den Handel, deren Zusammensetzung aber stets darauf hinausläuft, dass man zur Erzielung eines grösseren Glanzes und einer grösseren Steifigkeit der Wäsche der Stärke eine variirende Menge von gepulvertem Stearin und meist auch von Borax zugesetzt hat.

Crêmestärke ist nur durch einen Zusatz von Oker gelb gefärbt.

Sago ist weiter nichts als ein durch besondere Manipulationen zusammengeballtes, durch Wärme ein wenig verändertes Stärkemehl. Ursprünglich wurde der Sago nur aus dem Mark verschiedener Sagopalmen, Sagus Rumphii, S. laevis, S. farinifera etc. bereitet. Das Mark dieser