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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Sündendiener ? Sünder.
11. Hatte Petrus Ein Mal geläugnet, so schwur cr hernach dazu, Matth. 26, 72. O, laßt uns dem ersten Anfang der Sünde widerstehen, und das Fünklein der bösen Lust, weil es noch klein ist, auslöschen, damit nicht eine Flamme daraus entstehe, in der Leib und Seele verbrannt werde! Iac. 1, 15.
§. 21. Der Satan pflegt dem Sünder die Sünde klein, nud die Barmherzigkeit GOttes groß vorzustellen, 1 Mos. 3, 4. wenn er zur Sünde reizen will; da er hingegen nach der Vollbringnng gar bald seine Sprache verändert. Vor der Sünde weiß der Satan, die alte Schlange, dem Menschen die Barmherzigkeit groß zu machen, und ruft da ihm immer zn: 8p6ra! Hoffe! Wenn sie vollbracht, so thut er ein Gleiches, mit der Gerechtigkeit, und sagt: VsZ^ora! Verzweiflet Da werden sie eine schwere Last, Ps. 38, 5. f. Ps. 51. Den Sodo-miten wurde ihre Fleischeslust mit Feuer und Schwefel versalzen. Laßi uns ja nicht auf Gnade sündigen, sondern vor der Sünde uns die Gerechtigkeit GOttes vorstellen, damit wir nicht sündigen; nach der Sünhe aber an seine Barmherzigkeit' gedenken, damit wir nicht in die Fallstricke Judas, Matth. 27, 3. 4. 5. verwickelt werden.
z. 22. Vor der Sünde soll der Mensch fliehen, wie vor einer Schlange, a) weil es GOtt geboten, 2 Mos. 20, 5. 5 Mos. 28, 15. b) weil er ein Mißfallen daran hat, Ps. 5, 5. c) weil sie den Menschen abscheulich als ein stinkendes Aas macht, Nah. 3, 6. d) weil sie in Unglück stürzt, Hos. 13, 9. e) GOttes Zorn, Röm. 1, 18. seine Entfer-nnng von nns, Esa. 59, 2. und zeitliche und ewige Strafe nach sich zieht, 1 Mos. 3, 24. Ps. 89, 33. Esa. 13, 11. Offb. 14, 11.
z. 23. Wer gefallen, darf die Sünde nicht herrschen lassen, 1 Mos. 4, 7. Rom. 6, 12. 22. Gal.
5, 16. 17. und darin beharren; sondern muß mit Manasse flehen, 2 Chr. 33, 13. mit David Psalmen machen, Ps. 51., mit Petrus, Luc. 22, 62. und der Sünderin weinen, Luc. 7, 38. ablassen, welches die beste Buße, Esa. 1, 16. Ezech. 18, 27. c. 33, 11. nud sich davor ernstlich hüten, Joh. 5, 14. 2 Petr. 2, 20. 22. Wer sich nicht durch das: kehre wieder! aus dem Schlaf der Sünde erwecken läßt, der hat, wenn ihn der Tod ergriffen, und das Endnrtheil: Gehe hin, du Ver» stuchter! Matth. 25, 41. betroffen, kcme Gnade mehr zn hoffen. (S. Buße z. 8.) Gedenke, Sünder, ans Ende, Sir. 7, 40. und spare deine Buße nicht, Sir. 18, 22.
z. 24. Von den Sünden der Menschen, deren Folgen nach dem Tode noch fortdanern, ist zu merken, daß sie in allen drei Hauptständen begangen werden. I) Im geistlichen Stande a) durch Schmeichelei, 1 Thess. 2, 5. Ezech. 13, 18. 19. t») durch Unachtsamkeit, Esa. 56, 10. 11. c) durch böse Beispiele, 2 Petr. 2, 1. 1 Tim. 5, 20. d) durch falsche Lehre, Tit. 2, 7. 8. 10. 2 Cor. 4, 2. Sir.
18, 19. 2 Joh. v. 10. 11. Ebr. 13, 9. 1 Tim.
6, 3. Röm. 2, 19?21. II) Im weltlichen Stande a) durch allzugroße Geliudigkeil, Weish. 6,4.1 Sam. 15, 2. 3. 9. 23. 1 Kön. 20, 42. ö) durch gottlose Gesetze und Verordnungen, Hab. 1, 15. 16. 17. 1 Kön. 12, 30. III) Im Hansstande a) durch unterlassene Bestrafnng des Gesindes insgemein, 3 Mos.
