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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Ungläubig.
100?
Und er that daselbst nicht viele Zeichen, um ihres Unglaubens
willen, Matth. 13, 58. Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er sprach: um eures
Unglaubens willen, Matth. 17, 20. Ich glaube, lieber HErr, hilf meinem Unglauben, Marc.
9, 24.
Offenbarete er sich, und schalt ihren Unglauben, Marc. 16, 14. Sollte der Unglaube GOttes Glauben (Treue) aufheben? Rom.
Sie sind zerbrochen um ihres Unglaubens willen, Rom. 11, 20.
GOtt hat Alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich Aller erbarme, Röm. 11, Z2. (S. Gcfchließeu §. 3.)
Der Teufel hat sein Werk in den Kindern des Unglaubens, Eph. 2, 2.
Lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn GOtteZ über die Kinder des Unglaubens, Eph. 5, 6.
Der ich zuvor war ein Lästerer; ? aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren: Denn ich habe es unwissend gethan im Unglauben, i Tim. i, 13.
§. 2. Hält der Glaube das Herz stille, und macht es göttlicher Guade fähig; so verschlägt der Unglaube alle Guadeumittel nud ranbt GOtt seine Ehre und Namen der Treue und Wahrheit. Giebt der Glaube Kraft und Muth, so lahmt der Unglaube alle Kräfte: eine Zeit des herrschenden Unglaubens ist cine geistig sieche, ohnmächtige Zeit; der Unglaube kann nur zerstören, nichts aufbauen. Unglanbe löst nicht bloß die Gemeinschaft mit GOtt anf, sondern vernichtet auch die Keime der Liebe und des Zutrauens unter den Menschen. Wenn /^a?-<?/l äs 8up6i-Ltitioi!6 den Unglauben für weniger schädlich halt als den Aberglanben, so kann dies höchstens gelten in Ve-zug auf die ganz verdorbeue heidnische Religion; sonst ist der Unglaube offenbar weit verderblicher, weil der Aberglaube doch etwas von Wahrheit noch festhält. Vom Unglauben gilt, was Bayle von der Philosophie sagt, Diotion'. art. ^.cosia not. 6-. p. 69: ()n psut coinparsr 1a I>1ii1<)80pliio ä. äss pou-är68 8i o0rr05iv68, Hn'azirö8 avoir consnuiä 168 ckaii'8 l)g.vßU868 ä'uny z>1ai6, olis» ronFsroikiit 1a onail vivß, st oHlisroisnt Iss 08, ßt pOrosi'oisnt ^uLqu'anx moubilyZ. Christen werden dadurch zu Heiden, und wenn sie darin beharren, ewig verdammt. Denn
Sie treten von GOtt ab, Ebr. 3, 12. werden von dem Satan, der sein Werk in ihnen hat, Eph. 2, 2. verblendet, 2 Cor. 4, 4. nehmen die Wahrheit nicht an, 2 Thess. 2, 12. stoßen sich an Christum, 1 Petr. 2, 8. ziehen GOttes Zorn über sich, Eph. 5, 6. werden zeitlich gestraft, Ebr. 11, 31. Iof. 2, 18. sterben in ihren Sünden, Joh. 6, 24. kommen nicht zur ewigen Ruhe, Ebr. 4, 11. werden verdammt, Marc. 16, 16. und müssen ewig m dem Schwefelpfuhl brennen, Offb. 21, 8.
