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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

Schlagworte auf dieser Seite: Bezaleel; Bezaubern; Bezer; Bezeugen; Bezwingen; Bibel

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Bezaleel  Bibel.

Bezaleel

Unter dem Schatten GOttes. Ein kunstreicher Werkmeister, 2 Mos. 31, 2. c. 36, 1. 2. c. 37, 1. c. 38, 22. 1 Chr. 2, 20. 2 Chr. 1, 5. Esr. 10, 30. Da dessen Kunstgaben dem heiligen Geiste zugeschrieben werden, ist es ein Beispiel, wie auch solche Gaben, sowie sie göttlichen Ursprungs sind, auch zu GOttes Ehre und zu heiligen Zwecken angewendet werden sollen.

Bezaubern

I) Einen mit allerhand ungewöhnlichen Dingen in große Bewunderung setzen, mit Gaukelei bethören und einnehmen, A.G. 8, 9. 11. II) Andre mit falscher Lehre verführen und verblenden, daß sie das helle Licht des Evangeliums zu erkennen geistlich blind und gegen dasselbe eingenommen werden, Gal. 3, 1.

Bezer

Gold. I) Eine priesterliche Freistadt unter den Rubenitern, 5 Mos. 4, 43. Jos. 20, 8. c. 21, 36. 1 Chr. 7, 78. II) Eines Mannes Name, 1 Chr. 8, 37.

Bezeugen

§. 1. I) Zeugniß geben nach seiner Wissenschaft und gutem Gewissens A.G. 26, 5.

Wenn ein freveler Zeuge wider Jemand auftritt, über ihn zu bezeugen eine Uebertretung, 5 Mos. 19, 16.

Der das gesehen hat (Johannes), der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, Joh. 19, 35. Offb. 1, 2.

§. 2. II) Das Wort GOttes, das Evangelium von Christo, mit Ernst und Eifer lehren und bekennen; gründlich und unwidersprechlich beweisen, durch angeführte Schriftstellen, A.G. 2, 40. c. 8, 25. c. 28, 23. durch Wunderwerke bestätigen, A.G. 14, 3. und diese Lehre mit dem Tode zu versiegeln bereit sein, A.G. 20, 24. S. Bewähren §. 2.

Der Geist drang in Paulus, zu bezeugen den Juden JEsum, daß er der Christ sei, A.G. 18, 5.

Nun aber ist ohne (Zuthun des) Gesetz die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt, geoffenbaret (deutlicher im N. T), und bezeuget durch das Gesetz (des Moses unter Vorbildern etc., Gal. 4, 21. f.) und die Propheten (z. T. Jer. 23, 6. Esa. 53, 11. Ps. 22, 32.), Röm. 3, 21.

Es bezeuget aber einer (David, Ps. 8, 5.) an einem Ort (von Christo), Ebr. 2, 6.

§. 3. III) Einem GOttes Rath und Willen unter feierlicher Vermahnung und ernster Androhung der gewissen Strafe im Falle des Ungehorsams vorhalten, mit Betheurung der eignen Unschuld an dem Elend des Andern, A.G. 20, 26. So läßt GOtt die Menschen durch seine Propheten und Gesandten bezeugen, 2 Kön. 17, 13. Neh. 9, 26. 29. Jer. 11, 7. durchs Gewissen, Röm. 2, 15.

Salomo bezeugte Simei, 1 Kön. 2, 42.

Moses über Israel, 5 Mos. 8, 19.

Sie (die Propheten) bezeugten sie (legten auch ihr Zeugniß unter ihnen ab), aber sie nahmen es nicht zu Ohren, 2 Chr. 24, 19.

Darum wisset, daß ich euch heute bezeuge, Jer. 42, 19.

Paulus dem Timotheus, 1 Tim. 5, 21. vor dem HErrn, 2 Tim. 4, 1.

Solches erinnere sie, und bezeuge vor dem HErrn, daß sie nicht um Worte zanken etc., 2 Tim. 2, 14.

Johannes, Offb. 22, 18.

Bezwingen

Unter seine Botmäßigkeit bringen, Jud. 3, 11. c. 5, 22. 1 Macc. 6, 27. c. 8, 2. 11. Ebr. 11, 33.

