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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

301

Metallbeizen.

Messing bunt zu färben. (Metallarbeiter.)

1. Man kocht in

Wasser 400,0

Kupfervitriol 20,0

Natron, unterschwefligs 20,0

Weinstein 10,0

Das Messing wird zuerst rosa, dann blau; fügt man noch Eisenoxydul-Ammon, schwefelsaures 20,0 und Natron, unterschwefligsaures 20,0 hinzu, so wechseln die Farben von gelb nach rosa und blau; nach dem Blau kommt wieder gelb und schliesslich entsteht ein schönes Grau.

2. Wasser 250,0

Weinstein 5,0

Kupfervitriol 5,0,

dazu Natron, unterschwefligsaures 13,0 in Wasser, 15 Liter, gelöst. Es scheidet sich Schwefel aus und auf dem Messing entstehen Iris- (Regenbogen-) Farben.

3. Wasser 250,0

Kali, chlorsaures 5,0

Nickeloxyd, kohlensaures 2,0

Nickelchlorid 5,0

geben nach längerem Kochen eine braungelbe Farbe, die schön roth schillert.

Messing oder Bronce goldfarbig zu färben.

Ein goldfarbener Ueberzug auf kleinen Gegenständen von Messing oder Bronce wird nach einem Reichspatent (No. 49283) folgendermassen bewirkt: Die Gegenstände werden zuerst gelb gebrannt und in einem gewöhnlichen Silbersude versilbert. Hierdurch werden sie in ein Bleizucker- und unterschwefligsaures Natron enthaltendes Bad getaucht, abgespült und in Sägespähnen getrocknet. Das Aussehen der Gegenstände soll dasselbe wie bei ächter Vergoldung werden, und dabei die Widerstandsfähigkeit des Ueberzuges nicht geringer als die galvanischer Vergoldung sein.

Messing- und Kupfergegenstände zu bronciren.

n. Dr. Kayser.

Man sättigt 20,0 Salmiakgeist mit Essig und versetzt die Lösung mit 10,0 essigsaurem Kupferoxyd (Grünspan) und 6,0 Chlorammon. Mit dieser Flüssigkeit werden grössere Gegenstände bestrichen, nachdem sie von Fett und anderen Verunreinigungen befreit sind; die Operation ist zu wiederholen, bis der gewünschte Farbenton erreicht ist; das Trocknen geschieht bei Zimmertemperatur. Kleinere Gegenstände werden in einem Bad der Flüssigkeit bis nahe zum Sieden unter beständigem Umrühren erhitzt. Ist die gewünschte Färbung erreicht, so giesst man die Lösung ab und ersetzt sie durch heisses Wasser und wiederholt das Abspülen noch zweimal unter Umrühren. Das Trocknen geschieht am besten durch Sägespähne.

Zinkblechgegenstände zu färben.

Die Gegenstände sind 2-3 Minuten in ein Bad zu bringen, welches man durch Auflösen von 60,0 Nickelammonsulfat und 60,0 Salmiak in 1 Liter Wasser bereitet hat. Die Gegenstände werden erst dunkelroth, gelb, dann braun, purpurroth und indigoblau. Die mit diesem Ueberzug