Goethe zur Farbenlehre II. 163 ff.: ?Man hat oft gesagt, und mit Recht, der Unglanbe sei ein umgekehrter Aberglaube, und an dem letzteren möchte gerade unsere Zeit vorzüglich leiden. Eine edle That wird dem Eigennutz, eine heroische Handlung der Eitelkeit, das unleugbare poetische Product eiuem fieberhaften Znstande zugeschrieben; ja was noch wunderlicher ist, das Allervorzüglichste, was hervortritt, das Allermerkwürdigfte, was begegnet, wird so lange, als möglich ist, verneint. ? Dieser Wahnsinn nnferer Zeit ist anf alle Fälle schlimmer, als wenn man das Außerordentliche, weil es nun einmal geschah, gezwungen zugab, und es dem Teufel zuschrieb. Der Aberglaube ist ein Erbtheil energischer, grohthätigcr, fortschreitender Naturen; der Unglaube das Eigeuthnm schwacher, kleingesinnter, zurückschreitender, anf sich selbst beschränkter Menschen. Jene lieben das Erstaunen, weil das Gefühl des Erhabenen dadurch in ihnen erregt wird, dessen ihre Seele fähig ist, und da dies nicht ohne eine gewisse Appreheusiou geschieht, so spiegelt sich ihnen dabei
leicht ein böses Princip vor. Eine ohnmächtige Generation aber wird durchs Erhabene zerstört, und da man Niemandem znmuthen kann, sich willig zerstören zn lassen, so haben sie völlig das Necht, das Große und Uebergroße, wenn es neben ihnen wirkt, so lange zn lcngnen, bis es historisch wird, da es dcnnaus gehöriger Entfernung in gedämpftem Glauze leidlicher anzuschauen sein mag." ? Derselbe im west-östlichen Divan S. 424 ff.: ?Das eigentliche, einzige und tiefste Thema der Welt- und Menschengeschichte, dem alle übrigen untergeordnet sind, bleibt der Conflict des Unglaubens und Glaubens. Alle Epochen, in welchen der Glaube herrscht, unter welcher Gestalt er anch wolle, sind glänzend, herzerhebend und fruchtbar für Mitwelt und Nachwelt. Alle Epochen dagegen, in welchen der Unglaube, in welcher Form es'sei, einen kümmerlichen Sieg behauptet, und wenn sie anch einen Angenblick mit einem Scheinglanze prahlen sollten, verschwinden vor der Nachwelt, w.il sich Niemand gern mit Erkenntniß des Unfruchtbaren abquälen mag."
z. 3. Dk Quelle des Unglaubens kann nicht eigentlich in der Unwissenheit liegen (§. 1.), als nnr inwiefern diese verschuldet wäre; sondern 1) in einem bösen, der Süude ergebeneu Herzen, welches im Un-glanben Beruhigung, Sicherheit, Freiheit zn sündigen snchr, und'2)'im Ehrgeiz, Joh. 5, 44. wenn der Glaube Schmach bringt; im Stolze, der sich nicht unter einer höhcrn Auctorität beugen will; sei dies Weisheits- oder Tngenddünkel. Zufällige Ursachen können sein die Wahrnehmung von Manchem, was mit dem Dasein GOttes zu streiten scheint, wie Ai'<2Fo?'ttH H?s5l'ttH, nach Hlecvi. Nn^i,-. aäv. Natli. IX. 53., zum Atheismus verleitet worden sein soll, weil Einer, der ihm Etwas entwendet, vor Gericht es abschwor, ohne von den Göttern gestraft worden zn sein. Es giebt anch eine Art eines geheimen Unglaubens, a) wenn man dem Wort der Wahrheit nicht alsobald, und ohne alles Einreden völligen Beifall giebt, b) wenn man zwar dem Wort der Wahrheit seinen Beifall nicht versagt, gleichwohl aber dabei allerlei Zweifel im Herzen duldet, und auf die gänzliche Ausrottung derselben nicht bedacht ist, c) und wenn man sich in Neligionssachen ganz gleichgültig erweist. Er ist eine schwere Süude und die giftige Quelle aller andern, Marc. 16, 16. Joh. 3, 18. Ebr. 3, 18. Esa. 7, 9. und rührt her von einem Widerstreben wider den heiligen Geist, A.G. 7, 51. Ier. 4, 22.
§. 4. Die Verwahrungsmittel sind: 1) die fleißige Lesuug, Anhörung und Forschung des göttlichen Worts, Röm. 10,' 17. A.G. 17, 11. 2) die stete Erinnerung des mit GOtt in der heiligen Tanfe errichteten Bundes, da man allem Unglauben abgesagt, 3) wenn man einem erfahrenen Christen seine Zweifel entdeckt, 4) man hüte sich vor leichtsinnigen Menschen, Neligiousspöttern und vor solchen Büchern, worin dem Unglauben das Wort geredet wird, und 5) bete audächtig zu GOtt um Erleuchtung und Stärkung des Glaubens, 6) vor Allen demüthige Anerkeunnng der Grenzen unserer Erkenntniß und unserer Sündhaftigkeit.
Ungläubig
Z. B. Adam und Eva, welche dem Teufel mehr getraut als GOtt, 1 Mos. 3, 3 f. die Israeliten, 4 Mos. 14, n. Korah und sein Anhang, Sir. 16, 7. vergl. 4 Mos. 16, 33. Nae-man, da er sich sollte im Jordan waschen, 2 Kön. 5, 11. der Ritter, 2 Kön. 7, 2. Lots Weib, WeiZH. 10, 7. die Jünger Christi. Matth. i?, 17. die Obersten und Pharisäer, Joh. 7, 43. Thomas, Joh. 80. 25. die Juden, N.G. 14, 2.