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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Bereitung des Kefirgetränkes

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Frostmittel. - Bereitung des Kefirgetränkes.

Mit dieser Mischung werden mittelst eines Zerstäubers 2000,0 gereinigte Watte auf das Sorgfältigste getränkt. Hierauf lässt man eine Stunde in der Luft abtrocknen und verpackt in Wachspapier.

Bereitung des Kefirgetränkes n. Apotheker E. Rudeck.

Man schüttet die Kefirpilze in eine Weinflasche, füllt diese früh 8 Uhr mit abgekochter, abgekühlter Kuhmilch halb voll (= ½ l) und gibt eine Messerspitze Farin oder ein Stückchen Zucker von Bohnengrösse hinein. In der wärmeren Jahreszeit muss diese Milch möglichst kalt (Keller), in der kälteren möglichst warm, also bei Stubentemperatur, stehen, muss stündlich 3-4 Mal gut durchgeschüttelt werden und fest verkorkt sein. Nachts über lässt man die Flasche unter Berücksichtigung oben angegebener Temperatur ruhig liegen. Im Laufe nächsten Morgens giesst man das fertige Getränk durch ein Theesieb von den Pilzen, welche nicht mitgenossen werden, ab und geniesst es an Stelle des zweiten Frühstücks, indem man etwas, vielleicht belegte Semmel, dazu isst. Auf die in der Weinflasche zurückbleibenden Pilze giesst man sofort wieder Milch. Bei einer 2 wöchentlichen Kur trinkt man täglich ½ l. Bei einer. 3 wöchentlichen Kur trinkt man die ersten 2 Wochen ½ l und die letzte Woche ¾ l. Bei einer 6 wöchentlichen Kur wird täglich 2 Wochen lang ½ l, die dritte Woche ¾ l, die vierte Woche 1 l, die fünfte Woche 1 ¼ l und die sechste Woche 1 ½ l getrunken. Die Kur ist in den meisten Fällen erfolgreich, wenn sie beharrlich durchgeführt wird. Saure und fette Speisen müssen vermieden werden. Nach dem Genusse des Kefirs ist Bewegung im Freien oder im Zimmer anzurathen. - Statt einer Weinflasche nimmt man bei grösseren Mengen zum Ansätze des Getränks naturgemäss eine entsprechend grosse Flasche.

NB. Wünscht Jemand ein Getränk von grossem Kohlensäuregehalt, so füllt er den jedesmaligen Abguss von den Kefirpilzen in eine zweite Weinflasche, lässt diesen unter Umschütteln weitere 24 Stunden lagern und trinkt also ein Getränk, das 48 Stunden gelagert hat. Scheidet sich bei heisser Jahreszeit Käsestoff aus der Milch ab und lässt sich dieser trotz energischen Umschüttelns in der Flasche nicht vertheilen, so muss die Dauer der Bereitung des Kefirgetränks abgekürzt werden. Bei besonders schwülen Tagen genügt es, erst Abends Milch auf die Pilze zu giessen, einige Male durchzuschütteln und über Nacht das Getränk im Keller ruhig liegen zu lassen. Früh ist das Getränk trinkreif. Wird die Kur einige Tage ausgesetzt, dann müssen die Kefirknollen täglich einmal mit frischem Wasser abgewaschen werden, bei Benutzung sind die Knollen 2täglich einmal abzuwaschen. Bei kühler Temperatur ist diese Bereitungsweise zu wählen, weil die Fertigstellung des Getränks längere Zeit beansprucht.

Am einfachsten ist die Darstellung des Kefirgetränks mit Hilfe des von Apotheker Rudeck in Wigandstahl-Schl. konstruirten Apparats (3 M.) (vgl. Pharm. Ztg. XXXI. Jahrg. 39).