Bibel, s. Schrift heilige

§. 1. Bedeutet das Buch schlechthin oder vorzugsweise, das Buch aller Bücher, welches wegen seines Ursprungs, Inhalt und seiner Kraft allen andern Büchern unendlich vorgezogen, und vor allen gelesen werden soll; das zugleich Norm und Maßstab des Werthes aller Bücher ist. Seine 2 Theile sind das Alte und Neue Testament. (S. diese Art.)

§. 2. Diese Handschrift GOttes (chirographum Dei, Augustin in Ps. 144.), worin er seinen väterlichen Willen und unsere Seligkeit besiegelt, hat GOtt zum Urheber, 2 Tim. 3, 16. 17. 1 Petr. 1, 21. und weist uns Menschen den Weg zur Seligkeit, Joh. 5, 39. c. 6, 63. 68. c. 20, 31. Sie ist ein Brief GOttes an die Menschen, worin er ihnen schreibt: 1. ihr seid abgefallen von mir, seid in Sünde und Elend gerathen; 2. ich bin bereit und willig, euch wieder anzunehmen und durch Christum, meinen Sohn, zu erlösen und selig zu machen; 3. wenn ihr glaubt und folgt. Sie ist der rechte Jacobsbrunnen, Joh. 4, 6. 14. 15. Heilsbrunnen, Esa. 12, 3. das Paradies, wo der rechte Baum des Lebens steht, Offb. 22, 2. Der Baum, an dem man, so oft man will, klopfen kann, und immer neue Früchte findet. Luther Tischreden c. 1.

Da man fast ganz mit denselben Waffen, wie Römischkatholische, z. E. Bellarmin, de verbo Dei (Disputatt. Rob. Bell. ed. Prag. 1721. Tom. I. S. 1-131.), besonders lib. 4. de verbo Dei non scripto. ibid. S. 100 ff. Prechtl, Friedensworte an die katholische und protestantische Kirche für Wiedervereinigung, Sulzbach 1810, auch in der protestantischen Kirche, z. E. nach Lessing (Böhme), Neue Erklärung des höchstwichtigen Paulinischen Gegensatzes Buchstabe und Geist, Jena 1799. Schultheß und Orelli, Nationalismus und Supernaturalismus. Zürich 1822. Delbrück, Philipp Melanchthon der Glaubenslehrer, Bonn 1826. Daniel, Theologische Controversen, Halle 1843. S. 1102.  die Geltung der Bibel, besonders des N. T. als höchste, alleinige Erkenntnißquelle des Glaubens bestritten hat: so dürfte zur Vertheidigung derselben auch hier Einiges beizubringen zweckmäßig sein.

1. Wenn Christus wollte, daß Alle, die an ihn einst glauben würden, durch das Wort der Apostel glauben sollten, Joh. 17, 20. und sein Blick hier in dieser feierlichen Stunde, in der Aussicht auf die künftige Herrlichkeit, nicht auf den engen Kreis der Zeitgenossen der Apostel zu beschränken ist, sondern auf die künftigen Geschlechter der Gläubigen ausgedehnt, gedacht werden muß, wie auch das Folgende v. 2124. damit zustammenstimmt: so konnte diese Erwartung schwerlich in Erfüllung gehen, ohne daß die Apostel schriftliche Denkmäler ihres evangelischen Zeugnisses hinterlassen hätten. Selbst die zuversichtliche Verheißung, Matth. 26, 13. würde keine Gewähr ihrer Erfüllung gehabt haben, ohne schriftliche Aufbewahrung. Die Erfahrung lehrts ja augenscheinlich, wie Vieles aus dem unermeßlich reichen Leben Jesu, Joh. 20, 30. ist der Nachwelt unbekannt geblieben, weil es nicht niedergeschrieben worden ist. Daß wir nun aber keinen ausdrücklichen Befehl Christi an die Apostel, seine Geschichte und Lehre aufzuschreiben, vorfinden ("Si Christo et Apostolis fuisset propositum, verbum Dei coarctandi et restringendi ad Scripturam, in primis rem tanti momenti Christus aperte praecepisset, et Apostoli alicubi testarentur, se ex Domini mandato scribere, quemadmodum ex Domini mandato in toto orbe docuerunt; at id nusquam legimus." Bellarmin 1. c. lib. 4. c. 4. 5. 8. S. 104.), kann uns nicht im Mindesten befremden. Es bedürfte damals keines