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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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C. Siccative, Firnisse, Lacke.

durch billigere Stoffe, wie z. B. leichtes Kampheröl oder sog. Petroleumterpentin, zu ersetzen sei, ohne dass dadurch die Güte des Siccativs beeinträchtigt würde. Die Frage kann entschieden bejaht werden, das leichte Kampheröl würde sogar dadurch einen Vorzug vor dem Terpentinöl verdienen, dass es den nicht gerade sehr angenehmen Geruch trocknender Oelfarbenanstriche verdeckt. Denn wenn es auch an und für sich einen ziemlich strengen, nicht Jedermann konvenirenden Geruch besitzt, so riecht es doch in der Verdünnung, wie dies beim Anstrich der Fall sein würde, angenehm und aromatisch. Schwieriger liegt die Sache dem Publikum und auch den Malern gegenüber. Diese sind nicht ohne Weiteres davon zu überzeugen, dass die Qualität des Präparates nicht mit dem Geruch zusammenhängt. Sie stossen sich daher leicht an dem gegen die früheren Präparate veränderten Geruch. Liesse sich dies Vorurtheil beseitigen, würde sich das Siccativ pr. 100 kg mindestens um 10-15 Mk. billiger herstellen lassen.

Fassen wir nun die Resultate aller dieser verschiedenen Versuche zusammen, so ergiebt sich als praktische Schlussfolgerung Folgendes:

1. Die Anwendung von Zinksalzen (Zinkvitriol etc.) zur Bereitung von Siccativen und Firnissen ist überflüssig, weil zu wenig wirksam.

2. Eine zu grosse Erhitzung bei Bereitung der Siccative auf gewöhnliche Art ist zu vermeiden, weil dadurch eine zu grosse Schwärzung derselben hervorgerufen wird. Allerdings wird durch starke Erhitzung die trocknende Kraft des Siccativs erhöht, jedoch kann dies, wenn es über einen gewissen Grad hinaus geht, die Güte des Anstriches nur beeinträchtigen. Es ist eine bekannte Thatsache, dass alle diejenigen Anstriche, welche zu rasch, d. h. unter etwa 5-6 Stunden, trocknen, nicht so hart werden als langsamer trocknende. Bei solchen Anstrichen schützt die zu rasch erhärtete Oberfläche die unteren Partieen vor dem völligen Austrocknen.

3. Die Anwendung von Bleipräparaten zur Siccativbereitung lässt sich gänzlich entbehren, da die Mangansiccative kräftiger wirken und nicht die Uebelstände der Bleipräparate haben.

Es ist ja eine bekannte Thatsache, dass alle bleihaltigen Farben durch die Zimmerluft oder überhaupt durch Luft, welche Spuren von Schwefelwasserstoff enthält, sehr bald verändert werden. Sie bräunen sich und werden missfarbig durch entstehendes Schwefelblei. Ebenso verträgt sich das Blei nicht mit den Farben, welche Schwefel in ihrer Zusammensetzung enthalten (Ultramarinblau, -grün, Schwefelcadmium, Zinober u. a.). Mehr und mehr sucht man daher die bleihaltigen Farben durch andere nicht bleihaltige zu ersetzen, und man sollte deshalb strengstens vermeiden, durch das Siccativ Blei in die Farben zu bringen. Vergleichende Versuche, die Verfasser mit Zinkweissanstrichen anstellte, von denen der eine mit reinem Mangansiccativ, der andere mit bleihaltigem Siccativ angefertigt war, ergaben die weit grössere Haltbarkeit des ersteren, selbst