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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Erbarmer - Erbauen.
HErrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm GOtt,
denn bei ihm ist viel Vergebung, Gsa. 55, ?. In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, und in meiner Gnade
erbarme ich mich über dich, Efa. 60. 10. Wer will sich denn deiner erbarmen, Jerusalem? Ier. 15, 5. Ich bin des Erbarmens müde. ib. v. s. Siehe ich will das Gefängniß der Hütten Jacobs wenden, und
mich über seine Wohnung erbarmen, Ier. 30, 16. Ist nicht Ephraim mein theurer Sohn - darum bricht mir
mein Herz gegen ihn, daß ich mich seiner erbarmen muß,
spricht der HGrr, Ier. 31, 20. Ich will ihr Gefängniß wenden, und mich über sie erbarmen,
c. 33, 26. Ezech. 39, 25. Ich will euch Barmherzigkeit erzeigen, und mich über euch
erbarmen, und euch wieder in euer Land bringen, Ier. 42, 12. Er betrübet wohl, und erbarmet sich wieder nach seiner großen
Güte. Klagel. 3, 32.
Ich will mich nicht mehr über das Haus Israel erbarmen, sondern ich will sie wegwerfen, Hos. i, 6. Ich will mir sie auf Erden zum Samen behalten, und mich
erbarmen über die, so in Ungnaden waren, Hof. 2, 23. HErr Zebaoth, wie lange willst du denn dich nicht erbarmen
über Jerusalem? Zach. i, 12. Du erbarmest dich über Alles (alle niimlich Menschen), denn du
hast Gewalt über Alles, Weish. n, 24. HErr, erdarme dich unferer, daß wir beide gesund mögen unser
Alter erlangen, Tod. 8, ift.
Darum erbarmet er sich desto reichlicher über sie, Sir. 18. n. Er erbarmet sich Aller, die sich ziehen lassen, und sleißig GOttes
Wort hören, Sir. 16. 14. GOtt Hut Alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich
Aller erbarme, Rom. 11, 32. (S. Oeschlicßen Z. 3.) Er (Epuphrodilus) war zwar todtlrank, aber GOtt hat sich über
ihn erbarmet, Phil. 2, 27.
z. 3. I) Wenn sich GOtt erbarmet, wessen er will, und verstockt, wen er will, so geschieht es
von ihm, als einem Vater und Nichter, wenn er seine Gnade und deren reiche Mittheilung aus gerechten und heiligen Ursachen diesem angedeihen läht, jenem aber entzieht. Deswegen bleibt doch sein Wille weise und heilig, obgleich unsre Schwachheit die Ursachen in allen Fallen und Umständen nicht einsieht. S. Röm< 11, 33. GOtt kann seine Gna-denvorzüge, unbeschadet seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit, geben und wieder nehmen, und Niemand darf fragen: was machst du? Und gleichwie die Ordnung deS Heils nicht von menschlichem Gutdünken, sondern GOttes freier Gnadenanstalt herkommt; so liegt es nicht an Jemandes Wollen und Laufen, sondern an GMes Erbarmen; mit welchen Worten Paulus deutlich lehrt, daß er nicht von göttlicher Ordnung, die er nach seinem freien Willen in dem Werke des Heils gemacht, rede; sondern nur eigenes Verdienst und Würdigkeit ausschließe. Aus dieser Ursache führt er in Röm. 9. auch die Beispiele an; ja der Streit mit den Juden ging dahin, ihnen zu zeigen, v. 30. daß, wenn GOtt in so vielen besonderen Fällen mit Austheilung seiner Gnade und Strafe seine freie Hand bewiesen und doch dabei gerecht verfahren habe; so habe er ja auch allerdings freie Gewalt gehabt, nach seiner Weisheit ein Mittel der Gerechtigkeit und Seligkeit, nämlich den Glauben, welchen wir unserer SeitS zu ergreifen haben, und nicht die Werke oder andere den Juden beliebige Vorzüge, zu verordnen. GOtt darf Niemand vorschreiben. Eben dadurch, daß die Juden es thun wollen, sei es geschehen, daß sie sich der Gnade verlustig gemacht, welche hingegen den Heiden, die sich durch wahre Buße im Glauben nach GOttes Willen und Ordnung zu ihrem Heil recht leiten und führen lassen, angediehen. (Paulus redet hier von der Mittheilung einer besondern Offenbarungs- und Erlösungsanstalt, und mithin von der Wahl eines Volkes zum Volke GOttes; dies ist eine reine Gnadensache, die kein Volk als ein Recht von GOtt fordern oder durch eignes Verdienst sich erwerben kann. Dies verkannten die Ju-
den, und wollten aus Gnade ein Necht machen. Eden daraus folgt aber auch, daß GOtt dem, der dieser Gnadenwohlthat sich ganz unwürdig beweist, dieselbe wieder entziehen, und ihn so in Verhärtung gerathen lassen kann.) (S. auch Verstockung.)
Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und welches ich mich erbarme, des erbarme ich mich, Röm. 9,15. 2 Mos. 33,19.
So liegt es nun nicht an Jemandes Wollen oder Laufen, fondern an GOttes Erbarmen, v. 16.
So erbarmet er sich nun, welches er will, und verstocket, welchen er will. v. 18.
8- 4. II) Van Christo, dem Gottmenschcn, welcher flehentlich gebeten wurde, daß er sich der Elenden erbarmen wolle, Marc. 5, 19.
Ach du Sohn Davids, erbarme dich unser, schreien zwei Blinde,
Matth. 9, 27. Von dem cananäischen Weibe: Ach HErr, du Sohn TavidZ,
erbarme dich meiner, Matth. 15, 2ü7 HErr erbarme dich über meinen Sohn, denn er ist mondsüchtig,
Matth. 17, 15. Kannst du aber was, so erbarme dich unser, und hilf uns,
Marc. 9, 22. Vartimaus: IEsu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner,
Marc, iu. 47. Zehn Aussätzige: IGsu, lieber Meister, erbarme dich unser,
Luc. 17, 13.
8 5. III) Von Menschen. S. Barmherzigkeit, 5 Mos. 13, 6.
Gefegnet seid ihr dem HGrrn, daß ihr euch meiner (Zauls) erbarmet habt, 1 Eam. 23, 2l.
Erbarmet euch meiner, erbarmet euch meiner, ihr meine Freunde; denn die Hand Gottes hat mich gerühret, Hiob
19, 21.
Niemand müsse ihm Gutes thun; und Niemand erbarme sich
seiner Waisen, Pf. 109, 12.
Der Gerechte erbarmet sich seines Viehes, Sprw. 12, 10. Wohl dem, der sich der Elenoen erbarmet, Sprw. 14, 21. Wer sich des Armen erbarmet, der ehret GOtt, ib. v. 31. Kann auch ein Weib ihres Kindes vergessen, daß sie sich uicht
erbarme über den Sohn ihres Leibes? Esa. 49, 15. Gieb dem Gottesfürchtigen, und erdarme dich des Gottlosen
nicht, Sir. 12, 4. Das ist ein böser Mensch, der nicht sehen mag, daß man den
Leuten Gutes thut; sondern wendet sein Angesicht weg, und
erbarmet sich Niemandes, Sir. 14, 8. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht,
wie ich mich über dich erbarmet habe? Matth. id<, 33. Vater Abraham, erbarme dich meiner lc., Luc. 16, 24. So ziehet nun an, als die Auscrwählten GOttes, Heiligen und
Geliebten, herzliches Erbarmen (welches durch wirkliche HtUf«-
ltistnntl geschieht), Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, Col. 3, 12. Und haltet diesen Unterschied, daß ihr euch Etlicher (die an5
Schwachheit sündigen) erbarmet, Nr. Jud. 22.
Erbarmer
Diesen Namen führet der grundgütiqe GOtt wegen seiner unaussprechlichen Liede und Barmherzigkeit gegen die elenden Menschen, welchen er aus Gnaden die Sünden vergiebt, das zugeschickte Uebel erleichtert, auch wohl gar aufhebt, und ihnen neue und väterliche Wohlthaten erzeigt. (S. Erbarmen 8- 2.) Denn ihr Erbarmer wird sie führen, und an die Wasserquellen
(des Evangeliums) leiten, Efa. 49, 10. Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meiue
Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines
Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HErr, dein Erbarmer,
Esa. b4, 10. Der HErr ist barmherzig, und ein Erbarmer, Iac. 5, n.
Erbauen
z. 1. Heißt so viel als I) Aufbauen (S. Baue» 8. 1.), Ier. 51, 58. Mal. 1, 4.
Er <der Gottlose) hat Häufer zu sich gerissen, die er nicht erbauet hat, Hiob 20, 19.
Nebucadnezar die Burg zu Babel, Dan. <l. 27.
Dieser Tempel ist in 46 Jahren erbauet (wieder ernenert durch Herodes, den König), Joh. 2, 20.
z. 2. II) So Viel als Banen z 2., Ezech. 36, 10. III) in GOttes Wort gründen, den Glauben