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Abhandlung von der Stadt Ulm

Bruder Felix Fabris, Druck der Buchdruckerei von Heinrich Frey, Ulm, 1909

Nach der Ausgabe des litterarischen Vereins in Stuttgart verdeutscht von Professor K. D. Haßler.

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fester durch seine Mauern, sicherer durch allerlei Beistand, glücklicher durch seine Freunde, furchtbarer den Feinden, unerträglicher den Schlechten, geschätzter bei allen Schwaben, Edlen und Geringen, und bei dem Vaterland eines jeden und notwendiger dem Reich und den Fürsten gewesen, als zu dieser Zeit im Jahr des Herrn 1489. 1) Denn wenn die Ulmer nicht gewesen wären, so wäre im vergangenen Jahre ganz Schwaben und das Land der Herzoge von Österreich zwischen Schwaben oder der Nachbarschaft von Schwaben in die Hände fremder Herren verkauft und jetzt übergeben worden. Was aber die Zukunft bringen wird, das weiß der Schöpfer der Zeiten und der Gestirne und werden die erst zu schreibenden Chroniken berichten.

Sechstes Hauptstück.

Von den Namen der Gegenden und Klöster rings um die Stadt.

Kap. 1.

Von den benachbarten Fürstentümern und Grafschaften.

Die in Aussicht gestellte Reihenfolge verlangt jetzt die Besprechung und Benennung der ringsum den ulmern benachbarten Gegenden. Es ist nämlich Ulm wie eine außerordentlich schöne, mit verschiedenen Edelsteinen und Perlen geschmückte goldene Krone von Herrschaften weltlicher und geistlicher Fürsten umringt und umgeben. Der goldene Ring dieser Krone mit ihren rings hervorwachsenden Lilien ist gebildet ans den Herrschaften der Fürsten mit gräflichen und freiherrlichen Besitzungen. Als Edelsteine aber und Perlen sind in diese Krone eingesetzt die Klöster frommer Mönche und Nonnen, aus denen allen der überaus schöne Kranz erwächst und erglänzt, der Ulm umgibt und gewissermaßen krönt. Ziehen wir also diese Krone ans Licht. Im Osten stößt an das Ulmer Gebiet die Herrschaft der Herzoge von Bayern; im Süden die Herrschaft der Herzoge von Österreich; im Westen die Herrschaft der ebengenannten Herzoge; im Norden aber die der Herzoge von Teck und der schwäbischen Herzoge von Staufen, die jetzt vollständig die edlen Grafen von Wirtenberg einnehmen. Und dies ist der goldene Ring der Krone. Die Lilien aber, die sich von ihm erheben und in diesem Ring wurzeln, sind: auf der Südostseite gegen Bayern die edle Markgrafschaft Burgau vom Hause Österreich, in der die Ulmer Burgen, Dörfer und nicht geringe Besitzungen haben; auf derselben Ostseite gegen Norden (pag. 150) die Grafschaft Albegg, berühmt als Besitz der ehemaligen erlauchten Grafen von Werdaberg, die jetzt die Ulmer innehaben. Auf der Südseite bei den Herzogen von Öster-^[folgende Seite]

1) Veesenm.: Am Anfang des Hauptstücks III, cap. 2 (S. 94) schrieb F. F. "bis zum gegenwärtigen Jahr 1488." Unsere Stelle ist also ein Jahr später geschrieben. Siehe auch Hauptstück VI, cap. 9 am Ende, wo auch 1489 als gegenwärtiges Jahr genannt ist.