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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Tinten

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Tinten.

nicht früher schwarz als dies bei einer gewöhnlichen, ungefärbten Oxydultinte der Fall ist.

Selbst wenn durch die Dieterich'schen Untersuchungen nichts weiter angeregt wäre, als dass man. statt der Benutzung von Galläpfelauszügen auf die allerdings so nahe liegende Verwendung von reiner Gerbsäure hingewiesen wäre, so müsste die Tintenfabrikation hierfür schon dankbar sein. In Bezug auf den Preis steht der Verwendung der Gerbsäure nicht das Geringste entgegen, wie sich klar zeigt, wenn man den Preis für technisches Tannin und den für chinesische Galläpfel, die ja seit Jahrzehnten allein in Betracht kommen, mit einander vergleicht. Der grosse Vortheil, welchen man durch die Benutzung von reiner Gerbsäure erzielt, liegt darin, dass man in einer solchen Lösung die grosse Menge von organischen Bestandtheilen, wie Extraktivstoffe, Schleim etc., welche in einem Galläpfelauszuge vorhanden sind, vermeidet. Gerade diese organischen Bestandtheile sind es, welche ein rasches Schimmeln und Dickwerden der nach alter Art bereiteten Gallustinten bewirkten. Dieser Uebelstand sollte früher dadurch vermieden werden, dass man die Galläpfelauszuge eine Zeit lang kochte und nach dem Erkalten klärte. Hierdurch wurden allerdings die Schleimstoffe zum grössten Theil, die Extraktivstoffe jedoch so gut wie gar nicht abgeschieden.

Eine mit reiner Gerbsäure bereitete Eisentannattinte, namentlich wenn sie nicht, wie in den Dieterich'schen Vorschriften, einen grossen Ueberschuss von Gerbsäure enthält, und mit der nöthigen Menge gährungswidriger Mittel, wie Salicyl- oder Karbolsäure, versetzt ist, muss bei richtiger Bereitung und Aufbewahrung eine allen Anforderungen entsprechende Haltbarkeit besitzen.

Selbstverständlich ist es, nach unseren heutigen Kenntnissen, dass eine fertige Tinte in gut verschlossenen Gefässen aufbewahrt werden muss. Die Tintenfässer selbst sollten nicht zu gross sein und so viel als möglich geschlossen gehalten werden, denn die atmosphärische Luft ist der schlimmste Feind einer jeden Tinte.

Es sei hierbei bemerkt, dass es für die Reinigung der Schreibfedern kein besseres Mittel giebt, als wenn man dieselben nach dem jedesmaligen Gebrauch in eine frische, rohe Kartoffel steckt.

Von den zahlreichen Zusätzen, welche früher noch ausser den Galläpfeln, dem Eisenvitriol und Gummi der Tinte zugesetzt wurden, wir nennen hier nur Kupfervitriol, Kochsalz, Salmiak etc., sind wohl die meisten vollständig ausser Gebrauch gekommen. Nur der Kupfervitriol findet sich noch hier und da auch in besseren Vorschriften. Derselbe soll eine schwache Verkupferung der Stahlfeder bewirken, um dieselben für die freie Säure der Tinte weniger angreifbar zu machen. Wenn dieses nun auch für die Feder selbst der Fall ist, so hilft es doch nicht für die Federspitze, da diese durch das Schreiben fortwährend abgeschliffen wird.