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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

308

Metallische Ueberzüge auf Glas und Metalle.

Vergoldung auf nassem Wege.

Journ. f. Goldschmiedekunst.

1. Man löst 100,0 Gold in Königswasser, verdampft bis nahe zur Trockne, um die überschüssige Säure zu entfernen und verdünnt dann die Lösung auf 1 Liter. Andererseits werden 300,0 Ferrocyankalium (gelbes Blutlaugensalz), 100,0 Kaliumcarbonat und 50,0 Salmiak in ungefähr 3 Liter Wasser gelöst. Man erwärmt die Lösung auf 30-40° und setzt allmälig und unter Umrühren 200 ccm von der oben erwähnten Goldlösung hinzu. Nun lässt man die Flüssigkeit 20-30 Minuten kochen, filtrirt von dem ausgeschiedenen Eisenoxyd ab, verdünnt das Filtrat auf 5 Liter und setzt schliesslich etwas Cyankalium zu. War das Bad einige Zeit in Verwendung, so setzt man wiederholt 200 ccm der obigen Goldlösung zu und verfährt wie schon erwähnt.

2. 60,0 Natriumphosphat werden in 700 ccm dest. Wasser gelöst; ebenso bereitet man eine Auflösung von 2, 5 Goldchlorid in 150 ccm dest. Wasser und ferner eine solche von 10,0 Natriumbisulfit und 1,0 Cyankalium in 150 ccm Wasser. Zuerst werden die beiden ersten Lösungen langsam mit einander vermischt und später die dritte hinzugegossen. Die Gegenstände werden in das Goldbad bei 50-70° gebracht.

Es ist auch hier unerlässlich, eine vollständig blanke, fettfreie Metalloberfläche vorher herzustellen, was durch Behandeln mit Laugen und Abspülen mit reinem Wasser und Weingeist oder Aether geschieht.

Während des Erwärmens in der Lösung werden die zu vergoldenden Gegenstände mit Zinkstäben in Berührung gebracht.

Vergoldung von Silber mittelst Pinsels.

Goldchlorid 35,0

Wasser 35,0

werden gelöst. Dann fügt man hinzu eine Lösung von

Cyankalium 105,0

Wasser 140,0

Von dieser Mischung setzt man so viel zu ganz feiner Schlämmkreide, der etwas Weinstein hinzugefügt werden kann, dass ein Brei entsteht, welcher sich mittelst Pinsels auftragen lässt. Nach dem Auftragen lässt man bei gewöhnlicher Temperatur ganz leicht abtrocknen und erhitzt dann den Gegenstand nicht zu stark auf etwa 50-70° C. Die so erhaltene Vergoldung lässt sich nach dem Abwaschen und Trocknen noch mit dem Stein poliren.

Vergoldung von Kupfer, Silber, Messing etc. durch einfaches Abreiben.

Goldchlorür 20,0

Cyankalium 60,0

Wasser, destillirt 100,0

Weinstein 5,0

Kreide 100,0.

Mit dieser Mischung werden die vorher gereinigten und mit einer Säure abgebeizten Metallgegenstände mittelst eines wollenen Lappens gut abgerieben.

Selbstverständlich ist bei der grossen Giftigkeit dieser Mischung die äusserste Vorsicht geboten.