Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

646

Chemikalien organischen Ursprungs.

von 15°, in 25-30 Th. von 100°, in 65 Th. Alkohol von 90%, wenig in Aether, gar nicht in Chloroform. Die Lösung in Wasser ist neutral und schillert nicht blau, diese Erscheinung tritt aber sofort ein, wenn einige Tropfen Schwefelsäure hinzugefügt werden. An der Luft verliert das Chininsulfat allmälig bis zu 11 % von seinem Krystallwasser, bei 120° verliert es dasselbe ganz (16,5 %); bei weiterem Erhitzen verbrennt es zuletzt ohne Rückstand.

Prüfung siehe Deutsches Arzneibuch.

Es hat sich übrigens nach den neuesten Untersuchungen herausgestellt, dass das bisher als rein betrachtete Chininsulfat des Handels bedeutende Mengen, selbst bis zu 20% Cinchonidin enthält.

Anwendung. Das Chinin ist ein völlig unentbehrliches Mittel bei allen fieberartigen Krankheiten, namentlich bei Wechselfiebern, Malarien etc. geworden. Der Aufenthalt in den Tropen, vor Allem in sumpfigen Gegenden, wird für den Europäer durch den Gebrauch des Chinins weit weniger gefährlich, als dies früher der Fall war. Es werden dort weit grössere Dosen genommen und vertragen, als in der gemäßigten Zone. Während bei uns schon 1, 0 eine starke Gabe ist, geht man dort bis 3,0 und 4,0. Ausser gegen Fieber dient das Chinin als eins der wichtigsten nervenstärkenden Mittel bei nervösem Kopfschmerz, Migräne etc.; da es hierbei anhaltender gebraucht wird, so kommen weit kleinere Dosen in Anwendung (0,1-0,2). Das Chinin ruft bei vielen Leuten unangenehme Nebenwirkungen hervor, wie Ohrensausen und Uebelkeiten, doch sollen in solchen Fällen saure Lösungen weit leichter und besser vertragen werden. Das Chininsulfat muss, um Gewichtsverluste zu vermeiden, in gut schliessenden Gefässen aufbewahrt werden.

Ausser den hier aufgeführten Chininsalzen kommen noch eine ganze Reihe anderer in den Handel, so mit Essigsäure, Arseniksäure, Gerbsäure, Salpetersäure, Salicylsäure, doch sind dieselben ohne jede Bedeutung. Für die Prüfung des Chinins auf einen etwaigen Cinchonidingehalt werden im Pharm. Kalender für 1890 die folgenden Methoden empfohlen.

a. Die modifizirte Kerner'sche Probe.

Man lasse das zu untersuchende Chininsulfat an einem warmen Orte (bei 40-50° C.) völlig verwittern, bringe 2 g davon zusammen mit 20 g destillirtem Wasser in ein passendes Probirglas, stelle das Ganze in ein auf 60-65° C. erwärmtes Wasserbad und belasse es bei dieser Temparatur unter öfterem kräftigen Umschütteln während 1/2 Stunde. Dann setze man das Glas in ein Wasserbad von 15° C. und lasse es ebenfalls unter häufigem Schütteln zwei Stunden darin erkalten. Man beachte, dass vor dem darauf folgenden Filtriren das Wasserbad die Temperatur von 15° C. möglichst genau zeige. Von dem Filtrat bringe man 5 ccm in ein Probeglas und füge soviel Salmiakgeist von 0,96 spez. Gew. hinzu, dass das