Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

778
Osterlamm ? Otterngalle.
ihres volksthnmlichen Verbandes erregte; und so Patriotismus und Religion verschmolz. Vergl. Bahr 1. o. 11.613?619. Beschreibung, und 627?639. Bedeutung des Passah. Durch das ?Verschonen", das Israels Errettung aus Egypteu war, ist das Volk seldststäudig, ist es Alles geworden, was es ist; daher datirt sich seine welthistorische Bestimmung; der ganze Mosaismus und alle seine Institutionen beruheu auf jener Rettung, sie ist die Be-dingnng der religiösen und politischen Enstenz des Volkes; das Passah ist also Israels Geburts- und Lebensfest, 1. o. 628. Das ungesäuerte Brod ist reiues, daher Lebeusbrod, S. 630 ff. Das Ganz-bleibeu des Lammes sollte Alle eriuneru, als Ein Ganzes, Eine Gemeinschaft sich zu betrachte::, S. 635. Die bittern Kräuter Symbol der in Egypten überstandenen bittern Leiden, S. 637. Die Zeit der Feier im Monat Abib, der vom Grünen und Blühen seinen Namen hat, stellte in dem neuen Naturleben die Wiederbelebung des Volkes dar, S. 638 ff.
Es heißt auch das Fest der süßen Brode, Luc. 2Z, i. weil die
Juden nach göttlicher Verordnung ungesäuertes Brod essen
mußten, 2 Mos. 12, 15. Am ersten Tage wurde das Osterlamm gegessen, am andern Tage
aber die Erstlinge der Ernte zum Priester gebracht, 3 Mos.
23, 10. 11. Unreine und die über Feld feierten es am 14. Tage des andern
Monats, 4 Mos. 9, 10. 11. Durfte nur an dem Ort, den GOtt erwählt, gehalten werden,
5 Mos. 16, 3. 6. 4 Mos. 9, 5.
Thristi Eltern gingen alle Jahre aufs Osterfest, Luc. 2, 41. Moses hielt im Glauben Ostern, Ebr. 11, 23.
§. 2. Im N. T. ist es das Fest, welches die Kirche zum Gedächtniß der durch Christum, als das Osterlamm N. T. geschehenen, und durch seine siegreiche Auferstehung bestätigten Erlösung, welche durch die Erlösung aus dem egyptischen Diensthause vorgebildet wird, feiert.
z. 3. Christus hat das letzte Ostermahl mit den Inden gefeiert, wie die drei ersten Evangelisten erzählen, und Johannes nicht widerspricht, indem das Passah essen, Joh. 18, 28. füglich auf den Genuß der übrigen Festopfer bezogen werden kann, und der Rüsttag c. 19, 14. der Vorsabbath oder Freitag, vergl. Marc. 15, 42. in der Osterzeit ist. Das bestätigen auch die Erzählungen des Polycrates und Poly-carpus bei ^assd. 2. N. V. 24. (s. Iahn Archäol. III. 313 ff. und Evang. Kirchenztg. 1838. Nr. 98 bis 102. ? DaS christliche Osterfest ist erst nach den Zeiten der Apostel eingesetzt worden. Anfangs hielten diese Ostern mit den Iudeu, nachher aber, da etliche falsche Brüder eine Nothwendigkeit daraus machten, stellten sie ihre besondern Ostern an. Die christliche Kirche feierte dieses Fest zum Audeuken des Leidens und der Auferstehung Christi, und unterschied daher ein doppeltes Passah, ?rät5/<?l <55«v. ^cl)<7^a^, und Tia^/a «^«<7r«<7^o^. Daß Ostern durchgängig am Sonntage gefeiert werden müsse, soll der römische Bischof Pins I. i. I. 147 vcrord-uet haben, nach dessen erstem Brief in den falschen Decretalen, f. ^ow^s/ kLsuäo-Isiäor, p. 194.
z. 4. Wenn wir die Person, Amt und Wohlthaten Christi (s. Erlösung §. 2.) in heiliger Andacht erwägen, so sollten Christen bei der Osterfeier in eine heilige Verwunderung und kindliche Ehrfurcht gerathen, und bei gänzlicher Aufopferung ihrer Leiber dieses hohe, heilige und freudenvolle Fest dankbar begehen. Denn was wollen wir denn weiter sagen: Rom. 8, 31 ff. Lasset uns Ostern halten nicht im alten Sauerteig, 1 Cor. S, 8.
