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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Träge ? Tragen.
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Trachte nichts Böses wider deinen Freund, Sprw. 3, 29.
d) Und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, i Mos. 6, 5.
§. 3. e) Den HErrn suchen, 2 Chr. 22, 9.
Träge, s. Faul
§. 1. Träge ist, wer aus überwiegendem Hang zur Nuhe Unlust zur Arbeit hat, oder bei derselben sich vor Anstrengung seiner Kräfte schent; Sir. 37,14. Die geistliche Trägheit ist die Verdrossenheit im Gebranch der verliehenen geistlichen Kräfte, wo man die zur Seligkeit nöthigen Geschäfte und seine christlichen Pflichten entweder ganz verabsänmt, oder nur mit Schlaffheit treibt: eine gefährliche Krankheit, ein süßes Gift, welches das Gemüth dergestalt sorglos machen kann, daß ein Mensch, der damit behaftet, seinem Fall mit verbundenen Augen entgegen geht. Als vorherrschender Hang oder KMtus ist sie von einzelnen Versäumnissen zu nnterscheiden. O ihr Thoren und trägen Herzens, zu glauben alle dem, das
die Propheten geredet haben, Luc. 24, LS. Seid nicht träge, was ihr thun sollt, Rom. 12, 11. Lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebet, und träge
macht (wie eine Last niederdrückt), Ebr. 12, i.
z. 2. Die geistlich Trägen sind nicht die Unwiedergeborenen, denn diese sind geistlich todt, Eph. 2,
1. 5. Offb. 3, 1. auch nicht die Angefochtenen, welche über geistliche Trägheit klagen, und doch nicht träge sind: sondern die Wiedergeborenen, welche von dem ersten Ernst und Eifer im Christenthum ablassen. Diese werden oft träge a) im Gebet, b) in der Wachsamkeit, c) in Ausübung guter Werke, d) im Kampf wider die geistlicheil Feinde, e) im Gebrauch der göttlichen Gnadenmittel, f) und in der täglichen Buße. Diese Krankheit der Seele wird anch in heiliger Schrift genannt 1) eine Fanlheit, 2 Petr. 1, 8. Matth. 25, 26. 2) eine Schläfrigkeit, Matth. 25, 5. 3) Eine Müdigkeit und Mattigkeit, Gal. 6, 9. Ebr. 12, 3. Ofsb. 2, 3. 4) eine Verdrossenheit Gntes zu thun, 2 Thess.3,13. 5) eine Lässigkeit, Lnc. 18,1.
§. 3. Diese gefährliche Seuche nimmt ihren Ursprung a) aus der Sünde, die den Gläubigen noch anklebt, Ebr. 12, 1. 2. 3. b) aus der Schwachheit des Glanbens, 2 Petr. 1, 3. 5. c) aus unvorsichtigem Umgang mit der Welt, Ps. 1, 1. d) aus schwerem Kampf und anhaltenden Leiden, Ebr. 12, 3.
e) wenn einem das Christenthum znr Gewohnheit wird, Matth. 25, 5. s) wenn man der vorigen Reinigung vergißt, Ebr. 12, 5. 3. g) wenn man auf selbsterwählten Gottesdienst verfällt und sich von andern wahren Christen absondert, Gal. 5, 7. h) oft auch ans geistlichem Stolz, weil man meint, fest zu stehen, und anßer Gefahr des Fallens zu sein, Rom.
2, 20.
§. 4. Die geistliche Trägheit ist, je unvermerkter sie sich einschleicht, desto gefährlicher. Sie ist an sich schimpflich und des Christen nnwürdig; verräth Undank gegen GOtt und seine Gaben, Luc. 19,20. 21.; schadet dem gemeinen Besten und dem Reiche GOt-tes durch das viele versäumte Gute; und bringt dem Trägen selbst Verderben, indem die Kräfte bei Mangel an Uebung abnehmen, wohl gar ganz verloren gehen, Matth. 13, 12. viel Gnadenlohn eingebüßt und GOttes Mißfallen erregt wird, Icr. 48, 10. ja endlich der Nückfall erfolgen, Ebr. 6,4 ff. und man des herrlichen Kleinodes, welches den muthigen Kämpfern bestimmt ist, 1 Cor. 9, 24.26. 27. verlustig werden kann.
z. 5. Die Hülfsmittel darwider sind: a) Gebet, Röm. 12, 12. d) Wachsamkeit, Matth. 26, 41. Offb.
