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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Frankfurter Schwarz; Kienruss; Korkschwarz; Pfirsichkernschwarz

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B. Farben für Malerei und Druckerei.

aus seinen organischen Verbindungen abzuscheiden, können wir zwei Wege einschlagen, entweder die Verkohlung unter Luftabschluss im geschlossenen Raum (sog. trockene Destillation), oder die Verbrennung kohlenstoffreicher Materien, wie Fette, Harze etc. bei ungenügendem Luftzutritt. Hierbei scheidet sich ein Theil des Kohlenstoffs in sehr feiner Vertheilung als Russ ab.

Bei der trockenen Destillation wird nicht immer ein Kohlenstoff erhalten, der für die Zwecke der Malerei tauglich ist. Harte Hölzer z. B. liefern eine harte, feste und nicht sehr schwarze Kohle, welche selbst aufs Feinste gemahlen zur Malerei völlig unbrauchbar ist. Je weicher und lockerer das Gewebe der betr. organischen Substanz ist, um so feiner und geeigneter für Malzwecke ist auch die daraus gewonnene Kohle.

Zu den auf diese Weise bereiteten schwarzen Farben gehören z. B. Elfenbein- oder Knochenschwarz, durch Verkohlen von Knochen gewonnen.

Frankfurter Schwarz, Rebenschwarz, Weinkernschwarz, Hefeschwarz, Tresterschwarz, durch Verkohlen von Trestern, Weinhefe und Weinreben.

Korkschwarz, Lederschwarz, durch Verkohlen von Kork oder Leder.

Pfirsichkernschwarz, durch Verkohlung der Pfirsichkerne.

Zu dem bei der unvollständigen Verbrennung abgeschiedenen Kohlenstoff, sog. Russ, gehört vor Allem der

Kienruss, so genannt wegen seiner ursprünglichen Bereitung aus kienigem d. h. harzreichem Fichtenholz. Es wurden hierzu namentlich die Wurzelstöcke verwandt. In neuerer Zeit, wo die Russfabrikation nicht mehr in der rohen Weise der früheren Zeit in Meilern, sondern in eigenen Russfabriken geschieht, verwendet man nicht nur Kienholz, sondern alle möglichen anderen Stoffe, wie Theer, Harz, Abfälle von Fetten, Mineralöle und andere sich dazu eignende Stoffe. Man nimmt die Verbrennung gewöhnlich in Röhren vor, welche an der einen Seite nur eine mäßige Oeffnung für den geringen Luftzutritt haben, an der anderen Seite in einen langen, aus rohen Brettern zusammengefügten Russkanal münden. In diesem lagert der sich bildende Russ ab, und zwar um so feiner und besser, je weiter er von der Feuerstelle entfernt ist. Aller Russ, selbst das feinste Lampenschwarz oder Oelruss, enthält eine gewisse Menge brenzlicher Produkte, die ihn fettig, daher für die Verbindung mit Wasserfarben untauglich machen. Man befreit ihn von diesen Brenzstoffen am einfachsten und billigsten durch leichtes Glühen. Diese Operation wird gewöhnlich in Trommeln aus Eisenblech vorgenommen, welche, um das Verbrennen derselben zu verhüten, mit Lehm beschlagen sind. Um die Brenzprodukte zu zerstören, muss die Hitze bis zur schwachen Rothgluth gesteigert werden; doch darf sie nicht zu weit gehen, sonst wird der Russ