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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Erbe.

könnte man auch sagen, er habe seine im Johannes v. 7. folgende Sentenz zuerst, und dann, was Jer. 17, 13. steht, geschrieben. (JEsus wollte, wenn es auch keine für die Ankläger anzüglichen Wörter gewesen sein sollten, doch gewiß sinnbildlich andeuten, wie vor GOtt Alles in sein Buch geschrieben sei; und zngleich sie dadurch sowie durch sein schweigendes Zögern zum Nachdenken über sich selbst und über ihr verborgues Leben bringen.)

§. 16. Eph. 3, 15. GOtt ist der rechte Vater über Alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden. Von ihm ist das ganze göttliche Geschlecht, und die Oekonomie, worüber er in der Kirche Hausvater ist. Alle Gnadenkinder GOttes, die sowohl im Alten Testament zur Kindschaft gekommen, auch schon bei GOtt im Himmel sind, als auch noch auf der Welt leben und gesammelt werden sollen, haben den ehrenvollen Namen, daß sie durch die Wiedergeburt, und wenn sie den Heiland im Glauben ergriffen, GOttes Kinder heißen; und sollten unter dem Einen Vater Eine Familie GOttes zusammen ausmachen.

§. 17. Col. 1, 20. Und Alles durch ihn versöhnet würde - es sei auf Erden oder im Himmel. Das sind sowohl die bereits selig verstorbenen als auch noch lebenden Menschen. Denn Christus hat sein Blut weder für die bösen, noch für die guten Engel, um sie mit GOtt zu versöhnen, vergossen. (Durch Christi Tod, da er die Menschen entsündigt hat, sind diese auch mit dem Himmel wieder ausgesöhnt worden, als wieder von GOtt angenommene und zur Einstimmnng mit den Engeln zurückgekehrte Kinder. Schuldige, den Zorn noch tragende Sünder können nicht mit den unschuldigen, nicht gefallenen Engeln Gemeinschaft haben.) Eph. 1, 14. (S. auch Ding §. 2.)

§. 18. Ebr. 6, 7. Gleich der Erde, die den Regen trinket, so werden diejenigen, welche den Regen des göttlichen Worts und der heiligen Sacramente in sich dringen lassen, und wie die Erde das Wasser, gleichsam hineinschlucken, das ist, erlenchtet werden, und die himmlischen Gaben empfangen, nicht wider den heiligen Geist sündigen, und dessen Züchtigung, wenn sie fehlen, also aufnehmen, daß sie wahrhafte Buße thun und wahre Früchte derselben bringen.

§. 19. Die Erde erinnert uns sowohl an den Anfang und das Ende unsers Lebens, und zeigt, dak wir Staub, Asche, und also zerbrechliche und vielem Elend unterworfene Menschen sind;* als auch an die Auferstehung aus dem Grabe; denn wir werden in die Erde gesäet in Schwachheit, und werden auferstehen in Kraft, 1 Cor. 15, 42 f. ** Und warum heißt denn die Erde unser aller Mutter? Sir. 40, 1. weil wir daraus geschaffen, sie uns Nahrung reicht, und wir auch wieder in dieselbe aufgenommen werden.

Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brod essen, bis daß du wieder zur Erde werdest, davon du genommen bist, 1 Mos. 3, 19.

Gedenke doch, wie du mich aus Leimen gemacht hast, und wirst mich wieder zur Erde machen, Hiob 10, 9.

Des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zur Erde werden, Ps. 146, 4.

Was erhebet sich die arme Erde und Asche? Sir. 10, 9.

GOtt hat den Menschen geschaffen aus der Erde, und machet ihn wieder zur Erde, Sir. 17, 1. 2.

Alle Menschen sind Erde und Staub. Sir. 17, 31.

Gleichwie alle Menschen aus der Erde, und Adam aus dem Staub geschaffen ist, Sir. 33, 10.

Alles, was aus der Erde kommt, muß wieder zur Erde werden, Sir. 40, 11.

