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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Geschäftliche Praxis.

Zur Darstellung von Quecksilbersalbe gegen Ungeziefer ist zu beachten, dass man zu derselben niemals mehr als 10 % Quecksilber verwendet. Die Beimengung des Quecksilbers geschieht in der Weise, dass man dasselbe in einem Mörser mit etwas dickem Terpentin verreibt, indem man von Zeit zu Zeit ein wenig Aether hinzufügt. Die feine Vertheilung des Quecksilbers wird hierdurch sehr beschleunigt. Sobald die Vertheilung so weit gediehen ist, dass man mit einer mäßig starken Lupe keine Quecksilberkügelchen mehr entdecken kann, wird die übrige Fettmischung allmälig zugerührt. Immer wird der Verkäufer bei Abgabe von Quecksilbersalbe, um sich und seine Kunden vor Schaden zu behüten, gut thun, darauf aufmerksam zu machen, dass die Salbe bei Thieren nur dorthin gerieben werden darf, wo diese dieselbe nicht ablecken können.

Verbandstoffe. Seitdem man in Folge vielfacher mikroskopischer Untersuchungen erkannt hat, dass die Ursache der Zersetzung thierischer Gewebe und Stoffe meist auf der Gegenwart unendlich kleiner Organismen, sog. Mikroorganismen (Bacillen, Bakterien) beruht, hat man auch die ganze Wundbehandlung daraufhin geändert, dass man möglichst die Bildung und das Wachsthum jener Mikroorganismen zu verhindern sucht. Es entstand die sog. antiseptische Verbandsmethode und mit ihr eine ganze Menge neuer, früher völlig unbekannter Verbandstoffe, welche in eigenen Fabriken angefertigt werden und heute einen bedeutenden Handelsartikel bilden. Als Grundlage für Verband e diente in früherer Zeit meist zerpflückte Leinwandfaser (Charpie), jetzt fast ausnahmslos entfettete Baumwollfaser, theils in verfilztem Zustande als Watte oder Lint, theils in Form von Gaze etc. Ausser der Baumwollfaser werden noch sog. Jutegewebe (Bastfasern ostindischer Corchorusarten) angewendet. Man tränkt diese Stoffe mit den verschiedenartigsten als antiseptisch oder desinfizirend bekannten Körpern, z. B. Karbolsäure, Borsäure, Salicylsäure, Benzoesäure, Sublimat u. a. m. Die Imprägnirung geschieht durchgängig in der Weise, dass die entfetteten Fasern mit einer alkoholischen Lösung durchfeuchtet und dann getrocknet werden. Doch bildet auch die einfache, entfettete Baumwollfaser als sog. Verbandwatte einen besonderen Handelsartikel. Es geschieht diese Entfettung durch Kochen mit verdünnten Alkalien unter Dampfdruck und zwar zu dem Zweck, die Baumwollfaser auch für wässerige Flüssigkeiten (Eiter, Serum) aufsaugungsfähig zu machen.

Eine sehr einfache Methode, um Verbandwatte auf ihre völlige Entfettung zu prüfen, besteht darin, dass man ein wenig derselben aufgelockert in Wasser fallen lässt. Ist die Faser fettfrei, so sinkt sie sofort im Wasser zu Boden. Schlecht entfettete Faser braucht hierzu einige Zeit.

Alle Verbandstoffe müssen, um sie vor den in jeder Luft vorhandenen Mikroorganismen zu schützen, stets gut verpackt und verschlossen aufbewahrt werden.

Unter dem Namen Christia kommt in neuerer Zeit als Ersatz des