16,15. c) Arbeit, da man im Weinberge des HErrn fleißig ist in guten Werken, Matth. 20, 1 f. Tit. 2, 14. d) öftere Betrachtung der Gefahr bei der geistlichen Trägheit (I. 4.), e) abwechselnder Gebranch der Gnadenmittel, nm MechcmiSmns und Kälte dabei zu verhüten, f) stete Anferweckung und Schärfung des Gewissens durch den Trieb des heiligen Geistes. Vergl. Bamngarten's Theol. Moral. S. 1363 ff.
Tragen
z. 1. a) Von GOtt, 1) nm dessen väterliche Fürsorge, Schutz und Negierung, Esa. 66, 12. 2) Langmuth und Geduld auszudrücken, Röm. 9, 22.
Ihr habt gesehen, ? wie ich euch getragen habe auf Adlers
Flügeln, 2 Mos. 19, 4. 5 Mos. 32, II. Trage es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt in
das Land, 4 Mos. 11, 12. In der Wüste, da du gesehen hast, wie dich der HGrr, dein
GOtt, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, 5 Mos.
i, 31. Ja, ich will euch tragen bis ins Alter, und bis ihr grau werdet,
Efa. 46, 4. (S. Qib Z. s.)
8. 2. b) Von Christo, 1) seine allmächtige Erhaltung aller erschaffenen Dinge; 2) seine Versöhnung und vollkommene Genugthuung, da er aller Welt Sünde auf sich genommen. (S. Missethat z. 3. Sünde §. 17.) und 3) seine Hirtensorge und Treue.
1) Er trägt Alles mit seinem kräftigen Worte, Ebr. 1, 3.
2) Fürwahr, er trug unsere Krankheit, Esa. 53, 4. Matth. 8, 17.
3) Er wird die Lämmer in seine Arme sammeln, und in seinem Vuscn tragen, Ssa. 40, 11. Luc. 15, s.
Er nahm sie auf, und trug sie allezeit von Alters her, Gsa. «3, 9.
z. 3. c) Von Engeln, welche die Frommen beschützen und in Abrahams Schooß abführen.
Daß sie dich auf den Händen tragen, daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest, Ps. 91, 12. Matth. 4, 6. Luc. 4, 11.
Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß, Luc. 16, 22.
z. 4. d) Von Menschen. 1) Eine Last. 2) Kleider, 2 Sam. 13, 18. Dan. 5, 7.16. 3) Frucht im Leibe. (So auch vom Vieh/ Ps. 144, 13.)
Der Bäcker drei weiße Körbe, i Mos. 40, 16.
Die Leviten die Wohnung, 4 Mos. 1, 50.
Traget keinen Beutel lc., Luc. 10, 4. (S. Schuh ß. 3.)
2) Ein Weib soll nicht ManneZgerä'the tragen, 5 Mos. 22, S. Ein Schläfer muß zerrissene Kleider tragen, Sprw. 23, 21. Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern,
Matth. 11, 9.
3) Selig ist der Leib, der dich getragen hat, Luc. 11, 27. * So trug die ganze Heerde bunte, 1 Mos. 21, 3.
§. 5. 4) Ertragen, erdulden, das, was wie eine Last drückt, A.G. 15, 10. Ps. 89, 51.
Wenn der Muth liegt, wer kann es tragen (wer will ihn aus» richten)? Sprw. 18, 14.
Ich will des HErrn Zorn tragen ? denn ich habe wider ihn gesündiget, Mich. 7, 9.
Die wir des Tages Last und Hitze getragen, Matth. 20, 12.
Wer nicht sein Kreuz trägt, und mir nachfolget, der kann nicht mein Jünger sein, Luc. 14, 27.
Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen, Rom. 15, 1. 1 Thess. 5, 14. 2 Tim. 2, 24.
Und tragen um allezeit das Sterben des HErrn JEsu an unserm Leibe, 2 Cor. 4, 10.
Einer trage des Andern Last, Gal. 6, 2. 17. (S. Maccheichen.)
z. 6. 5) Die Strafe, welche mit der Bosheit verdient worden, empfinden, 4 Mos. 14, 33. Ezech. 16, 52. 54. 58. c. 18, 19. (S. Missethat §. 3.)
§. 7. e) Vam Verstande: fassen, begreifen. Ich habe euch noch viel (nämlich von den bevorstehenden Tritu-
salen, richt, uon dm Geheimnissen des Reiches GOttes, und von
meinem Werke) zu sagen, aber ihr lönnet es je-tzt nicht tragen,
Joh. 16, 12.