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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Buchen - Buchstabe.
Und so Jemand davon thut uott den Worten deZ Buchs dieser Weissagung, so wird GOtt abthun sein Theil vom Buch des Lebens, c. 82, 19. (S. Kbthun ß. 5.>
Buchen
Eine Art Holz, Gsa. 41, 19. c. 44,14. c. 60,13. Hos. 4, 13.
Büchlein
Offb. 10, 2. 8. 9. 10. Hierunter verstehen Viele die ganze heilige Schrift, welche v. 8. ein offenes Büchlein genannt würde, zum Zeichen, daß das göttliche reine Wort, in der Bibel enthalten, auch unter dem Verfall der Kirche, bei großer Verfolgung doch noch immer sollte van Einigen gepredigt werden. Andere aber die Offenbarung Iohannis vom 11. Cap. bis zu Ende, welche offen geuannt würde, weil es Christus dem Johannes, und dieser der Kirche offenbart, und diese Weissagung sollte Johannes verschlingen, d. i. wohl einnehmen und fassen. S. Brief §. 2.
Buchstabe
§. 1. I) Gewisse Charakteres oder Schriftzüge, ans welchen Sylben und Wörter zusammen gesetzt werden.
Sollten sich die Israeliten nicht pfetzen an ihrem Leibe oder
Gliedern, 3 Mos. 19, 28. Ich sage euch wahrlich: bis daß Himmel und Erde zergehe,
wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch Ein Tütel
vom Gesetz, bis daß Alles geschehe, Matth. 5, 18. Die Ueberschrift, mit lateinischen, griechischen und ebräischen
Buchstaben, Luc. 33, 39.
z. 2. Die ersten Buchstaben der göttlichen Worte oder die Lehre vom Anfang des christlichen Lebens, Ebr. 6, 1. sind die allerersten Grundlehren des Christenthums, welche überhaupt die Elemente aller Religion sind. Es werden Ebr. 6, 1. 2. dazu die Lehren vom Glauben an GOtt, Buße und künftigem Leben (GOtt, Freiheit und Unsterblichkeit) gerechnet. Diese sind nur das ABC im Christenthum; wer mehr nicht haben wollte, bliebe ein Elementarschüler. Davon wird unterschieden das Wort der Gerechtigkeit, die Vollkommenheit, c. 5, 13. 6, 1. d. i. dashöhere vollkommene Christenthum, das für Stärkere ist; und dazu wird gerechnet, c. 7 u. ff., die Lehre von Christo insonderheit, von seinem ho-henpricsterlichen Amte, von der durch ihn gestifteten Versöhnung. Diese ist das Wesentliche, Vollkommene im Christenthums, die wahre Religion der Voll» kommenen." Wer davon die Christen abbringen will, machte sie wieder zu Kindern und ABC-Schülern. Und die ihr solltet (der Feit nach) längst Meister (Lehrer) sein,
bedürfet ihr wiederum, daß man euch die ersten Buchstaben
der göttlichen Worte lehre, und daß man euch Milch gebe,
und nicht starke Speise, Ebr. 5, 12.
§. 3. II) Das Zuchtgesetz, wie es mit Buchstaben in die steinernen Tafeln gegraben, in den zehn Geboten verfasset, und nach seiner Strenge betrachtet wird. Wie der Buchstabe nur gewisse Dinge anzeigt und bedeutet, an sich aber keine Kraft hat, sie zu verrichten, und zu Wege zu bringen; also redet auch das Gesetz vom Gehorsam, Gerechtigkeit und Seligkeit, hat aber nicht die Kraft, uns dazu zu befördern. Daher heißt es: Der Buchstabe tödtet. Wenn wir nämlich das Gesetz nicht recht verstehen, so denken wir mit den Pharisäern, wir sind schon heilig und im Himmel, nud da wirket es den Tod; versteht man es aber, wie es eine Heiligkeit des Herzens von uns fordert, so verkündigt es abermals GOttes Zorn und den Tod. Denn wenn der Mensch bedenkt, wie er die zehn Gebote nicht gehalten hat.