^[Spaltenwechsel]

** Nun werde ich mich in die Erde legen, und wenn man mich morgen suchet, werde ich nicht da sein, Hiob 7, 21.

Viele, so unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen; Etliche zum ewigen Leben, Etliche zu ewiger Schmach und Schande, Dan. 12, 2.

Also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte mitten in der Erde sein, Matth. 12, 40.

Christus ist hinunter gefahren in die untersten Oerter der Erde (d. i, ins Grab, oder richt. er ist vom Himmel herab auf diese tiefere Erde gekommen), Eph. 4, 9.

§. 20. Hiob c. 19, 25. ruft getrost: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt 2c., und ist überzeugt, daß Christus sich wider den Tod, durch den der Leib zu Staub und Asche wird. Dan. 12, 3. Pred. 3, 20. aufmachen wird und denselben überwinden, 1 Cor. 15, 20-26. er wird auch, wenn seine Haut durchfressen sein wird, in seinem wieder erstatteten Fleisch GOtt sehen, und diesen zwar sich zum Heile, als seinen gnädigen Heiland.

§. 21. Sonst wird auch durch unten in der Erde ausgedrückt einer der tiefsten Oerter, z. B. im Mutterleibe. * Und wenn Jonas c. 2, 7. sagt: Die Erde hatte mich verriegelt ewiglich, so heißt das: Ich hatte keine Hoffnung mehr, aus dem Meer wieder auf den Erdboden zu kommen.

* Da ich gebildet ward (gleichsam) unten in der Erde, Ps. 139, 15. (Dem Embryo, wenn er Bewußtsein hatte, müßte der Mutterleib wie ein Grab vorkommen.)

§. 22. Eine neue Erde und neuer Himmel sind ein Bild der himmlischen Wohnungen und des ewigen Lebens. Denn gleichwie die Erde den Menschen bequeme Wohnungen giebt: also bekommen die Kinder GOttes die bequemsten und aller Glückseligkeit volle Wohuungen im Himmel.

Siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen (eine neue Regierungsart oder Haushaltung der Kirche, anstatt dir jüdischen soll die christliche kommen), daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird, Esa. 65, 17. c. 66, 22. (Der Prophet reiht hier, wie in einem perspectivischen Gemälde, die ewige Seligkeit im Reiche des Messias und dessen Erscheinung in Eins zusammen.)

Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet, 2 Petr. 3, 13.

Ich sahe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, Offb. 21, 1.

In Friedr. u. Rongemont, Geographie des Menschen, ethnographisch, statistisch und historisch, überseht von Hugendubel. Bern. 2te A. 1843. II. sind folgende Hauptgrundsätze der christlichen Betrachtung der Erde aufgestellt: 1) Die irdische Natur ist mit Rücksicht auf den Menschen geschaffen worden und übt einen von GOtt gewollten Einfluß auf die Völker aus.

2) Der Mensch, durch seinen Geist in genauer Verbindung mit GOtt und eben dadurch erhaben über jedes vernunftlose Wesen, kann nichts desto weniger auf der Erde leben, und sich unter dem wohlthätigen Einfluß der Natur entwickeln.

3) Beide, Natur und Mensch, sind von GOtt gut und rein geschaffen, und sind daher die Offenbarungen und Verherrlichungen GOttes.

4) Aber die Sünde, welche nicht von GOtt kommt, hat den Menschen verunreinigt, die Natur verwirrt, und ihre Wechselbeziehung so verändert, daß sie in vielen Fällen verderblich für die Menschen geworden sind.

5) Durch die Sünde ist der Mensch nicht mehr Herr über die Thiere und Natur, die er zu Fall gebracht hat; seine Sprache und Individualität wurde dadurch in zahllose Arten gespalten, und die Hauptvölker wurden von GOtt verschieden begabt, wonach die Semiten die bevorrechtete Race, der sich GOtt offenbart, - die Warheiten die GOtt suchende,