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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Schnftgelehrter ? Schutb.
göttlich und verräth eine böse Sache, wenn man dem Volke den freien Schriftgebrauch vorenthalten, oder dasselbe etwa auf einen mangelhaften Vibcl-auszug beschränken will. Vibelauszüge sind nicht die Bibel/ sind Menschcnwerk, können nicht von dem Geiste durchweht sein, wie die Vibel, und man kann ans ihnen ebensowenig den Reichthum der Offenbarung erkennen, als aus einem Naturaliencabinct die Natur.
z. 10. Vrunnquell aller Güter, laß Alle, die dein Wort lesen wollen, 1) an ihrem eignen Sinn und Verstand verzagen, und dich in Demnth, daß du sie durch deinen Geist erlcnchtcn wollest, eifrig bitten; 2) laß sie auf alle Worte fleißig aufmerken und den wahren Sinn des Geistes, auch den Buchstaben nach, wohl fassen; 3) laß sie von herzlicher Begierde brennen, die heilsame Wahrheit in Christo einfältig zu lernen und in göttlicher Lebenskraft willig zu vollbringen, so wird der, 4) welcher sich in Buße, Glauben, Liebe und Geduld am meisten übt, auch in der Erkenntniß der Wahrheit am stärksten durch die Gnade befestigt werden.
Schriftgelehrter
a) Heißt überhaupt ein Gelehrter bei dem jüdischen Volk, und da das Gesetz die Quelle aller Weisheit war, Gesetzkundige und Gesetzlehrer. Sie lehrten theils das Volk, theils auch die Jugend; und sprachen auch nach dem Gesetz das Recht, daher aus ihnen immer Viele in den hohen Rath aufgenommen waren. Im N. T. bedeutet es einen, der des göttlichen Gesetzes kundig ist, und dasselbe lehrt und erklärt, b) Ein Vuchstabeuzähler. (Nicht.: der Befehlshaber, der die Armee musterte, oder die Musterrolle führte. A.: der das Verzeichniß der Zinspflichtigen machte.) Esa. 33, 18.
Efra heißt ein Schriftgelehrter, Esr. 7, 6. Gamaliel, A.G.
5, 34. Zenas, Tit. 3, 13. Wehe den Schriftaelehrten, die unrechte Gesetze machen, Efa.
10, i. Ist es doch eitel Lügen, was die Schriftgelehrten fetzen, Ier.
8, 6, Christi Feinde, Matth. 9, 3. c. 12, 33. c. 15, i. c. 22, 35.
c. 26, 3. 57. Marc. 9, 31. Ein jeglicher Schriftgelehrter (rechtschaffener Lehrer, 2 Tim.
2, 15.) zum Himmelreich gelehrt zc., Matth. 13, 52. Christus ruft acht mal das Wehe über sie aus, Matth.
23, 13 ff. Wo sind die Schriftgelehrten? 1 Cor. 1, 20. Efa. 33, 18.
Schritt
Es ist nur Ein Schritt zwifchen mir und dem Tode, 1 Sam»
80, 3.
Schröter
Welche den Wein von einem Faß abzapfen, und damit ein anderes Gefäß füllen, welches sie aus dem Keller heraus schroten, und an einen andern Ort bringen; bildlich: Feinde, die Moab mit Gewalt austreiben und berauben sollten, Ier. 48, 12.
Schüchtern
Weiber sollen im Leiden nicht niedergeschlagen, furchtsam und kleinmüthig sein, 1 Petr. 3, 6.
Schuckelrad
Auf solchem Rade wurden die großen Uebelthäter herum gedreht und so lange geschwungen, bis sie todt waren, 2 Macc. 13, 5.
Schuh, Schuhriemen
8.1. I) Ein Schuh hat den Namen vom Ver-wahren, weil die Füße dadurch umschlossen werden.
II) Strumpfbänder und Kettlein, Esa. 3, 16. Inß-bänder, v. 18.
Ifrael sollte Schuhe an den Füßen haben beim Essen des
Osterlamms (um reisefertig ;u sein), 2 Mos. 12, 11. Dein Schuh ist nicht veraltet an deinen Füßen, 5 Mos.
