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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Tau'e.
mes die Feier des heiligen Abendmahls: so ist es nach dieser Analogie nicht anders anznnehmen, als daß die Taufe, wie die Veschneidnng, auch an Kindern solle vollzogen werden.
II) Stimmt die Kindertaufe mit der Praxis der alten christlichen Kirchr überein? Die Gegner haben hier nnr Eine Anctorität für sich, die des ^e/^^ia-nus) der in dem Buche äo Vaptismo e. 18. (eä. 86mi6r Vol. IV. 206) die Kindertaufe widerräth; aber er gesteht eben ein, daß dieselbe in der christlichen Kirche herrschende Sitte war; er mißbilligt sie nicht etwa, weil sie neu und erst vor Kurzem eingeführt war; nicht als ob sie der apostolischen Tradition widerstritte, anf die er doch sonst so viel hielt, sondern bloß aus Privatmeinungen über die Vorzüge der Verzögerung der Taufe, und über die schwerere Vergebung der Sünden nach der Taufe. Aber keiner der anderen Lehrer hat diese Meinung einer besondern Beachtung werth gehalten, selbst CypriiM nicht, der hohe Verehrer Tertullian's, in s. Nxist. I.XIV. sä. Llsui. sDie Beschreibung, welche </ttsiim/s H/a^., ^poivF. II. p. 93. 94. 6ä. No?. von der Taufe giebt, nimmt nach seinem apologetischen Zweck, da er erwachsenen Heiden die Unverdächtigkeit der Taufe darthun wollte, natürlich auch nnr auf die Taufe erwachsener Proselyten Rücksicht, uno kann nicht als Argnment gegen die Kindertaufe gebraucht werden.^ Dagegen stehen viele weit gewichtigere Zeugen für das Alter der Kindertaufe, /^enaeus, aäv. üayr. II. 22. 4. Oiunss vsint (Oni-istus) saivarß; ouiii68, ^ui per eum?-6-nasoltni«»' ^ßnasci bei/^en^s^s und «/usim^H für gelüst werden, f. Schröckh, K.G. Hl. 202.^ in veuin, i?i/cl?liss 6t parvulos st puoros, bt ^'av6N68 LtzniorsL. 0/iF6«es, <Ü0nilli6nt. in ^. tlä lioin. lid. V. aä o. VI, 5?7. s0^i>. IV. 565. äs 1a Rus; oä. I^oui-m^Iok ^0m. VI. 397.^j ?ro noo et 6oo!68ia ab ^Posio^sil7'a^i'^<??lsmFU5c6pt'^ 6^ium^>a? ii^/is listig-muin. Hars. ßoisbant euim iiii, ^nibiiL ni^törio-rum 86or6ta 00llimi88a äunt äivinorum, ^uoä 6886nt
IQ oiunibns ^6NMNH6 80läs8 ^soo^ti, ^NÄ6 ^»6r
H^U^IN 6t Zpilitulli Mui äedsront. Ebenso wurde auf der Versammlnng von 66 Bischöfen zn Karthago, im I. 253, da die Frage zur Besprechung kam, ob man die Kinder schon am zweiten oder dritten Tage nach der Geburt taufen dürfe', oder nicht bis zum achten Tage, wie bei der Veschneidnng, warten müsse, die Kindertaufe selbst als etwas Rechtmäßiges und längst Bestehendes vorausgesetzt, ohne daß auch uur Einer von der Neuheit der Taufe etwas gewußt, oder Tertullian's Meinung bemerkt hätte. S. N^att, N8tor. Va^t. 6ä.8oul088oi'. 1.948^. ?Endlich ist es nicht wahrscheinlich, daß die Pelagianer, denen es so schwer wurde, die Kindertanfe mit ihrem System zn vereinigen, nnterlassen haben würden, sie zn bestreiten, ohne daß sie den falschen Vorwurf, sie verweigerten den Kindern die Taufe, mit so großem Unwillen nno mit so ängstlicher Sorgfalt von sich abgelehnt haben würden, wenn sie mit irgend einem Schein des Rechts den spätern Ursprung derselben hätten entgegen halten können." Storr^ Dogmatik v. Matt, S. 704, N^N 1. o. p. 305 8^., in dessen erstem Bande überhaupt sich die alten Zeugnisse für die Kindertaufe zusammen finden; worans hervorgeht, daß kein einziger alter Kirchenlehrer die Neuheit und Nichtapostolicität der Kindertaufe behauptet habe. Mit Recht sagt daher H?s?omo^5ow in den I.0ci3 Iksoi. 10«. XIII. äs 8aeraiQ6ntiF sä. ^VVitt. 1555. x. 330, da er die alten Zeugnisse an-
führen will: Huoä stiaiu baptiMus inkantium von M reconZ uws, seä primas st puriorig Ncolßsias tsätimonio comprodatus, 8SHU6iitb8 86ut6iitias03t6U' äunt, guas rsoitabo, yuig. uon änbito, pio8 Hools-8ias puri0li8 sxsm^io oonürmari.
