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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Analytischer Gang.

Cadmium, Wismuth, Blei, Kupfer, Quecksilber und Silber. Der Niederschlag wird nach dem Auswaschen mit Schwefelammon behandelt, es lösen sich in diesem Schwefelarsen, Schwefelzinn und Schwefelantimon, ersteres zeigt eine goldgelbe, Schwefelantimon eine orangerothe, Schwefelzinn eine gelbe Färbung. Die Trennung der drei Körper neben einander ist eine ziemlich schwierige.

Unlöslich in Schwefelammon sind Cadmium, Wismuth, Blei, Quecksilber und Silber. Cadmium wird gelb, Wismuth braunschwarz, die übrigen schwarz gefällt. Bei Wismuth giebt die ursprüngliche wässerige Lösung, mit noch mehr Wasser vermischt, eine weisse Trübung; ist Blei zugegen, so giebt die ursprüngliche Lösung mit Schwefelsäure einen weissen, mit Jodkalium einen goldgelben Niederschlag, der sich in kochendem Wasser löst und beim Erkalten wieder auskrystallisirt. Kupfer verrath sich durch die Blaufärbung der ursprünglichen Lösung auf Zusatz von Ammoniak. Bei Gegenwart von Quecksilberoxydsalzen giebt die ursprüngliche Lösung mit Aetzkali einen gelben, mit Ammoniak einen weissen Niederschlag. Silber und Quecksilberoxydul sind, wenn man den Versuch unter 1 angestellt und nur das Filtrat desselben untersucht hat, schon als Chlorsilber und Quecksilberchlorür ausgeschieden,

3. War beim Versuch 2 kein Niederschlag entstanden, so versetzt man in einem dritten Reagenzgläschen einige Gramm der ursprünglichen Lösung mit Chlorammon und Ammoniak und zuletzt mit Schwefelammon. Es entsteht ein Niederschlag, dieser kann bestehen aus den Schwefelverbindungen des Eisens, Kobalt, Nickel, Mangan, Zink, aus Chromoxyd und Thonerde. Eisen fällt schwarz, bei Eisenoxydsalzen wird die ursprüngliche Lösung durch Rhodankalium blutroth gefärbt, bei Eisenoxydulsalzen fällt rothes Blutlaugensalz tief blau. Kobalt und Nickel werden ebenfalls mit Schwefelammon schwarz gefällt, in der ursprünglichen Lösung wird Kobalt durch Natriumcarbonat rosenroth, Nickel hellgrün gefällt. Manganoxydul wird durch Schwefelammon fleischroth, Chrom grün, Zinkoxyd und Thonerde weiss gefällt. Um die beiden letzteren zu unterscheiden, giebt man zur ursprünglichen Lösung etwas Aetzkalilauge, es entsteht ein schmutzig weisser Niederschlag, der sich in überschüssiger Kalilauge löst. Setzt man zu dieser Lösung Schwefelwasserstoff, so wird Zinkoxyd weiss, Thonerde nicht gefällt.

4. Entstand bei Versuch 3 kein Niederschlag, so versetzt man in einem neuen Reagenzgläschen wieder ein wenig der ursprünglichen Lösung mit Chlorammon und Ammoniak und fügt dann Ammoniumcarbonatlösung hinzu. Es entsteht ein weisser Niederschlag bei Gegenwart von Baryt, Strontian und Kalk. Die ursprüngliche Lösung wird durch Gypswasser bei Gegenwart von Baryt sofort, bei Gegenwart von Strontian erst nach einiger Zeit weiss gefällt. Kalksalze geben hierbei keine Reaktion, werden aber aus der ursprünglichen Lösung durch Ammoniumoxalat weiss, krystallinisch gefällt.