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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Politur; Wässerige Schellack- und Harzlösungen

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Farben und Farbwaaren.

Nüancen hervorrufen können; bei den Goldlacken, von welchen eine grössere Dauerhaftigkeit verlangt wird, thut man gut, die Aniline durch Gummi gutti oder Drachenblut zu ersetzen.

Bezüglich der Vorschriften für die zahlreichen Lacke verweisen wir auf des Verfassers Drogisten-Praxis II. "Vorschriftenbuch".

Bei allen Spritlacken wendet man Sprit von 90-95° an; bei den schwarz gefärbten ist ein Filtriren oder Absetzenlassen nicht unbedingt erforderlich, doch wird auch bei diesen der Glanz durch die Filtration erhöht. Selbstverständlich werden die Farbstoffe immer erst dem fertigen Lack zugesetzt; nur Gummigutt und Drachenblut, welche selbst harziger Natur sind, machen hiervon eine Ausnahme.

Politur.

Zu den Lacken lassen sich in gewisser Beziehung auch die sog. Polituren rechnen. Sie unterscheiden sich in ihrer Anwendung von den Lacken dadurch, dass sie nicht wie diese aufgestrichen, sondern mit dem Polirballen aufgetragen werden. Es sind einfache Lösungen von Schellack in Weingeist im Verhältniss von 1: 4-1: 6. Sie werden nicht filtrirt, da die Wachstheile des Schellacks beim Poliren von Nutzen sind.

Polituren, wie Spritlacke werden mit dem Alter immer besser.

Wässerige Schellack- und Harzlösungen.

Zuweilen bringt man den Schellack mit oder ohne Zusatz von Harz in wässerige Lösung, indem man ihn unter Zusatz von Pottasche, Soda oder Borax mit Wasser kocht. Es entsteht dadurch eine Art von Harzseife, die man, mit Farben oder Farbstoffen gemengt, als sog. Lederappretur, oder in Verbindung mit Erdfarben als Fussbodenanstrich benutzt. Sie werden mit einem Pinsel oder Schwamm aufgetragen und nachher mit einer Bürste blank gerieben. Sie gleichen mehr oder weniger den bekannten Wachsbohnermassen, sind aber nur von geringer Dauerhaftigkeit.

Hierher gehören auch die schwarzen oder braunen Mattlacke, welche unter den verschiedensten Namen in den Handel gebracht werden. Hier ist das Alkali, durch welche der Schellack in Lösung gebracht wird, Ammoniak.