III. Hat die Kindertaufe eine religiöse Kraft? einen geistlichen Segen für die Kinder? Die Gegner bestreiten es, weil die Kinder sich dessen noch gar nicht bewußt sind und bewußt sein können; weil sie noch keinen Glauben haben, nno ohne Glauben kein Sacrament Segen bringt, wie denn anch Christns, Matth. 28, 19. Marc. 16, 16. den Glauben uor oerTanfe voraussetzt; und man alsoKeinen taufen darf, ehe man von dessen Glauben versichert ist. Und warum, wenn die Tauft für die Kinder gehören soll, reicht man ihnen nicht anch das heilige Abendmahl? Auf diese Zweifel dient zur Antwort: Wenn die Kinder keine geistliche Gnade empfangen könnten, ohne das Bewußtsein davon zu haben, so könnten ihnen auch die natürlichen Geistes- und Willens-anlagen nicht verliehen sein, die wir doch bei jedem geborenen Kinde voraussetzen, so wenig es sich auch dieser Gaben bewußt ist: denn ohne diese Gaben auf die Welt mitzubringen, wäre das Kind kein Mensch. Hat GOtt in jedes Kind schon alle geistigen Gaben im Keime gepflanzt: warum könnte er nicht auch den Keim zn höheren geistlichen Gnadengaben in das Kind pflanzen? Daß der Segen, den IEsus kleinen Kindern ertheilte, voll Kraft war, wer wird das bezweifeln? Wer wird aber behaupten wollen, daß die Kinder sich dessen schon bewußt waren? Die Taufgnade bei Kindern ist natürlich noch nicht die entwickelte, ausgebildete, wie bei gereiften Christen, aber die Disposition, der Keim zum nenen geistlichen Leben ist in sie gelegt. ?Wiewohl man nicht eigentlich wissen kann, welcher Gestatt nno auf was für Weise solche Wirkung GOttes in ihnen geschehe: so ist doch dies gewiß, daß in ihnen erweckt werden nene und heilige Regungen oder Vewegnn-gen, wie auch in Johannes geschehen ist, da er noch im Mutterleibe war. Und wiewohl man nicht gedenken soll, daß die Kinder verstanden, jedoch so werden die Bewegungen und Neigungen, dem HCrrn Christo zu glauben und GOtt zn lieben, etlicher-maßen verglichen den Bewegungen, so beide, der Glaube und die Liebe, sonst haben. Und das wollen wir auch verstanden haben, wenn wir sagen und lehren, daß die Kinder eignen Glauben haben." Wittenb. Concordie von 1536, in Luther's Werken XVII. 2531. Auf den Einwand, daß die kleinen Kinder die Verheißung GOttes nicht verstehen, anch den Glauben der Taufe nicht haben können, und mithin entweder der Glaube nicht erfordert würde, oder die Kinder vergebens getauft würden, antwortet Luther, XIX. 88. 701: ?Hier sage ich, welches Alle sagen, daß den kleinen Kindern zu Hülfe werde gekommen mit einem fremden Glanben derer, die sie zur Taufe bringen. Denn gleichwie das Wort GOttes, wenn es gehört wird, mächtig ist, daß es auch eines Gottlosen Herz verändern kann, das doch nicht weniger taub und unfähig ist, als irgend ein klein Kind: also wird auch durch das Gebet der Kirche, welche das Kind vorträgt und glaubet dein, dem alle Dinge möglich sind, das kleine Kind durch den eingegossenen Glauben verändert, gereinigt und verneuert." In der Stelle Matth. 28, 19. wird nicht das Lehren vor das Taufen gesetzt; ^«^-5kl>ei^ heißt nicht: unterrichten, sondern zu Iüugern machen, und Christus sagt: Macht die Völker, in-