Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

743

C. Siccative, Firnisse, Lacke.

kann. Auf dieses nicht zu grosslöcherige Sieb schüttet man die betreffenden Harze und übergiesst sie mit der nöthigen Menge Weingeist. Hierbei kommt es übrigens gar nicht darauf an, dass das Harz von vornherein gänzlich mit demselben bedeckt sei; es ist nur erforderlich, dass der Weingeist eben über den Siebboden reicht. Nachdem man das Gefäss mit einem Deckel verschlossen hat, stellt man es ruhig bei Seite und wird, je nach der Natur des Harzes, nach 6-12 Stunden den Lack vollständig fertig abziehen können. Dabei hat man noch den Vortheil, dass der Siebboden die im Harz etwa befindlichen groben Unreinigkeiten zurückhält und dass der Lack dadurch weit reiner wird als nach der alten Methode. Für grössere Quantitäten lässt sich jedes Fass mit Leichtigkeit dazu einrichten.

Bei dem zur Verwendung kommenden Schellack ist natürlich die Farbe sehr zu berücksichtigen. Für dunkel gefärbte Lacke kann man gern den ordinären Rubinschellack verwenden; doch löst sich dieser verhältnissmäßig sehr schwer auf. Manche Sorten zeigen sich nach dem Aufquellen in Weingeist oft lederartig zähe und sind dann sehr schwer löslich. Wenn also die Preisdifferenz zwischen dieser und den dünnblättrigen Sorten nicht gar zu gross ist, so möchte immer, selbst bei den dunkleren Lacken, zu den besseren Sorten zu rathen sein.

Vielfach kommt es vor, dass namentlich für Metall- und Strohhutlacke eine lebhafte Färbung des Lacküberzuges gewünscht wird. Hier sind die farbenprächtigen Aniline durchaus am Plätze; doch hüte man sich vor zu grossem Zusatz, 10-15 g auf 1 kg genügen reichlich. Mit Leichtigkeit wird man durch geeignete Farbenmischungen alle nur gewünschten

^[Abb:Fig. 216. Deplazirungsgefäss für Lacke. A Blechgefäss. B Siebboden. C Abflusshahn. D Lufthahn im Deckel.]

^[Abb:Fig. 217. Apparat zum Filtriren von Lacken unter Abschluss von Luft. A Flasche. B Trichter. C Trichterdeckel mit überfassendem Rand. E Verbindungsrohr, welches mittelst des doppelt durchbohrten Korkes und des durchbohrten Deckels die Luft in der Flasche A mit der im Trichter B in Verbindung setzt.]