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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Geschäftliche Praxis.

lebungsmittel und sind, um das Einathmen angenehmer zu machen, meist kräftig parfümirt. Man benutzt zur Füllung der Riechgläser entweder das gewöhnliche Hirschhornsalz oder man verwandelt dieses, indem man es mit starkem Salmiakgeist durchfeuchtet, in das noch flüchtigere, einfach kohlensaure Ammoniak; oder man füllt die Gläser mit einer Mischung von gleichen Theilen Chlorammon und zu Pulver zerfallenem Aetzkalk. Die Parfümirung geschieht am besten in der Weise, dass man die Gläser nur zu 2/3 mit Riechsalz füllt, das letzte Drittel mit Watte, die mit kräftigem Parfüm durchtränkt ist. Riechkissen (Sachets) sind kleine, mit stark parfümirten Pulvern gefüllte Kissen oder Säckchen, welche, zwischen Wäsche oder in Schranke gelegt, dazu dienen sollen, die damit in Berührung kommenden Gegenstände zu parfümiren. Man benutzt zur Füllung der Kissen gewöhnlich Veilchenwurzelpulver, welches mit kräftigen ätherischen Oelen, meist unter Zusatz von Moschus, Zibeth oder Patchouly durchtränkt ist.

Technische Präparate.

Lacke und Firnisse, Fabrikation derselben, siehe Abth. III: Farbwaaren.

Bohnerwachs. Hierunter verstehen wir Wachsmischungen, welche dazu dienen sollen, um Möbeln, Fussböden, Linoleumteppichen u. a. m. erneuten Glanz zu verleihen, indem man die Wachsmischung auf dieselben aufstreicht und dann durch anhaltendes Reiben polirt. Man kennt von Bohnerwachs zwei Arten, flüssiges und festes. Letzteres wird bereitet durch Zusammenschmelzen von 1 Theil Wachs oder Ceresin mit 3 Theilen Terpentinöl; ersteres, indem man geschmolzenes Wachs mit Pottasche und Wasser theilweise verseift. Flüssiges Bohnerwachs ist gewissermaßen eine überfettete Wachsseife, die aber wegen ihres Alkaligehaltes niemals dort angewandt werden darf, wo ein Oelfarbenuntergrund vorhanden ist, z. B. für Linoleumteppiche. Kommt es auf sehr harte Wachsüberzüge an, so erreicht man diese, wenn man das Wachs durch eine Mischung aus Karnaubawachs und Paraffin ersetzt. Bei dieser Mischung muss aber die Menge des angewandten Terpentinöls ein wenig erhöht werden.

Tinten. Unter Gallustinte versteht man Flüssigkeiten, welche ihre dunkle Färbung einem Gehalt an gerbsaurem und auch zum Theil gallussaurem Eisenoxyd verdanken. Unter Blauholztinten versteht man solche Tinten, bei welchen in einem Blauholzauszug durch Einwirkung von Eisenvitriol auf das Haematoxylin eine violettschwarze Färbung hervorgerufen ist. Chromtinten sind Blauholz abkochungen, in welchen die dunkle Färbung durch Zusatz von Kaliumchromat hervorgerufen wird. Kopirtinten sind konzentrirte Tinten, welche durch Gummi und Zucker verdickt, zuweilen auch mit Glycerin versetzt werden, langsam trocknen und die Fähigkeit besitzen, auf feuchtem Papier durch Druck eine Kopie