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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Enthaarungsmittel; Enthaarungspasta

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Enthaarungsmittel.

aber ihre Einwirkung auf die Haut ist eine so starke, dass ihre Verwendung dadurch zur Unmöglichkeit wird. Aus diesem Grunde greift man zu den, in der Wirkung den Aetzalkalien nahestehenden Verbindungen des Schwefels mit den Alkalien und den alkalischen Erden. Von den ersteren kommt namentlich Natriumsulfhydrat in Betracht, da die gleiche Kaliumverbindung, nach Paschkis, von zu energischer Wirkung auf die Haut ist. Von den Erdalkalien verwendet man Schwefelcalcium, Schwefelbarium oder noch besser, wegen seiner geringeren Giftigkeit, Schwefelstrontium. Nach den neuesten Gesetzen ist die Anwendung von Schwefelbarium unzulässig. Im Orient, wo derartige Enthaarungsmittel seit Jahrtausenden im Gebrauch sind, wird allgemein eine Mischung von Aurumpigment (gelbes Schwefelarsen) mit Aetzkalk benutzt. Bei dieser Mischung kommt jedenfalls neben dem entstehenden Schwefelcalcium, auch die immer im Schwefelarsen enthaltene arsenige Säure zur Wirkung. Der Erfolg dieser Mischung soll ein sehr grosser sein, jedoch kann dieselbe für uns wegen ihrer grossen Giftigkeit nicht in Frage kommen.

Die Anwendung der Enthaarungsmittel geschieht meist in der Weise, dass man sie in Teigform auf die betreffenden Stellen trägt und 10-30 Minuten auf dieselben einwirken lässt. Natriumsulfhydrat wird gewöhnlich in wässeriger Form verwandt und dann am besten als Kompresse. Nach hinreichender Einwirkung, dieselbe ist erreicht, sobald die Stellen beginnen schmerzhaft zu werden, wird das Enthaarungsmittel entfernt, die Stelle gut abgewaschen und unmittelbar darauf mit einer guten Pomade eingefettet.

Enthaarungspasta n. Paschkis.

Natriumsulfhydrat 125,0

Kalkwasser 300,0

Kalk, gelöschter 100,0

Stärke 25,0

Enthaarungsmittel n. Boettger.

Calciumsulfhydrat 20,0

Glycerinsalbe 10,0

Stärke 10,0

Citronenöl 10 Trpf.

1-2 mm dick auf die zu enthaarenden Stellen aufzutragen und nach 10-30 Minuten abzuwaschen.

Das Calciumsulfhydrat wird dargestellt, indem man in dicken Kalkbrei so lange Schwefelwasserstoff leitet, als derselbe absorbirt wird. Der Brei muss in luftdicht schliessenden Flaschen aufbewahrt werden. Trockenes Schwefelcalcium soll absolut wirkungslos sein.

Enthaarungsmittel n. Martius.

Calciumsulfhydrat (frisch bereitet) wird mit so viel China-Clay angemengt, dass eine weiche Pasta daraus entsteht.