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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Schalkheit ? Schamhafkg.
Spanyenberg's treffliches Lied: Heilige Einfalt, Gnadenwunder.
Du Schalk und fauler Knecht, Matth. 25, 26. (Schalk ist er, weil er wider sein Gewissen das Gebot des Mrrn fUr zu schwer, die Treue für »mmöylich ausgab.)
Aus deinem Munde richte ich dich, du Schalk, Luc. 19, 32.
Schalkhaftigs (heuchlerische) Zunge, Hiob 15, 5.
* Wenn der Gottlose einem Schalk fluchet, fo fluchet er ihm selber (weil dieser des Teufels Art ist), Sir. 21, 30.
Schalkheit
z. 1. a) Eine rechte Fertigkeit, Vöses z»l thun, welche, sich einer durch lange Nebung erworben hat, b) eine Neigung, jedes Bubenstück zu vollbringen.
a) Wie die Schlange, welche die Eva verführte, 2 Cor. 11, 3. t>) ElymaZ war voller List und Schalkheit, A.G. 13, 10.
§. 2. c) Sünde, vorsätzliche Bosheit, besonders Arglist, Matth. 22, 18. leichtfertige That, A.G. 18, 14. greuliche Schandthaten, Ier. 11,15.
' Habe ich meine Schalkheit wie ein Mensch gedeckt? Hiob 31, 33.
vergl. Ps. 32, 5. Sie erdichten Schalkheit und halten es heimlich, Ps. 64, 7. (Sie
suchen allerhand Fehler und Zünden auf, welche sie nur uon mir
aufdringen Kulmen.) Wer sich stellet, daß er alle Schalkheit treiben kann, der wird
verachtet, Sir. 19, 5. Aus dem Herzen der Menschen gehen ? Schalkheit, Marc.
7, 22.
Voll alles Ungerechten ? Schalkheit, Röm. i, 29.
z. 3. d) Lift, Andere zu betrügen, Eph. 4, 14. Heuchelei, 2 Cor. 4,2. böse Tücke und Ränke, 1 Cor. 5, 8.
Schalksauge, Schalksknecht
Schalksauge ist Neid, Marc. 7, 22. SchMgkuecht ein böser, gewissen- und liebloser Mensch, weil er sich anders gegen den Herrn, anders gegen den Mitknecht gestellt, Matth. 18, 32.
Schalksohr, Schalksrath
Schalksohr - wenn einer thut, als wenn er es nicht hörte. Heuchler, Sir. 19, 24. Schalksrath siud boshafte Anschläge, wodurch Sanherib ein Werkzeug des Teufels wurde, Nah. 1,11.
Schall
Stimme. Das Evangelium ist in der ganzen Welt verkündigt und gehört worden, Röm. 10, 18. vergl. Ps. 19, 5. Csa.' 49, 6.
Singet ihm ein neues Lied; machet es gut auf Saitenspielen
mit Schalle (mit Drommete»), Ps. 33, 3. Jauchzet GOtt mit fröhlichem Schall, Pf. 47, 2.
Scham, s. Schämen
§. 1. I) Derjenige Affect, welcher aus der Vorstellung entsteht, man dürfte wegen gewisser Neden oder Thaten verachtet werden, oder sich dadurch selbst verunehren.
Scham(haftigknt) machet große Gunst, Sir. 32, 14.
Weiber sollen sich mit Scham und Zucht schmücken, i Tim.
2, 9.
8. 2. II) Schimpf; Unehre.
Sie müssen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich
wider mich rühmen, Pf. 35, 26. Du weißt meine Schmach, Schande und Scham (wie schimpftich
mnu mir begegnet), Ps. 69, 20. Weiche diesem; und du müssest dann mit Scham unten an sitzen,
Luc. 14, 9.
§. 3. III) Die Schamglieder, die man zu entblößen sich schämen soll, 5 Mos. 25, 11. Ezech. 16, 36. Hab. 3, 15. (Die bloße Scham, Esa. 20, 4. ist der bloße Hintere.)
Sem und Iaphet deckten ihres Vaters Scham zu, i Mos. 9, 23.
Die Adern seiner Scham (A.: Hiifte) starren wie ein Ast, Hiob
40, 12.
F. 4. Blößen ^ sich fleischlich vermischen. Von den verbotenen Graden der Blutssreundschaft im Heirathen, s. 3 Mos. 18, 6 ff. c. 20, 11. 17. 18.
