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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Christus.
Ihr habt Christum verloren (daß er euch nicht wehr ?u statten komme), die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollet, und seid von der Gnade gefallen, Gal. 5, 4.
Und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne, Phil. 3, 8.
Wir sind Christi theilhaftig geworden, so wir anders das angefangene Wesen (die Glnubensfeftigkett) bis ans Ende fest behalten, Ebr. 3, 14.
8. 6. Christus (§. 1.) ist die andere Person in der Gottheit, nämlich GOttes Sohn, vom Vater aus seinem Wesen von Ewigkeit her gezeugt, und von der Jungfrau Maria in der Zeit geboren.
§. 7. H.. Seine wahre Gottheit wird wider die Socinianer, Arianer, Ebioniten und Cerinthianer unumstößlich dargethan:
I) Weil er in der Schrift schlechthin GOtt genannt wird, Joh. 1, 1. c. 20, 28. A.G. 20, 28. 1 Tim. 3, 16. Col. 2, 9. sogar mit dem Zusatz, der große GOtt, Tit. 2, 13. der wahrhaftige GOtt, 1 Joh. 5, 20. der HGrr, Joh. 4, 1. und in der A.G. und den Briefen, welches, wenn es nicht der gewöhnliche Ehrentitel ist, sondern schlechthin steht, dem He<?5 gleich gilt, womit es auch häufig verwechselt wird, und bei den LXX. dem Iehova entspricht. (Nriwäti 0z»u8o. ?M. Oit. 336 8^.) a)
II) Weil das, was im A. T. von dem wahrcn wesentlichen GOtt gesagt, im N. T. von Christo angeführt und erklärt wird. b)
III) Weil er von dem Vater aus dessen Wesen vou Ewigkeit gezeugt, so daß der himmlische Vater diesem seinem geliebtesten Sohne das göttliche Wesen und die göttlichen Eigenschaften von Ewigkeit her mitgetheilt hat, daß also der Sohn mit dem Vater und heiligen Geist gleicher GOtt von gleicher Majestät und Herrlichkeit, Ebr. 1, 8. Ps. 45, 7. Ps. 2, 7. (S. heute.)
IV) Weil ihm göttliche Eigenschaften, die Ewigkeit, Joh. 1,1. 2. Ebr. 1, 12. Offb. 1, 8. Allwissenheit, Joh. 21, 17. Matth. 9, 4. Joh. 2, 24 f. Allmacht, I Cor. 8, 6.
V) Göttliche Werke, Schöpfung, Joh. 1, 3. 10. Col. 1,16. Ebr. 1,10. Erhaltung, Col. 1, 17. Ebr. 1, 3. Weltregieruug, Matth. 11, 27. 28, 18. Gebets-erho'ruug, Joh. 14,13.14. Auferwcckung der Todten, Joh. 5, '21. 28. 29.
VI) Göttliche Verehrung beigelegt werden, Joh. 5, 23. Ebr. 1, 6. 8. zu ihm gebetet, A-G. 1, 24. 7. 59. 2 Cor. 12, 8. 2 Tim. 4, 18. wird, und die Christen die den HErrn Anrufenden heißen, A.G. 9,14. 21. 1 Cor. 1, 2.
n) Welcher sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist GOtt über Alles, gelobet in Ewigkeit, Rom. 9, 5.
Und warten auf die feiige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen GOttes, und unsers Heilandes JEsu Christi, Tit. 2, 13.
Wir wisfen aber -. Dieser ist der wahrhaftige GOtt, und das ewige Leben, 1 Joh. 5, 30.
d) Solches sagte Iefaias, da er seine (Christi) Herrlichkeit sahe, und redete von ihm, Joh. 12, 40. 4i. vergl. Gsa. 6,
9. 10.
Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von Jenen ihn verfuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht, 1 Cor. 10, 9. vergl. 4 Mos. 21, 5. 6 f.