da sie doch einen vollkommenen Gehorsam fordern, so muß er in seinen Sünden dahin sinken. Es tödtet aber nicht an und für sich, denn es ist gerecht, heilig, Röm. 7, 14.16 f. sondern unsertwegen, weil wir von Natur verderbt, und den völligen Gehorsam nicht leisten können. O der unaussprechlichen Wohlthat unsers Heilandes! Röm. 10, 4. Daher Buchstabe und Geist die zwei verschiedenen Grade oder Standpunkte der sittlich-religiösen Bildung, wie sie in der Verschiedenheit der Alt- und der Neutestamentlichcn Kirche hervortreten, bezeichnet. Jenes, der Dienst des Buchstabens, ist die Stufe, wo man in Beziehung auf Glauben das Wort GOttes annimmt, für wahr hält, bloß weil es geschrieben da steht, ohne eine innere Neberzeugung von seiner Wahrheit zu haben; und in Beziehung auf Wollen und Handeln dem Gesetze GOttes gehorcht, aus Furcht und Zwang ohne innern Trieb und Lust. Dieses dagegen, der Dienst des Geistes, ist theils ein Glaube, der zwar auf das göttliche geschriebeue Wort gegründet, aber zugleich durch das Zeugniß des heiligen Geistes, der uns eine innere Ueberzeugung und Erfahrung von der Wahrheit und Kraft des Wortes giebt, bestätigt, und unser wahrstes Eigenthum geworden, in das ganze Denken verschmolzen ist; - theils ein Wallen und Han-deln, wo uns nicht das bloße äußere Gesetz, du sollst", sondern Lust und Willigkeit, Liebe zu GOtt, die der heilige Geist erweckt hat, treibt, ihm zu gehorchen.
Es heißt die Paulinische Unterscheidung mißdeuten und mißbrauchen; wenn man daraus den Schluß ziehen will, daß das Christenthum nicht auf schriftliche Urkunden sollte gegründet werden, daß jede Schrift mit göttlichem Ansehen eine Fessel für den menschlichen Geist sei; und dagegen nach Christi Absicht nur eine mündliche Fortpflanzung seiner Lehre nach der Leitung des Geistes oder der praktischen Vernunft habe Statt finden sollen; wie dieß besonders von Böhme: Neue Grkläruug des höchst wichtigen Pauliuischen Gegensatzes Buchstabe und Geist, Jena 1799, behauptet worden ist. Nicht zu gedenken, daß eine bloß mündliche Fortpflanzung des Christenthums, ohne dasselbe der Gefahr immerwährender Veränderungen und Entstellungen bis zur völligen Unkenntlichkeit auszusetzen, eine Unmöglichkeit gewesen wäre; so will ja das Evangelium mittelst des Worts den heil. Geist mittheilen, der uns in die innere freie selbststäudige Ueberzeugung von der Wahrheit des Evangelii, in die herzliche' Einstimmung in Christi Lehre führt, so daß das geschriebeue Wort nur sanftes Leit- und Unterrichtsmittel, nicht mehr drückende Anctorität wird, Joh. 16, 13. 1 Joh. 1, 27. c. 5, 6. ja daß wir in unsern Herzen selbst das Zeugniß für die innere Wahrheit des Evangeliums finden, Röm. 10, 8. Wem das Christenthum, das wahre positive Christenthum noch nicht so ganz Geistes- und Herzenschristenthum geworden, mit seiner ganzen Ueberzen-gung in Eins zusammengeschmolzen ist: der ist noch nicht zu der Stufe gelangt, zu welcher es jeder Christ bringen soll. Er suche sich durch kindliche Selbstverleugnung, demüthige Hingebung, Matth. 11, 25. und Bitte um den heiligen Geist in das Christenthum hineinzuleben, so wird es ihm Natur werden. Vgl. Hauff Briefe, den Werth der schriftl. Religionsurkunde als solcher, und das Studium derselben betreffend. Stuttgart 1809-14. 3 Bdchn. (gründlich und besonders gegcu Böhme gerichtet.)