§. 5. Aufdecken, Esa. 47, 3. Ier. 13, 26. Ezech. 23, 10. (S. Aufdecken z. 2. Nr. 11.)
Schämen
§. 1. Schamrot!) werden, sich etwas für Schande und Schimpf achten. Wenn es vernünftig, ist es ein Zeichen eines ehrliebenden Gemüths. Auch die Heiden sagten: Seine Sache stehet wohl, er ist roth geworden.
Adam und Gva schämten sich nicht, 1 Mos. 2, 25.
Es müssen sich schämen und gehöhnet werden, die nach meiner Seele stehen, Ps. 35, 4. Ps. 40, 15. Pf. 70, 3. die sich meines Uebels sreuen, Ps. 35, 26. die meiner Seele zuwider sind,
Ps. 71, 13.
Ich rede von deinen Zeugnissen vor den Königen und schäme
mich nicht, Ps. 119, 46.
Der Mond wird sich schämen, Esa. 24, 83. (S. Mond §. 5.) Jacob sott nicht mehr zu Schanden werden, und sein Antlitz soll
sich nicht mehr schämen (bleich werden vor Schrecke»), Esa.
89, 22. Du, HErr, bist gerecht, aber wir müssen uns (ins Angeftcht)
schämen, Dan. 9, 7. Man kann sich so schämen, daß man Sünde daran thut: und
kann sich auch also schämen, daß man Gnade und Ehre davon
hat, Sir. 4, 25.
Schäme dich nicht zu bekennen, wo du gefehlet hast, ib. c. 4, 30. Man schämet sich oft, da man sich nicht schämen sollte ic., Sir.
41, 19.
Es schäme sich Vater und Mutter der Hurerei, ein Fürst und
Herr der Lügen, Sir. 41, 20 ?c. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln, Luc.
16, 3.
Ich schäme mich des Euangelii von Christo nicht, Röm. 1, 16. Schäme dich nicht des Zeugnisses unsers HErrn, 2 Tim. 1, 8. Aber ich schäme michs nicht: denn ich weiß, an welchen ich
glaube, ib. v. 12.
Auf daß der Widerwärtige sich schäme (in ftch gehe), Tit. 3, 8. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder Zu nennen, Evr.
2, 11.
Darum schämet sich GOtt ihrer nicht, zu heißen ihr GOtt, Ebr.
11, 16.
z. 2. Sirach sagt, wessen man sich schämen soll, c. 41, 20?29. und wessen nicht, c. 42, 1 f. Die Welt hat es umgekehrt. Wer eine Hurenstirn hat, schämet sich nicht, Ier. 3, 3. und vor Frechheit und Schminke sieht man bei rohen Leuten kein Roth-werden (§. 1.) mehr. Christen, welche sich Christi und seines Jochs schämen, leben hier nicht in der Zeit mit ihm, und werden also mit ihm auch nicht dort in der Ewigkeit leben. Dessen Leben hier Christus nicht ist, dessen Seligkeit wird er dort auch nicht sein. Darum muß ein Christ die falsche Scham, bei der er aus Furcht vor Verlust der weltlichen Ehre seinen Glauben und sein Gewissen verleugnet, und so die Ehre vor GOtt verliert, überwinden. Die wahre Scham ist, wenn wir uns dessen schämen, was uns vor GOtt und unserm Gewissen schuldig macht.
Wer sich aber meiner und meiner Worte schämet ? deß wird sich auch des Menschen Sohn schämen, Marc. 6, 33.
Schamhaftig
z. 1. Ein ehrliebender Mensch muh sich nicht nur Gewissens halber vor GOtt, sondern auch Uebelstands, Schändlichkeit und Aergernisses halber vor Menschen scheuen, etwas Ungeziemendes zu begehen. Diese Schamhaftigkeit ist, besonders in Beziehung auf die fleischliche Lust, die Hüterin der Keuschheit und Unschuld, welche GOtt auch nach dem Sündenfall den Menschen gegeben hat, 1 Mos. 3,10.
Ist deine Tochter nicht schamhaftig, fo halte sie hart, Sir. 2S, 13.
§. 2. Die ungebührliche Schamhaftigkeit ist, wenn der erweckte Sünder sich schämt, seinen Seelenzustand