In einer Zeit, wo die göttliche Verehrung Christi heftig bestritten wird, mag es nicht unnöthig sein, an ihren guten biblischen Grund, also an die un-bedingte Pflicht dieser Verehrung, und an ihre Kraft zu erinnern. Es ist nicht die Frage, ob JEsu überhaupt Verehrung, die dankbarste Anerkennung seiner Würde und seines Verdienstes, Bewahrung seines Andenkens gebühre, dies würde nur dem Grade nach sich von der Verehrung anderer ausgezeichneten und verdienten Männer uutcrscheideu,
auch nicht, ob er in einer begeisterten Apostrophe angeredet werden dürfe, wie dies bei anderen gefeierten Personen der Vorwelt oft geschieht, ohne dabei im Ernste zu glauben, daß er unsere Worte vernehme, oder unsere Bitten erfüllen könne; dies wäre nur ein rednerisches Spielen mit Worten, was einem ernsten wahrhaften Gemüthe widrig und unerträglich sein müßte, am meisten im Heiligsten, wo nur Wahrheit walten und aller Scheiu, aller Wortprunk oder Phautasiespiel verbannt bleiben muß! - sondern die Frage ist, ob ihm eine Verehrung erwiesen werden soll, wie GOtt selbst, also die in wirklicher Herzensanrnfung, in Anbetung, in Bitten, in Loben und Danken besteht, in der zuversichtlichen Voraussetzung, daß er diese Anrufung vernehme, und unser Gebet zu erhören vermöge. - Diese Verehrung gebührt Christo aus folgenden Gründen:
1. Er selbst verlangt dies, Joh. 5, 22. 23. Der Vater hat alles Gericht dem Sahne gegeben, auf daß fie alle den Sohn ehren, wie sie den Va» ter ehren. Werden Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Das Wort ehren kaun nicht etwa auf seine Lehre bezogen werden; die Lehre JEsu ehrfurchtsvoll annehmen:" denn a) ehren, n^«^, wird nie von einer Lehre, sondern nur von einer Person gebraucht: muß also auch hier von der Verehrung der Person Christi gelten, wie dies auch der Zusatz fordert: wie sie den Vater ehren," K) der ganze Contert fordert dies. Es war die Frage, welche Ansprüche er nach seiner Persönlichkeit machen könne, die Juden beschuldigten ihn der ungebührlichen Selbstüberhebung (V. 18.) und Alles, was IEsus darauf antwortet, bezieht sich auf seine Person, und auf das, was dieser zukommt, o) Es würde sonst der sonderbare Sinn herauskommen: sie sollen die Lehre des Sohnes ebenso annehmen, als sie die Lehre des Vaters annehmen, als ob die Lehre des Sohnes eine andere sei, als die Lehre des Vaters. - Jedoch der Grad der Verehrung ist durch das Wort ehren an sich noch nicht bestimmt, wie aus Joh. 12, 26. Eph. 6, 2. erhellt. Der Grad muß aus dem Subject und Zusammeu-hang bestimmt werden; und da ist es klar, daß eine göttliche Verehruug hier zu denkeu ist. Es steht dabei: wie den Vater." Das x«öw5 hier uur auf eine Aehnlichkeit zu beziehen, wäre ganz willkürlich. Es mnß Gleichheit anzeigen; dies folgt aus der Gleichheit der Werke. Christus sagt nicht, daß der Sohn ähnliche (etwa geringere) Werke thue, wie der Vater, sondern gleiche, nämlich richten, Todte erwecken; diese Gleichheit der Werke führt auf die Gleichheit der Verehrung. Christus hätte auch, falls er nicht eine solche Verehrung meinte, zumal da eben die Juden seine Ansprüche, als ungebührliche, anstößig fanden, ihn sogar der Gotteslästerung beschuldigten, daß er sich GOtt gleich mache, selbst Aulatz zu dieser falschen Deutung gegeben. Die Ehrerbietung gegen GOtt und die Liebe gegen seine Zn-hörer hätten es ihm nicht erlaubt, einen Ausdruck zu gebrauchen, der so natürlich von göttlicher Verehrung verstanden werden konnte; sondern er wäre vielmehr verpflichtet gewesen, klar zu sagen, daß er nichts dergleichen verlange." (Starr, Lehrb. der chr. Dogm. von Flatt, 'S. 353.) Welchem Propheten, oder Apostel oder Engel wäre es in den Sinn gekommen, dies zu fordern? Wer könnte es in dem Munde eines Menschen ertragen, wenn er forderte: ihr sollt mich ehren, wie den Vater." Moses Mendelsohn suhlte das Gewicht dieser Worte