(In vngehtucht'ter Herzens- und KirchenrNnigkeit.)
Osterlamm
Das Osterlamm, welches GOtt bei der Osterfeier A. T. verordnet, war ein Vorbild auf Christum. Mußte jenes nach 2 Mos. 12, 5 ff. 1) ein Männlein, 2) ohne Fehl, 3) unter einem Jahre, 4) von der Heerde abgesondert sein, 5) zwischen zwei Abenden geschlachtet, 6) gebraten werden (so, daß das Thier mit zwei hölzernen Spießen, einem in die Länge, und einem bei den Vorderfüßen in die Qnere, durchflocheu, in dem Ofen in der Erde aufgehängt und so gleichsam gekreuzigt wurde (s. Iahn Archäol. I. 2. S. 194. IU. S. 309. ^in Diai. o. I^K. z>. 259.), 7) durfte ihm kein Bein zerbrochen, 8) mußte es ganz gegessen werden, und zwar 9) mit bittern Salzen, d. i. bittern aromatischen Kräuteru; wurde ferner 10) dessen Blut an die Oberschwelle der Thüren gestrichen, damit der Engel des HGrrn vorüber ging, und ging 11) hierauf Israel aus dem Diensthause Ggyptens; also war Christus Isoli (Mann z. 6.) unbefleckt, 1 Petr. 1, 19. abgesondert von den Sündern, Gbr. 7, 26. in der Blüthe seiner Jahre um diese Zeit gekreuzigt, an einen: hölzernen Kreuz an dem Feuer des Zornes GOttes und seiner erbarmenden Liebe gleichsam gebraten; ihm wurde kein Bein zerbrochen, Joh. 19, 36. und muß mit bittern Salzen wahrer Buße geuossen werden. Mit seinem Blut müssen wir im Glauben gleichsam die Pfosten der Thür des Herzens besprengen, damit der höllische Würgengel an uns keine Macht habe, und da wir durch seinen Tod aus der Sklaverei des Satans befreit, gläubig sein Verdienst ergreifen, bis wir in dem himmlischen Canaan dem Lamm, das von Anfang der Welt erwürgt ist, Offb. 13, 8. ewiges Lob und Preis sagen.
Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen? Matth. 26, 17. Luc. 22, 9. 1.
Wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert, i Cor. 5, 7.
Ostwind
a) Der Wind von Morgen, Hiob 38, 24. t,) ein Wind dürrer Verfolgung, Gsa. 27, 8. c) rauhe und strenge Gerichte, Ier. 18, 17. Hos. 13, 15. Hab. 1, 9.
a) Führte die Heuschrecken über Egypten, 2 Mos. 10, 13. machte das Meer trocken, 2 Mos. 14, 21. dadurch zerbricht GOtt
Schiffe im Meer, Ps. 43, 8.
Ottern
a) Ein listiges, giftiges Thier, welches mit seinem Stich den Menschen schadet, ö) ein Bild hartnäckiger Verfolger«, c) des Satans und seines Anhangs, d) etwas Schädliches, Esa. 30, 6.
a) Dan wird eine Otter auf dem Steige werden, 1 Mos. 49, 17. vergl. Richt. 18, 2. (weil dieses Land, roll Gebirge und enger Thäler, gelegen war, um dem Feinde nachzn-stellen.)
Der Wein, in Ueberfluß gebraucht, sticht wie eine Otter, Sprw.
23, 32.
Eine Otter fuhr dem Paulus an die Hand, A.G. 28, 3.
b) Ihr Wüthen ist gleich wie eine taube Otter, Pf. 58, 5.
c) Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, Ps. 91, 13. vergl. Marc. 16, 18.
d) Ein Säugling wird seine Lust haben am Loch der Otter, Esa. 11, 6. (S. Oaftlisk.)
Otterngalle
a) Ein Bild der giftigen Lehre der Juden, b) Herzeleid, Plage.
a) Ihr Wein ist Drachengift und wüthiger Ottern Galle, 5 Mos. 32, 33.
b) Seine Speise inwendig im Leibe wird sich verwandeln in Otterngalle, Hiob 80, 14.