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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

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Beizen.

Hornbeizen.

Um Horn schwarz zu beizen, legt man dasselbe in eine Mischung aus gleichen Theilen Bleiglätte, frisch gelöschtem Kalk mit schwacher Kali- oder Natronlauge, zu einem dünnen Brei angerührt. Die Schwefelverbindung des Horns bildet mit dem Blei schwarzes Schwefelblei. Nach hinreichender Einwirkung wird das Horn abgespült, geölt und dann polirt.

Lässt man die Einwirkung obiger Bleikalkmischung auf das Horn nur kurze Zeit dauern, so tritt nur eine mehr oder minder starke Bräunung desselben ein. Hierauf beruht die Nachahmung des Schildpatts. Der Bleikalk wird hierbei nur mit so viel Lauge angerührt, dass er eine knetbare Masse bildet. Diese wird in Streifen und Flecken auf die Hornplatten aufgedrückt und nach beliebiger Zeit, welche nur die Erfahrung lehren kann, abgespült. Gewöhnlich lässt man dann die ganze Hornplatte noch eine sehr kurze Zeit in einer Bleikalkmischung liegen, um dem Ganzen einen gelblichen Grundton zu verleihen.

In ähnlicher Weise lässt sich aus dem Horn auch Perlmutter künstlich nachahmen. Hierzu wählt man helle, möglichst ungefärbte Hornplatten; diese werden in der oben angegebenen Weise schwarz gebeizt. Nach dem Abspülen wird das schwarze Horn kurze Zeit in mässig starke Salzsäure eingetaucht. Das schwarze Schwefelblei wird hierbei zersetzt und in Bleichlorid verwandelt, das sich, weil unlöslich in den Schichten des Homes ablagert. Nach dem Poliren zeigt dasselbe einen schönen Perlmutterglanz.

Dieser Effekt kann noch bedeutend erhöht werden, wenn die Hornmasse vor dem Poliren in Anilinlösungen eingetaucht wurde. Eine derartige Perlmutter-Nachahmung erfordert allerdings einige Uebung und gelingt überhaupt nur dann wirklich schön, wenn der Schnitt der Hornplatten ein richtiger ist. Die Schichten der Hornsubstanz müssen in möglichst horizontaler Richtung verlaufen.

Metallbeizen.

Schwarzbeize für Messing. (Zeitschr. f. angew. Chemie).

Kupfercarbonat 100,0

Salmiakgeist 750,0

Wasser 150,0.

Die zuvor gereinigten Metallgegenstände werden in die kalte Lösung gehalten, abgewaschen und getrocknet.