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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Winke für den Unterricht

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Anhang.

Winke für den Unterricht.

Es liegt durchaus nicht in der Absicht des Verfassers, an dieser Stelle einen ausführlichen, umfassenden Lehrplan zu geben; es wäre das ein Unternehmen, welches nach den Erfahrungen des in dieser Beziehung erlassenen Preisausschreibens, ziemlich aussichtslos erscheinen möchte. Gehen doch die Anschauungen hierbei so weit auseinander, dass durch einen solchen Lehrplan immer nur ein kleiner Theil befriedigt sein würde. Und auch die sehr verschiedenen Vorkenntnisse und Fähigkeiten der Lernenden bieten für ein allgemein gültiges Schema fast unübersteigliche Hindernisse. Was gegeben werden soll, sind nur allgemeine Winke für diejenigen jungen Leute, welche beim Lernen allein auf sich angewiesen sind. Für alle die, bei welchen der Prinzipal oder eine Fachschule den Unterricht regelt, müssen selbstverständlich die Anschauungen dieser beiden Faktoren maßgebend sein.

Das erste, was wir hervorheben mochten, ist die Warnung vor einem gewissen Uebereifer und einem Ueberstürzen beim Lernen. So gross auch der Umfang des für uns Wissenswerthen ist, er lässt sich doch in seinen Anfangsgründen, und mehr soll und kann von einem Lehrling bei Beendigung der Lehre kaum verlangt werden, in den 3 Lehrjahren recht gut bewältigen.

Die ersten 4-6 Monate der Lehrzeit hat der Lehrling vollauf nöthig, um sich mit der lateinischen Nomenklatur und den gewöhnlichen Handgriffen des Verkäufers genügend vertraut zu machen. Es erscheint freilich sehr einfach und leicht, eine Flüssigkeit oder ein Pulver abzuwiegen, eine Flasche zu verkorken, eine Tüte oder einen Beutel zu verschliessen; aber doch sind dieses alles Handfertigkeiten, welche wohl geübt sein wollen, um sie rasch und geschickt auszuführen.

Nach Verlauf dieser Zeit, wenn der Lehrling sich einigermaßen sicher im Geschäft fühlt, mag er mit dem theoretischen Unterricht beginnen. Hierbei kann, unserer festen Ueberzeugung nach, nur mit den allgemeinen