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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Kosmetika

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Kosmetika.

Behandlung der Haut sagt, ist allerdings in erster Linie für den Arzt geschrieben, immerhin finden sich viele Winke, welche auch für den Drogisten wichtig sind, indem sie ihn befähigen unter der grossen Anzahl der kosmetischen Mittel im gegebenen Falle eine geeignete Auswahl zu treffen.

Wir führen in dem Folgenden Einiges aus dem vortrefflichen Buche an.

Eine abnorme Blässe der Haut ist fast immer eine Folge von krankhaften Störungen im menschlichen Organismus. Blutarmuth, Bleichsucht und mangelhafte Ernährung sind die Hauptursachen. Hier muss selbstverständlich eine innere Behandlung der Krankheitsursache Platz greifen, und von eigentlich kosmetischen Mitteln sind höchstens Waschungen mit recht kaltem Wasser wirksam. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Störungen in der Färbung der Haut, wie sie in Folge von Gelbsucht und einigen anderen Krankheiten auftreten. Auch hier kann nur die innere Behandlung der Krankheit selbst helfen, die abnorme Färbung der Haut verschwindet, sobald die Krankheit gehoben ist. Auch die örtliche Anhäufung von Pigmenten, sog. Muttermale, Leberflecke etc., die vielfach auch mit stärkeren Haaren besetzt sind, weichen den gewöhnlichen kosmetischen Mitteln nicht; hier muss ebenfalls der Arzt eintreten, um durch Aetzmittel oder chirurgische Operationen eine Entfernung der Flecken zu versuchen, eine Aufgabe, die übrigens nur gelingt und ungefährlich ist, wenn die Muttermale etc. nicht zu gross sind.

Anders dagegen liegt die Sache bei der leichten Form der Pigmentflecken, den sog. Sommersprossen. Hier führen hautreizende Mittel und solche, welche die Aufweichung und Aufquellung der Oberhaut bedingen und ein schnelleres Abstossen der oberen Epidermisschichten ermöglichen, zum Ziele. Zu solchen Mitteln gehören Alkalien, Borax, auch Säuren etc. Waschungen mit Lösungen von Alkalien und Borax, Auflegen von Citronenscheiben, oder von einer Pasta aus Essig, Honig und Mandelmehl; Bestreichen mit alkoholischer Salicylsäurelösung oder mit Rettigsaft werden empfohlen; ebenso werden durch Waschungen mit boraxhaltiger Schmierseife häufig gute Resultate erzielt.

Der eigenthümliche Glanz der Haut beruht auf verschiedenen Ursachen. In der Hauptsache ist er bedingt durch die richtige Spannung der Haut, hervorgerufen aus einer kräftigen Cirkulation der Säfte und durch eine genügende Anhäufung von Fettpolstern unter der Haut. Diese Bedingungen werden aber nur bei jungen und gesunden Menschen völlig erfüllt. Mit zunehmendem Alter wird die Cirkulation der Säfte schwächer, in Folge davon die Haut, namentlich im Gesicht und an den Händen schlaffer und es treten Falten und Runzeln auf. Diese zu entfernen ist leider noch Niemandem gelungen. Die Kosmetik hat allerdings allerlei Pasten erfunden und zusammengestellt, mit welchen die Runzeln und Falten ausgefüllt und so geglättet werden, um dann auf dieser glatten Oberfläche die Farben durch Schminken und Puder aufzutragen. Eine solche Operation