19, 17. 1 Thess. 5, 14. b) insonderheit aber durch böse und verkehrte Rinderzucht, 1 Sam. 2, 29. c. 4,
17. 18. Sprw. 23, 13. 14. Sir. 30, 9?13.
IV) Von den Gelehrten durch böse und sündliche Bücher, a) welche die Wahrheit verletzen, dergleichen find atheistische, natnralistische, magische und aber« gläubische Schriften, b) oder die Gottseligkeit verhindern, als: die Poeten, mit Hren unzüchtigen Versen, die Liebesromane oder Liebesaeschichten, diejenigen Bücher, welche verbotene Künste und Sachen rühmen (Matth. 12, 36. wenn der Mensch für unnütze Worte Rechenschaft geben muß, wie vielmehr für böse, verderbliche Schriften!) V) Von den Künstlern, Kupferstechern, Wachsarbeiteru,Glasbereitcrn, Schneidern, Malern, welche zur Ruchlosigkeit dadurch Anleitung geben. VI) Wird nach den: Tode gesündigt, wenn man bei seinen: Leben böse Rathschläge, und Befehl zum Bösen gegeben hat. Ach, wer erkennt, daß er Sünden begangen, die noch nach 'dem Tode fortdauern können, der thue wahre Buße, und suche das gegebene Aergerniß durch öffentlichen Widerrnf und aufrichtiges Bekenntniß des begangenen Verbrechens abzuthun, und merke die Vermahnungen, Röm. 14, 13. 1 Cor. 10, 32. S° auch Aergerniß.
Sündendiener
Sa wäre Christus ein Sündeudiener. Wenn wir suchten durch die Werke gerecht und selig zn werden, und nicht einzig und allein durch Christum; so diente uns der Heiland nur mit seinem Amte dazu, daß wir die Süudc nud Strafe derselben desto mehr erkennten. Er nähme sie nicht weg, und wiese uns aufs Gesetz, wie Moses. Er ist aber ein Sün-dentilger. (So Luther VIII. 1850 f. Oder nach 3Ae<?cko,'6i.- wenn das Streben, in Christo gerecht zn werden, Sünde ist: wäre Christus Urheber der Süude; fiele auf Christum die Schuld davon.)
Sollten wir aber, die da suchen durch Christum gerecht zu werden, auch noch selbst Sünder erfunden werden (welches der Fall wäre, wem wir an dns Gesetz noch so, wie zuvor gebunden wnren), so wäre Christus ein Sündendiener (wie Moses, der sie offenbart und mehrt), Gal. 2, 17.
Sünder
z. 1. Alle Menschen sind Sünder; allein man muß dabei Sünde haben und Sünde thun wohl unterscheiden. Jenes heißt: sündliche Regnngen der Erbsünde noch in sich empfinden, und von unwissentlichen, nnvorsä'tzlichen Sünden aus Schwachheit übereilt werden; dieses: mit Wissen und Vorsatz die Sünde treiben und begehen, Lust daran haben und sie herrschen lassen, 1 Joh. 1, 8. c. 3, 8. 9. Auch wiedergeborene Kinder GOttes haben die Erbsünde an sich, welche zuweilen in Schwachheitssünden aus-bricht:
Und siehe, deine Knechte werden geschlagen, und dein Volk muß Sünder sein, 2 Mos. S, 16. (Ist es billig, daß wir darttber als ZUnder sollen Straft leiden?)
Ich und mein Sohn Salomo müssen Sünder sein, i Kön.
1, 21.
Wohl dem, der nicht tritt auf den Weg der Sünder, Ps. i, 1.
Darum bleiben ? die Sünder nicht in der Gemeine der Gerechten, Ps. i, 5.
Der HErr ist gut und fromm; darum unterweiset er die Sünder auf dem Wege, Ps. 25, s.
Naffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, Ps. 26, 9.
Ich will die Ucbcrtrcter deme Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren, Pf. 51, 15.
Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, Pf. 104, 35.
So der Gerechte auf Erden leiden muß; wie vielmehr der Gottlose und Sünder, Sprw. n, 31.
Unglück verfolget die Sünder, Sprw. 13, 21.
Des Sünders Gut wird dem Gerechten vorgesparet, Sprw. 13, 22.
Der Sünder verachtet seinen Nächsten, Sprw. 14, 21.
Dein Herz folge nicht den Sündern, Sprw. 23, 17.