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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Anemonin; Antipyrin; Antipyrínum; Thallinsulfat; Thallínum sulfúricum

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Chemikalien organischen Ursprungs.

Diese Samen, ungefähr 15-20 mm lang, 4 mm breit, und 1 mm dick, tragen an der fein ausgezogenen Spitze einen fast 9 cm langen Stiel, dessen oberstes Drittel aus einem Haarschopf besteht. Die Haare dieses Pappus sind etwa 6 cm lang, seidenglänzend, zart und brüchig und stehen allerseits sprengwedelartig ab. An der Basis sind die Samen abgerundet, von gelblich weisser Farbe und bedeckt mit einem Filz von weichen, seidenglänzenden, dicht anliegenden Haaren.

Das Strophanthin bildet ein weisses, krystallinisches Pulver, welches bei ca. 185° schmilzt und schliesslich sich ohne Rückstand verflüchtigt. Es ist geruchlos und von intensiv bitterem Geschmack.

Das Strophanthin ist ein sehr heftiges sog. Herzgift, welches in gleicher Weise wie das Digitalin angewandt wird.

Anemonin.

Das wirksame Prinzip der Anemone pulsatilla, stellt farblose, krystallinische Nadeln dar, welche bei 152° schmelzen. Es ist, obgleich es nicht eben zu den starkwirkenden Giften zu zählen ist, als ein Nervengift zu betrachten, das unter Krämpfen und Lähmungserscheinungen tödtet. Es wird bei Keuchhusten, Bronchitis und Asthma angewandt.

Antipyrínum. **

Antipyrin.

C11H12N2O^[C_{11}H_{12}N_{2}O].

(In Frankreich und Amerika Analgesin, Parodyn, Sedatin und Metazin genannt.)

Das Antipyrin wurde 1884 von Knorr entdeckt und wird nach einem sehr komplizirten Verfahren (D. R. P. 26429) dargestellt. Es bildet in der Handelswaare ein feines, weisses, geruchloses Krystallmehl, fast geschmacklos; Schmelzpunkt 113° C. Löslich in 1 Th. Wasser, 1 Th. Alkohol, 1 Th. Chloroform und 50 Th. Aether. Die wässerige Lösung muss farblos sein und sich gegen Lackmuspapier neutral verhalten. Auf Platinblech erhitzt muss das Antipyrin sich völlig verflüchtigen.

Das Antipyrin gilt selbst in grösseren Gaben für das unschädlichste aller Fiebermittel und wird daher in grossen Mengen verbraucht (namentlich bei der letzten Influenza-Epidemie). Ebenso wird es bei Gelenkrheumatismus und Neuralgie angewandt.

Thallínum sulfúricum. **

Thallinsulfat.

(C10H13NO)2H2SO4^[(C_{10}H_{13}N0)_{2}H_{2}S0_{4}].

Das Thallin, mit seinem wissenschaftlichen Namen Tetrahydroparachinanisol wird nach einer patentirten, sehr komplizirten, und daher für den weniger geübten Chemiker schwer verständlichen Methode hergestellt. Es bildet eine wohlausgeprägte ölige Base, die in der Kälte zu gelblichen Krystallen erstarrt, deutlich nach Cumarin riecht und mit Säure gleich dem Ammoniak wohlcharakterisirte Salze bildet. Von diesen letzteren ist