29, 5. Eisen und Erz sei an deinen Schuhen, 5 Mos. 33, 25. (S.
Eisen §. 2.)
Die Gibeomten hatten geflickte Schuhe, Ios. 9, 5. 13. Wie schön ist dein Gang in deinen Schuhen, du Fürstentochter,
Hohel. 7, i. GOtt hat den Juden femische Schuhe angezogen, Ezech. 16, 10.
(S. Kleinod ß. 2.) Darum, daß sie den Gerechten um Gelb, und den Armen um
ein Paar Schuhe verkaufen, Amos 2, s. c. 8, 6. Judiths schone Schuhe verblendeten den Holofernes, Jud.
16, 11.
§. 2. Wenn Esaias von der Kraft des Evangeliums Christi weissagt, daß GOtt alle Hindernisse bei Ausbreitung desselben wegnehmen werde, so heißt es auch:
Und der HTrr wird ? die sieben Ströme schlagen, baß man mit Schuhen dadurch gehen mag, c. 11, 15.
§. 3. Wenn Christus seinen Jüngern untersagt, Schnhe mitzunehmen, so ist das zu verstehen: außer den angelegten; denn er will, sie sollen sich nicht mit unnöthigem Gepäcke belasten, und kein Mißtrauen gegen GOttes Fürsorge verrathen. Ebenso befiehlt er Marc. 6, 8. nur Einen Stecken zu tragen.
Traget keinen Beutel, noch Taschen, noch Schuhe; und grüßet Niemanden auf der Straße, Luc. 10, 4. vergl. c. 22, 35.
§. 4. Schuhe ausziehen geschah a) wegen Heiligkeit eines Orts; b) bei Verkauf eines Ackers, um anzuzeigen, daß man sich alles Rechts begäbe, und die Statte nicht wieder betreten, sondern einem Andern überlassen wolle, Ruth 4, 7. 8. c) wegen Verheirathnng mit der Wittwe des verstorbenen Bruders, 5 Mos. 25, 9. (S. Barfüßer.) d) um die künftige Armuth vorzubilden, Esa. 20, 2. a) Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort
da du auf stehest, ist ein heiliges Land, 2 Mos. 3, 5. A.G.
7, 33.
§.5. Schuhe strecken über Etwas, Ps. 60, 10. Ps. 108, 10. David will Edom unter seine Gewalt bringen und sein Reich vermehren.
§. 6. Schuhe tragen, Matth. 3, 11. unb Schuh-riemen auflösen war die geringste Verrichtung der leibeigenen Knechte bei den Juden. Iohaunes will also jagen, er sei nicht werth, seinem Heilande den geringsten Dienst zn thun, Joh. 1, 27.
Schuld
§. 1. I) Das, was man von seinem Nächsten erborgt, verbindet einen Jeden, es zu bestimmter Zeit wieder zn bezahlen, 1 Sam. 22, 2. Matth. 18, 27. 32.
Wenn du deinem Nächsten irgend eine Schuld borgest (etwas leihest, was es auch fei), so sollst du nicht in sein Haus gehen und ihm ein Pfand nehmen, S Mos. 24, io.
Sei nicht bei denen, die ihre Hand verhaften, und für Schuld Bürge werden, Sprw. 22, 26.
8. 2. II) Der Mangel der sittlichen Würdigkeit vor GOtt, der aus der Sünde überhaupt oder aus einem bestimmten, dem Menschen zuzurechnenden Vergehen, entspringt, so wie auch die Verbindlichkeit zur Strafe, ? auch das Verbrechen selbst, die Missethat, Dan. 6, 4. Marc. 15, 26. Gleichwie eine Schuld den Schnldner der Haft werth macht, zur Zahlung verbindet, und dieser von dem Gläubiger zu bezahlen angetrieben wird; also macht uns die Sünde, die allgemeine Schuld, vor GOtt zeitlicher und ewiger Strafe unterwürfig, und GOtt fordert