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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

299

Holzbeizen.

Palisander-Beize n. Capaun-Karlowa.

Man bereitet die Grundbeize nach der Mahagonibeize No. 3, setzt aber statt des Eosins

Fuchsin 40,0

Anilinblau 5,0

hinzu.

Diese beiden letzten Beizen müssen beim Gebrauch verdünnt werden.

Eichen-Beize n. Capaun-Karlowa.

Katechu 1000,0

Wasser 2000,0

werden gekocht, die Lösung durchgegeben, etwa auf die Hälfte eingedampft und dann vermischt mit einer Lösung aus

Kaliumbichromat 80,0

Wasser 800,0

Eichen-Antique-Beize.

Bohnerwachs, wässerig 950,0

Terra di Siena, ungebr. 50,0

Das hierzu verwandte Bohnerwachs muss eben flüssig sein.

Graue Holzbeize.

Das Holz wird zuerst 2 Mal mit einer Lösung aus

Silbernitrat 12,0

Wasser 980,0

darauf mit Salzsäure, schliesslich mit Salmiakgeist bestrichen und nun im Dunkeln getrocknet.

Selbstverständlich lassen sich auch noch eine grosse Zahl andere Farben, als Blau, Grün, Gelb etc., auf hellfarbigem Holz auftragen, doch wählt man hierfür der Haltbarkeit wegen, niemals die Anilinfarben, sondern andere dauerhafte Pigmente. Für Blau, Indigokarmin; für Gelb, Pikrinsäure oder Gelbbeerenauszug; für Grün, Mischungen aus Blau und Gelb; für Roth, ammoniakalische Karminlösung oder Rothholzauszug etc. etc.

Derartige bunte Farben werden vielfach benutzt zur Nachahmung von sog. Intarsien (eingelegte Holzarbeit). Sollen solche Arbeiten hergestellt werden, so ist es allerdings nothwendig, das Holz für diesen Zweck vorzubereiten, damit die aufgetragenen Farben nicht auslaufen. Gutes, dichtes, möglichst weisses Holz wird geschliffen und zuerst wiederholt mit einer heissen Gelatinelösung und nach dem Trocknen mit einer Lösung von

Zinnsalz 15,0

Alaun 15,0

Salzsäure 3,0

Wasser 67,0

ebenfalls wiederholt bestrichen.

Die beiden Lösungen dienen dazu, das Auslaufen der aufgetragenen Farben zu verhindern und diese zugleich auf der Holzfaser festzubeizen.

Die Zeichnung wird mit der Feder oder dem Pinsel aufgetragen und nach dem Trocknen mit einem sehr hellen Lack überzogen oder mit weisser Politur polirt.